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-   -   [Recht & Politik] Vietnamese in Berlin entführt: Vier Jahre Haft für Helfer (https://mygully.com/showthread.php?t=5156878)

TinyTimm 25.07.18 16:24

Vietnamese in Berlin entführt: Vier Jahre Haft für Helfer
 
Zitat:

Rund ein Jahr nach der spektakulären Entführung eines vietnamesischen Geschäftsmannes in Berlin ist ein Tathelfer zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden.

Das Kammergericht in der deutschen Hauptstadt sah es heute als erwiesen an, dass der 47-jährige Vietnamese das Entführungsauto in Prag gemietet, nach Berlin gebracht und später wieder zurückgefahren hatte. Zudem habe er Tatspuren beseitigt.

Geständnis wirkte strafmindernd

Der Angeklagte habe von den Plänen des vietnamesischen Geheimdienstes gewusst, jedoch nicht zur obersten Kommandoebene gehört, hieß es im Urteil. Er sei der Beihilfe zur Freiheitsberaubung und geheimdienstlichen Agententätigkeit schuldig. Der Mann hatte die Vorwürfe zugegeben, das Gericht hatte dafür ein vergleichsweise mildes Urteil in Aussicht gestellt. Mit dem Strafmaß entsprach das Gericht der Forderung der Bundesanwaltschaft.

Der entführte frühere Vorstandschef eines staatlichen Baukonzerns und seine Geliebte waren in Berlin ausgespäht und dann am 23. Juli 2017 am helllichten Tag im Tiergarten in einen Transporter gezerrt, in die vietnamesische Botschaft gefahren und gegen ihren Willen nach Vietnam gebracht worden. Die Bundesanwaltschaft sieht darin ein „staatlich organisiertes Kidnapping“ des vietnamesischen Geheimdienstes.

Lebenslange Haft

In Vietnam wurde Trinh Xuan Thanh wegen Korruption und Misswirtschaft in zwei Verfahren jeweils zu lebenslanger Haft verurteilt. Er war 2016 nach Deutschland gekommen und hatte politisches Asyl beantragt. Der Fall belastet die Beziehungen beider Länder.
Quelle: [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. Jetzt registrieren...]

Gab es solche Fälle nicht zu DDR Zeiten? Das Ostdeutsche Bürger aus dem Westen "zurück geholt" wurden.

parlheinz 25.07.18 19:44

Wieder eine News, bei der der interessierte Leser in Gefahr läuft, sich zu täuschen. Und weil das sicherlich keiner möchte, ergänze ich mal: Trinh Xuan Thanh ist nicht einfach ein Geschäftsmann, wie es hier dargestellt wird, sondern er ist Chef eines staatlichen vietnamesischen Konzerns (gewesen) und ein (ehemaliger) kommunistischer Funktionär der Partei auf höchster Ebene. In seiner Heimat wurde ihm Korruption zur Last gelegt. Für Trinh eine Situation, die er durch einen Asylantrag in Deutschland gelöst glaubte.

Wie seine Rückführung erfolgte, ist durch die Medien hinreichend berichtet worden. Es gab in Deutschland laufend Behauptungen, ihm würde in Vietnam kein fairer Prozess gemacht werden und ihm droht die Todesstrafe. Das hat sich so nicht bestätigt. Inzwischen wird erwartet, dass er gegen einen in Deutschland verurteilten Fluchthelfer ausgetauscht werden wird. Und diesen verurteilten Fluchthelfer haben wir nun, wie man der News entnehmen kann.

Zur Frage, ob es solche Fälle schon zu DDR-Zeiten gab: Ja, das gab es in besonderen Fällen.


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