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09.04.15, 11:59
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#1
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Legende
Registriert seit: Aug 2011
Ort: in der Wildnis
Beiträge: 15.518
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Machtbeweis: IS legt Frankreichs Nationalsender lahm
Zitat:
TV5 Monde komplett gekapert
Radikalislamische Hacker haben in der Nacht auf Donnerstag einen verheerenden Hackerangriff auf den französischen Nationalsender TV5 Monde ausgeführt. In dem demonstrativen Machtbeweis nach der Inkraftsetzung der neuen französischen Anti-Terror-Gesetze wurde der Sender sowohl on Air als auch im Internet komplett gekapert. Statt der Inhalte des Senders fanden sich auf dessen Websites Botschaften über den Terror von Paris im Jänner als „Geschenke“ an die französische Bevölkerung. Die Sendergruppe kämpfte noch Donnerstagfrüh nach Kräften damit, ihre eigenen Kanäle zurückzuerobern.
„Keine Kontrolle mehr“
Eine Hackerattacke von mutmaßlichen Mitgliedern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Sendebetrieb der nationalen französischen Sendergruppe TV5 Monde stundenlang zum Erliegen gebracht und deren Websites gekapert. „Wir sind nicht mehr imstande, irgendeinen unserer Kanäle auszustrahlen“, sagte Senderchef Yves Bigot in der Nacht auf Donnerstag.
Auch die Internetpräsenz der Sendergruppe wurde vollständig von den Hackern gekapert. Auf der Facebook-Seite von TV5 Monde wurden etwa angebliche Ausweise und Lebensläufe von Familienmitgliedern von französischen Militärangehörigen veröffentlicht, die an Einsätzen gegen den IS beteiligt seien. Bis Donnerstagfrüh gelang es dem Sender nur nach und nach, die Hoheit über die eigenen Websites und Kanäle zurückzuerobern.
Cyberangriff am späten Abend
Der Hackerangriff habe am Mittwochabend gegen 22.00 Uhr begonnen, sagte Bigot. Seitdem hätten die Kanäle von TV5 Monde nicht mehr ausgestrahlt werden können. Auch im Internet habe man „keine Kontrolle mehr“ über die eigenen Domains. Gegen 1.00 Uhr konnte TV5 Monde den Sendebetrieb zum Teil wieder aufnehmen. Über ihre Facebook-Seite erlangte die Sendergruppe schon gegen Mitternacht die Kontrolle zurück, die Senderwebsite funktionierte jedoch vorerst weiter nicht und wurde mit einem Wartungshinweis versehen.
„Soldaten Frankreichs, haltet Euch vom Islamischen Staat fern!“, hatten die Hacker zuvor auf Facebook gewarnt. „Ihr habt die Chance, das Leben Eurer Familie zu retten, nutzt sie.“ Weiter hieß es: „Im Namen Allahs, des Allergütigsten, des sehr Barmherzigen, führt das Cyberkalifat weiter seinen Cyberdschihad gegen die Feinde des Islamischen Staates.“ Das „Cyberkalifat“ suche derzeit nach den „Familien der Militärs, die sich an die Amerikaner verkauft haben“.
Attentate als „Geschenke“ gepriesen
Die Hacker warfen dem französischen Staatschef Francois Hollande vor, mit der Beteiligung an dem Militäreinsatz der US-geführten Koalition gegen den IS im Irak und in Syrien einen „unverzeihlichen Fehler“ gemacht zu haben. „Darum haben die Franzosen die Geschenke bei ‚Charlie Hebdo‘ und Hyper Cacher erhalten“, hieß es. Mit dieser Botschaft nahmen die Attentäter direkt Bezug auf die Terroranschläge von Paris im Jänner.
Im Jänner hatten islamistische Attentäter bei einer Anschlagserie in Paris 17 Menschen getötet. Die Brüder Cherif und Said Kouachi erschossen im Zuge ihres Angriffs auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ zwölf Menschen, der Islamist Amedy Coulibaly wird für die tödlichen Schüsse auf eine Polizistin in Montrouge südlich der Hauptstadt und die blutige Geiselnahme in dem jüdischen Supermarkt Hyper Cacher mit vier Toten verantwortlich gemacht. Coulibaly bezeichnete sich selbst als Mitglied des IS.
Zeitpunkt der Attacke bewusst gewählt
Der Hackerangriff kam nur wenige Tage nach Inkrafttreten der verschärften Sicherheitsgesetze nach den Anschlägen in Frankreich: Mitte März war erstmals nach der Verabschiedung des neuen Anti-Terror-Gesetzes der Zugang zu Websites wegen terrorverherrlichender Inhalte blockiert worden. Gesperrt wurde der Zugang zu fünf Websites, darunter der Internetauftritt des Al-Hayat Media Center, das Propaganda für den IS gemacht hatte.
Die in Paris ansässige TV5 Monde ist eine französischsprachige Sendergruppe, die weltweit in mehr als 200 Ländern sendet. Am Tag des Hackerangriffs hatte sie einen neuen Themenkanal gestartet, in dem es um die französische Lebensart geht und der unter anderem im Nahen Osten und in Nordafrika ausgestrahlt wird. An der Zeremonie zum Sendestart hatte auch der französische Außenminister Laurent Fabius teilgenommen.
Auch am Donnerstag weiter keine Livesendungen
Premierminister Manuel Valls verurteilte die Attacke als „inakzeptable Verletzung der Informations- und Meinungsfreiheit“. Er sprach der Redaktion des Senders seine „volle Unterstützung“ aus. TV5 Monde konnte unterdessen Donnerstagfrüh zunächst nur aufgezeichnete Sendungen ausstrahlen, wie Begot sagte. „Wir sind noch nicht in der Lage, die Ausstrahlung und Produktion unserer Nachrichten wieder aufzunehmen“, räumte Bigor gegenüber dem Sender RTL ein.
Donnerstagfrüh besuchten Fabius, Innenminister Bernard Cazeneuve und Kulturministerin Fleur Pellerin den Sitz von TV5Monde in Paris, um dem Sender ihre Unterstützung auszudrücken. Cazeneuve sagte, es seien Ermittlungen zu dem Hackerangriff eingeleitet worden. Er betonte die Entschlossenheit der Regierung im Umgang mit „Terroristen“.
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10.04.15, 14:47
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#2
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Legende
Registriert seit: Aug 2011
Ort: in der Wildnis
Beiträge: 15.518
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Zitat:
Update: IS wollte Sender komplett übernehmen
Plan für globalen „Islamistensender“
Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) wollte bei ihrem Cyberangriff auf TV5 Monde offenbar mehr als den französischen Sender lahmlegen: Laut Senderchef Yves Bigot planten die Terroristen vermutlich die komplette Übernahme des Senders und hätten damit auf einen Schlag ihre Propaganda auf TV-Geräte in über 200 Ländern gebracht. Fest steht: Der Angriff war weit verheerender, als es auch internationale Medienexperten für möglich gehalten hätten. Bis Freitag war an normalen Sendebetrieb nicht zu denken. Man müsse sich endlich von der Vorstellung lösen, dass Radikalislamisten nur Dschihadisten mit Schusswaffe in der Hand seien, warnten Sicherheitsexperten.
„Beispiellos in der Geschichte des TV“
Die Fähigkeiten zur Cyberkriegsführung im Dunstkreis der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sind bisher offenbar unterschätzt worden. Auch am Freitag, zwei Tage nach einer umfassenden Cyberattacke, konnte der französische Sender TV5 Monde nur zum Teil und mit Mühe die Oberhoheit über die eigenen Websites und Sender behalten. Offenbar wollten die Dschihadisten die gesamte Sendergruppe kapern.
Senderchef Yves Bigot sagte in einer ersten Zwischenbilanz über das Ausmaß der Attacke vom Mittwochabend, eigentlich hätten die „Cyberpiraten“ vermutlich den Plan gehabt, „die Antennen in Geiselhaft zu nehmen“, um über die Senderstruktur von TV5 Monde ihre Propaganda auszustrahlen. Damit wäre der IS bei TV-Zusehern in über 200 Ländern präsent gewesen und hätte etwa ungehindert Videos seiner grausamen Morde ausstrahlen können.
Senderchef fassungslos
Der Angriff auf seinen Sender sei ebenso „machtvoll wie zielgerichtet“ gewesen und „beispiellos in der Geschichte des Fernsehens“, sagte Bigot. Die Website des Senders musste - nach den Webauftritten von TV5 Monde in Sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook - offenbar mehrmals hintereinander zurückerobert werden, schien ab Freitagvormittag aber wieder ziemlich stabil. Es schien jedoch, als könne der Sender weiterhin keine Liveinhalte wie Nachrichtensendungen anbieten.
Die französische Regierung forderte zudem alle Medien des Landes auf, „wachsam“ zu sein. Man habe es mit „entschlossenen Terroristen“ zu tun, sagte Innenininister Bernard Cazeneuve. Kulturministerin Fleur Pellerin wollte „nicht ausschließen, dass ähnliche Attacken wieder passieren könnten, wenn sie nicht ohnehin schon geplant sind“. Die EU-Kommission sah sich durch die Attacke in ihrer Forderung nach Zusammenarbeit beim Thema Cybersicherheit bestätigt.
„Ein Stück weiter“ als alles bisher Dagewesene
Der Angriff ist nach Meinung von Sicherheitsexperten die Tat bestens geschulter und vernetzt agierender Profis. „Manche Leute tendieren dazu, dass die Dschihadisten nur (bewaffnete) Terroristen sind, aber das ist überhaupt nicht der Fall: Sie haben beachtliche technische Ressourcen“, warnte etwa der frühere französische Inlandsgeheimdienstchef Daniel Martin, der nun dem Institut für Cyberkriminalität vorsteht.
Dabei geht es nicht nur um die Fähigkeit, einen global agierenden Sender lahmlegen zu können. Das französische Verteidigungsministerium wollte etwa am Freitag weiterhin nicht dementieren, dass jene persönlichen Daten von Militärangehörigen und deren Familien authentisch sind, die nach dem Hack auf der Facebook-Seite von TV5 Monde zu sehen waren. Das würde bedeuten, dass sich die Islamisten auch Zugang zu Militärdaten verschafft oder im Militärapparat Verbündete haben. Auch der internationale Terrorismusexperte Gilbert Ramsey warnte, der Angriff auf TV5 Monde gehe ein „Stück weiter“ als alles, was man Terroristen bisher an technischen Fähigkeiten zugetraut habe.
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Warum ist man "fassungslos"?
Was liegt näher als öffentliche Medien für maximale Reichweite zu nutzen?
Solange IS keine Postwurfsendungen verschickt ist es mir persönlich egal - mein Fernseher wurde schon vor Jahren des Hauses verwiesen.
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10.04.15, 17:16
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#3
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erudite
Registriert seit: Sep 2008
Beiträge: 3.561
Bedankt: 21.690
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Die Franzosen können froh sein, dass es nur den TV Sender betraf. Nicht auszudenken, wenn die Hacker z.B. ein Atomkraftwerk mit Hackangriffen lahmgelegt oder manipuliert hätten oder andere sensible Bereiche. Das Entsetzen dürfte übrigens auch sein (meiner Meinung nach), dass der IS halt nicht nur in den Bereichen agiert, wo sie jetzt wüten und dass das Ende von ihnen nicht absehbar ist. Jetzt haben sie also Hacker (wenn die wirklich vom IS sind), die anderen Ländern schaden zufügen können.
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zurückdatiert... and I love it
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10.04.15, 17:26
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#4
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Nur der Hamburger SV
Registriert seit: Oct 2009
Beiträge: 473
Bedankt: 293
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Das Zugangspasswort stand auf einem Zettel an der Wand, und das war in einer Ausstrahlung ablesbar. Aber es kann ja nie schaden, nach den bächtig mösen Terroristen zu schreien
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10.04.15, 19:00
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#5
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Legende
Registriert seit: Aug 2011
Ort: in der Wildnis
Beiträge: 15.518
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Zitat:
Zitat von cortez442
Das Zugangspasswort stand auf einem Zettel an der Wand
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Und das ist garnicht selten der Fall.
Ich möchte für jedes nachlässig herumfliegende Passwort einen Euro. Ich hätte ausgesorgt.
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Folgendes Mitglied bedankte sich bei TinyTimm:
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11.04.15, 19:34
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#6
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Nur der Hamburger SV
Registriert seit: Oct 2009
Beiträge: 473
Bedankt: 293
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Zitat:
Zitat von TinyTimm
Und das ist garnicht selten der Fall.
Ich möchte für jedes nachlässig herumfliegende Passwort einen Euro. Ich hätte ausgesorgt.
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Du wirst lachen. Statistisch gesehen ist ein starkes Passwort mit nen Zettel Das Beste. Das Problem ist nur, wenn man physisch Zugriff hat oder wie hier Das pw live sehen kann
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12.04.15, 08:50
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#7
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Cybernetic Spam Organism
Registriert seit: Jun 2013
Beiträge: 238
Bedankt: 165
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Und dann sprechen die immernoch von einer "Miliz"
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13.04.15, 14:21
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#8
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Erfahrener Newbie
Registriert seit: Jul 2012
Beiträge: 163
Bedankt: 335
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Soviel Intelligenz hätte ich denen nicht zugetraut.
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