Moin,
Da herrschen wohl falsche Vorstellungen, wie das abläuft. Manch einem geistern das Bilder aus Städten im Nahen Osten durch den Kopf. Da wird der Ruf des Muezzin über Lausprecher ausgestrahlt, deren Lautstärke einen Lemmy Kilmister beeindruckt hätte. Hier sieht das etwas anders aus.
Nur um mal zu verdeutlichen worüber wir hier reden, ein Zitat [
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Zitat:
Für jede Moschee wird dabei eine Lautstärkebegrenzung entsprechend der Gegebenheiten im Umfeld der Moschee festgelegt. Außerhalb der Moschee in Ehrenfeld gilt zum Beispiel eine Grenze von 60 Dezibel. Das entspricht einem Gespräch in Zimmerlautstärke. Ein vorbeifahrendes Motorrad oder ein schreiendes Baby gelten als Referenz für 80dB.
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Es ist also so, dass da mit der Lautstärke mit der sich die umstehenden unterhalten der Text:
Allah ist der Allergrößte - Allah ist der Allergrößte - Allah ist der Allergrößte - Allah ist der Allergrößte
Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allah gibt - Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allah gibt
Ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Allahs ist - Ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Allahs ist
auf zum Gebet - auf zum Gebet
Auf zum Erfolg! - Auf zum Erfolg!
Allah ist der Allergrößte - Allah ist der Allergrößte
Es gibt keine Gottheit außer Allah
aus den Lautsprechern kommt. Es sei denn, unter den Anwesenden sind ältere Leute. Die unterhalten sich häufig wesentlich lauter. Wenn man, was auch in größerer Entfernung unvermeidlich ist, den Gesprächen zuhört, brüllen sie zum Thema "Ich brauche keine Hörgeräte! Ich höre noch alles!" mit deutlich mehr als 60 dB. Ist ein in der Nähe befindlicher Lord Windelpups mit der Gesamtsituation unzufrieden muss man Lippenlesen können um etwas zu verstehen. Das ist auch kein Problem. Gläubige, die diesen Ruf zum Gebet hören, sind ohnehin schon da.
Zum Thema DITIB. Ich betrachte das, was DITIB tut mit mit einiger Sorge. Und meiner Meinung nach sollte der Staat da eingreifen. Aber so lange DITIB nicht verboten ist, kann man eine von ihnen betriebene Moschee nicht anders behandeln als jede andere Kirche oder Synagoge. Religionsfreiheit ist ein hohes Gut. Und sie bedeutet nicht, dass die Religionen, die jemand für richtig, tolerierbar, hier beheimatet oder sonst etwas hält frei von staatlicher Einmischung sind. Es bedeutet das die Ausübung aller Religionen frei von staatlicher Einmischung bleiben muss, so lange sie sich an die geltenden Regeln und Gesetze hält.
Zitat:
Zitat von karfingo
Herrlich dämlich...alle rufen denselben Gott herbei. Die einen mit Gebimmel, die anderen mit weniger lautem Geschrei.
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Die Glocken oder der Ruf des Muezzin ruft natürlich nicht Gott herbei. Es ist unter anderem diese Mischung aus Unkenntnis und Vorurteilen, die oft solche Diskussionen bestimmt.
Richtig ist: Die Gläubigen werden zum Gebet gerufen oder daran erinnert.
Eigentlich ist es überflüssig das zu erklären. Diejenigen, die Gläubige nicht für einen Haufen dämlicher und rückständiger Fanatiker halten wissen es und die anderen wollen es nicht wissen. Ich mach das auch nur aus jahrzehntelanger Gewohnheit. Vielleicht sehe ich ja deshalb schon so alt aus, dass man mich schon mehrfach für die Kreuzzüge und die Hexenvebrennungen verantwortlich gemacht hat. Wenn man dann noch hinzurechnet das ich als Angestellter im öffentlichen Dienst für manch einen auch für alles verantwortlich bin, was in deutschen Behörden oder durch Bank- oder Postbeamte getan wurde, wird und werden wird, bekomme ich eigentlich zu wenig Geld.