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27.10.23, 19:15
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Streuner
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Enormer Bestandsverlust vor Alaska
Zitat:
Rund zehn Milliarden Schneekrabben wohl verhungert
Vor der Küste Alaskas sind gewaltige Mengen an Schneekrabben verendet. Nun legen Forschende eine Erklärung vor. Wieder einmal geht es um außergewöhnlich hohe Wassertemperaturen.
27.10.2023, 16.27 Uhr
Schalen von Schneekrabben im Alaska Fisheries Science Center in Kodiak:
Hunger war für den Kollaps der Population mitentscheidend
Foto: Joshua A. Bickel / picture alliance / ASSOCIATED PRESS
Eine Hitzewelle in der östlichen Beringsee vor Alaska hat zum Verlust von geschätzt zehn Milliarden Schneekrabben in den vergangenen Jahren geführt. Die Tiere seien vermutlich verhungert, weil die gestiegenen Temperaturen zu einem erhöhten Energiebedarf der Krabben geführt haben, schreibt ein Team von US-Forschenden im Fachjournal »Science«.
Die Populationsgröße der teils mehr als ein Kilogramm schweren und tellergroßen Krabben (Chionoecetes opilio) hatte 2018 einen Höhepunkt erreicht, seitdem ist sie stark geschrumpft. Im Jahr 2021 war ihr Bestand so klein wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1975. »Dieser Verlust umfasst 90 Prozent der Schneekrabben der Beringsee. Das ist fast viermal die Menge an Krabben, die zusammengenommen zwischen 1977 und 2022 gefangen wurde«, schreibt Gordon Kruse von der University of Alaska Fairbanks in einem begleitenden Kommentar.
Als Reaktion auf den Einbruch der Zahlen hatten die Behörden die Krabbenfischerei zunächst für die Saison 2022/23 und dann für die Saison 2023/24 untersagt. Laut einer aktuellen Untersuchung haben 2023 die Bestände der ausgewachsenen weiblichen Exemplare und der männlichen Tiere mit idealer Fanggröße einen historischen Tiefpunkt erreicht. An den Krabben hängt eine ganze Industrie, denn die Tiere werden zum Verzehr gefangen.
Wenige Grad Celsius mehr machten den Unterschied
Das Forschungsteam um Cody Szuwalski vom Alaska Fishery Science Center untersuchte nun, was das Massensterben ausgelöst haben könnte. Dabei stellten sie fest, dass bestimmte Faktoren keinen größeren Einfluss auf die Verluste bei den Schneekrabben hatten, dazu gehören die Fischerei, die Verbreitung von Fressfeinden wie der Pazifische Kabeljau, Kannibalismus oder Krankheiten.
»Aber mehrere Beobachtungen bestätigen die These, dass Temperatur und die hohe Populationsdichte die Haupttreiber für den Kollaps waren«, schreibt das Team. Laut den Forschenden hat eine um wenige Grad gestiegene Wassertemperatur den Energiebedarf massiv erhöht. Dadurch mussten die Tiere mehr fressen, das Nahrungsangebot gab das aber nicht her.
»Wir gehen davon aus, dass Hunger eine große Rolle beim Kollaps der Population gespielt hat«, wird Szuwalski von der Onlineplattform »New Scientist« zitiert. So habe sich der Bedarf der Krabben an Kalorien von 2017 bis 2018 vervierfacht.
Nächste existenzielle Krise
Kruse findet in seinem Kommentar die Schlüsse von Szuwalski und seinem Team einleuchtend. Er schreibt: »Schneekrabben sind eine arktische Art, deren Verbreitung sich seit Jahrzehnten nach Norden verschiebt, weil die Beringsee wärmer wird.« Bereits 2018 sei es in der Beringsee ungewöhnlich warm gewesen, 2019 seien Temperaturrekorde gebrochen worden.
Überfischung sei lange Zeit die größte Gefahr für Fischbestände rund um den Globus gewesen, schreibt die Gruppe um Szuwalski. In vielen Teilen der Weltmeere werde dieses Problem aber mittlerweile adressiert. »Der Klimawandel ist die nächste existenzielle Krise für Fischbestände. Die Schneekrabben sind ein Paradebeispiel dafür, wie schnell sich die Prognosen für einen bestimmten Bestand ändern können.« So sei noch 2018 prognostiziert worden, dass Krabben in einem Ausmaß gefangen werden könnten, das es Jahrzehnte lang nicht gegeben hat. »Drei Jahre später war der Bestand kollabiert.«
ahh/dpa
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Zitat:
Krabbenernte abgesagt (von 2022)
Population von Schneekrabben in Alaska deutlich zurückgegangen
Die Population von Schneekrabben in Alaska ist alarmierend gering – der Fang ist einem Bericht zufolge erstmals überhaupt untersagt worden. Grund für den Schwund der Krebstiere ist demnach nicht die Überfischung.
17.10.2022, 18.31 Uhr
Schneekrabben in Norwegen (Symbolbil d): Population in Alaska deutlich zurückgegangen Foto: DPA / Institute of Marine Research Norway
Schneekrabben dürfen in der Saison 2022/2023 in Alaska nicht mehr gefangen werden. Das hat das Ministerium für Fisch und Wild in Alaska (ADF&G) bekannt gegeben. Bei einer Analyse für das laufende Jahr habe man festgestellt, dass der Bestand wohl unter dem von dem Ministerium vorgegebenen Schwellenwert lag. CNN hatte darüber berichtet – demnach wurde die Krabbenernte in Alaska das erste Mal überhaupt abgesagt. Bereits in den letzten Jahren seien etliche der Krustentiere aus dem kalten Wasser der Beringsee verschwunden.
Die Absage an die Krabbenfischerei habe erhebliche Auswirkungen auf Fischer, Industrie und Gemeinden, schreibt das Ministerium. ADF&G müsse die Auswirkungen mit der Notwendigkeit der langfristigen Erhaltung und Nachhaltigkeit der Krabbenbestände in Einklang bringen. Zunächst müsse die Konzentration darauf liegen, die Bestände zu erhalten und wieder aufzufüllen. »Wir bemühen uns, unsere Wissenschaft und unser Verständnis der Populationsdynamik der Krabbe zu verbessern.«
Die Zahlen, die hinter dem starken Rückgang der Population stehen, sind alarmierend: Sie schrumpfte von rund acht Milliarden im Jahr 2018 auf eine Milliarde im Jahr 2021, sagte Benjamin Daly, Forscher am ADF&G, dem Sender CNN. »Die Schneekrabbe ist bei Weitem die am häufigsten vorkommende Krabbenart in der Beringsee, die kommerziell gefangen wird«, sagte Daly. »Der Schock und das Erstaunen über das Fehlen von mehreren Milliarden Tieren in der Population ist also nicht zu unterschätzen.«
Die Behörden würden die Aufhebung der Fangsaison mit der Überfischung begründen, heißt es in dem Bericht. Mark Stichert, Koordinator für das Fischereimanagement in der Fischereibehörde des Bundesstaates, sagte demnach, dass mehr Krabben aus den Meeren gefischt würden, als auf natürliche Weise nachwachsen könnten. »Es gab also mehr Entnahmen aus der Population als Zugänge«, sagte Stichert bei der Sitzung in der vergangenen Woche, wie CNN zitiert.
Stichert sagte dem Bericht zufolge auch, dass es noch Grund für einen gewissen Optimismus gebe – denn es seien junge Krabben gesehen worden. Bis sie aufgewachsen sind, könnte es jedoch noch mindestens drei bis vier Jahre dauern.
Indes sage die Überfischung wenig über die Ursache für den Populationsrückgang aus, heißt es weiter. »Es war nicht die Überfischung, die den Zusammenbruch verursacht hat, so viel ist klar«, sagte Michael Litzow, Leiter der NOAA Fisheries, CNN. Für Litzow ist der menschengemachte Klimawandel für das Verschwinden der Krabben ein entscheidender Faktor.
Schneekrabben seien Kaltwasserarten und kämen überwiegend in Gebieten vor, in denen die Wassertemperaturen unter zwei Grad Celsius liegen, sagte Litzow laut CNN. Weil sich die Ozeane erwärmen und das Meereis schwindet, werde der Lebensraum immer unattraktiver.
ani
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Nachhaltigkeit
Forscher entwickeln erneuerbare Akkus aus Krebsschalen
Fachleute wollen eine nachhaltige Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien schaffen – mithilfe eines Stoffs, der in der Schale von Krebstieren vorkommt. Die massenhafte Produktion muss aber noch erprobt werden.
06.09.2022, 12.42 Uhr
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen mit einer neuen Technologie nachhaltige Akkus ermöglichen – indem sie eine Chemikalie als Grundstoff nutzen, die in der Schale von Krebsen vorkommt. Die Ergebnisse haben die Forschenden in der Fachzeitschrift »Matter« veröffentlicht, der »Guardian« hat berichtet.
»Um die Kohlenstoffemissionen zu verringern und Kohlenstoffneutralität zu erreichen, ist es wichtig, nachhaltige wiederaufladbare Batterien für die Speicherung erneuerbarer Energie zu entwickeln«, schreiben die Autoren. Die in herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien verwendeten Chemikalien benötigen dem Bericht zufolge Hunderte oder gar Tausende Jahre, um sich abzubauen; zudem seien sie oft ätzend oder leicht entzündlich.
Chitin, das unter anderem auch die Schale von Krabben, Garnelen und Hummern hart und widerstandsfähig macht und etwa als Abfallprodukt von Meeresfrüchten leicht verfügbar ist, sei ein nicht entflammbarer, biologisch abbaubarer Stoff. Durch chemische Verarbeitung und die Zugabe von Essigsäurelösung könne Chitin zu Chitosan, einer festen Gelmembran, synthetisiert und als Elektrolyt für eine Zinkbatterie verwendet werden, heißt es in dem Beitrag.
Noch nicht im großen Maßstab getestet
Der Prototyp hatte nach 400 Stunden und 1000 Ladezyklen noch 99,7 Prozent der ursprünglichen Leistungsfähigkeit, berichtet das Fachteam. Auch die Zeit nach der Verwendung scheint interessant: Zwei Drittel der Chitosan-Batterie könnten in fünf Monaten im Boden abgebaut werden, wobei recycelbares Zink zurückbleibe, berichtet das Fachteam.
Antonio J. Fernández Romero, Professor für Materialwissenschaften zur Energieerzeugung an der Universität Cartagena in Spanien, der nicht an der Studie beteiligt war, bezeichnete diese Eigenschaften dem »Guardian« zufolge als »hervorragend«. Allerdings gibt es einen Haken: Das System muss erst noch in größerem Maßstab und unter kommerziellen Bedingungen getestet werden. Ob es sich auch hier bewährt, ist unklar.
ani
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