Ich erkenne keinen Paradigmenwechsel, und auch wenn der kritikwürdige Umgang mit der AfD sich ändern würde, wäre das noch weit entfernt von einem dringend notwendigen Paradigmenwechsel. Mal zwei Beispiele aus dem Text, die am Ende einen Paradigmenwechsel darstellen könnten:
Zitat:
Die einfache Frage: Wer war's?
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Wir könnten bei dem Abschnitt mal klären, dass diejenigen es aus Liebe zu Deutschland und zum deutschen Volk taten. Aber wie passt das mit Millionen toten Deutschen und einer geschlagenen Nation zusammen? Die Antwort ist einfach: Überhaupt nicht.
Leute die behaupten ihr Land zu lieben, steigern sich schlussendlich nicht nur in eine Verachtung alles Anderen hinein (dies ist bekannt). Sie lieben ein überidealisiertes Zerrbild ihrer Nation. Alles Lebendige und Wahrhaftige, was nicht in dieses Bild entspricht, wird zerstört, verstümmelt oder getötet. Dies trifft insbesondere auf den Nationalsozialismus und seinen wahnsinnigen Judenhass zu. Schlussendlich richtete sich auch der Hass auf das Volk selbst, weil es im Kampf doch das Unterlegene war. Um so ein Volk sei es nicht schade.
Ein weiteres Beispiel:
Zitat:
Wenn demnächst der 75. Jahrestage der Befreiung von Auschwitz, des Endes des Zweiten Weltkriegs oder des Beginns der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse gedacht wird, gehören solche simplen, aber grundlegenden Fragen und Antworten mit dazu, um auch junge Rechts******* bei ihren zumeist verquasten „nationalen“ oder „patriotischen“ Vorstellungen zu packen. In Schulen, im Geschichtsunterricht, im Netz, bei Diskussionen.
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Nehmen wir "Das Ende des zweiten Weltkrieges", welcher bekanntermaßen mit der Kapitulation der Wehrmacht in Europa endete.
Dies ist für das deutsche Volk eine Befreiung gewesen. Es hieß aber der Untergang, bis die 68er die Diskussion lostraten ob Befreiung nicht viel treffender gewesen wäre. Wieso ist das kein Feiertag? Immerhin bedeutete dieser Tag für mich ganz persönlich, dass ich ein Leben führen konnte ohne im Stechschritt zu denken. Und für viele andere hier mit Lesenden hat dieser Tag auch etwas Gutes gehabt. Das Ende eines furchtbaren Krieges und eines furchtbaren Regimes, unter dem nicht zuletzt das deutsche Volk litt. Im Text steht das "Gedenken" aber daran, etwas was man auch auf Beerdigungen tut, denn wir hatten endgültig verloren. Welches Bild wird in der Öffentlichkeit heute geprägt? Etwas plakativ doch eher
so etwas hier. Also noch immer der Sprachgebrauch von denen die es mitgetragen haben.
Vor dem Hintergrund stellt man sich nun ernsthaft hin, und wundert sich über Vogelschiss Rhetorik? Ein Paradigmenwechsel würde zunächst einmal eine andere Herangehensweise bedeuten, und dies passiert nicht. Weder von der Politik noch von weiten Teilen der Zivilgesellschaft.