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"Napalm-Mädchen" Kim Phuc Phan Thi wird in Dresden geehrt
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Das Foto spielt in der Geschichte der Kriegsberichterstattung auch aus einem weiteren Grund eine besondere Rolle:
Es widersprach den Regeln der Agentur, für die der Fotograf damals arbeitete. Trotzdem hat der ehemalige Fotochef von Associated Press (AP), Hal Buell, der damals für die Freigabe zuständig war, das Foto weitergegeben. Nur einen Tag später wurde es in der New York Times veröffentlicht. Ich entsinne mich, vor langer Zeit gelesen zu haben, dass man auch dort in der Redaktion um diesen Schritt gerungen hat. Auf alle Fälle führte dies zur weltweiten Verbreitung und man geht davon aus, dass dieses Bild ein Beitrag dazu war, auch in der westlichen Welt einen anderen Blick auf den Vietnamkrieg zu bekommen. Zitat:
Jedenfalls kann ich diese Frau nur bewundern, wie sie mit ihrem Handicap umgeht und wie sie sich für die Zukunft gegen solche Kriegsverbrechen einsetzt. Bis zum heutigen Tage gibt es ähnlich Bomben, "deren Gemisch mit Kerosin und nicht als Napalm zu klassifizieren sei ...". . |
Kann mich noch gut dran erinnern. Mein Opa sagte nur "Diese dreckigen Amis". Das hat sich eingeprägt.
Interessant auch die Kommentare unter dem Artikel. Zitat:
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Und dann kommen die Kommunisten und missbrauchen diesen "Unfall" als Propaganda. Da kommt doch zusammen was zusammen gehört, oder? In unserer Zeit ist diese Form der Niedertracht leider trauriger Alttag geworden. |
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Denke, du hast nana mißverstanden freeway. ("Die Suggestion ist....").
Ein gerechter Krieg war zb. der gegen Hitlerdeutschland. Oder eben der des Vietcong gegen Mordamerika. Oder die Befreiungskriege gegen Napoleon. |
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Absicht oder Versehen? … ist jedenfalls genial! :D |
Ursprünglich hatte ich mich mit diesem Foto beschäftigt, weil mich der Umgang mit solchem Bildmaterial interessiert hat. Es steht außer Frage, dass solche Bilder eine entsprechende Wirkung entfalten und deshalb wird auch in der heutigen Zeit gut abgewogen, was veröffentlicht wird.
Es gibt übrigens ein weiteres Bild, schon vom Feb. 1968, dem man nachsagt, es hätte den Blick der Öffentlichkeit auf diesen Krieg beeinflusst. Es zeigt, wie ein junger Vietnamese per Kopfschuss getötet wird und es erschien ebenfalls auf den Titelseiten der großen Zeitungen. Aber schon kurz darauf wurde die Grausamkeit dieses Bildes relativiert, man behauptete, das Opfer sei Mitglied einer Todesschwadron gewesen. Auch das kann eine Spielart von Propaganda sein, ob diese Behauptungen stimmten, weiß man bis heute nicht. Ganz anders verhält es sich beim Foto vom Napalm-Mädchen. Das Kind ist ein unschuldiges Opfer, an der emotionalen Wirkung dieses Fotos gibt es nichts zu relativieren und genau das verschafft ihm diesen besonderen Stellenwert. Es wurde übrigens auch nie relativiert. Deshalb verstehe ich auch nicht, welche Relativierungen Nana da beobachtet? Wie war denn die Grausamkeit, wenn sie nicht so war, wie dagestellt? Es geht hier doch nicht darum, warum die Frau berühmt wurde oder ob es ein Unfall war oder nicht, weil es nichts ändert oder besser macht. Neben den bekannten Gräultaten an der Zivilbevölkerung gab es hunderte, die bis heute weitgehend unbekannt geblieben sind. Ebenso sind die Opfer unbekannt geblieben. Allein schon der Einsatz von Napalm gegen die Zivilbevölkerung ist in meinen Augen ein Kriegsverbrechen. Und wo das Zeug herkam, darüber müssen wir hier hoffentlich nicht diskutieren. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. Jetzt registrieren...] Übrigens haben wir am 16. März den 41. Jahrestag des Massakers von My Lai, das ursprünglich auch vertuscht werden sollte. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. Jetzt registrieren...] [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. Jetzt registrieren...] . |
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[Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. Jetzt registrieren...] Dort findet man sogar noch mehr Relativierungen, aber sicher nicht "die ganze Story", denn wesentliche Elemente hat der Autor wissentlich weggelassen. Zu der Relativierung die ich meinte, war auf die Wirkung bezogen. Diese Grausamkeit, die einem sich bei dem Anblick dieses Fotos darbietet, stand nicht stellvertretend für den Vietnamkrieg, sondern für einen schrecklichen Unfall. Grausam ja, aber eben die Ausnahme. Den Krieg soll man also nicht daran beurteilen. Diese Art der Relativierung findet man später häufiger. Zum Beispiel bei der Folterungen in Abu Ghraib - Einzelfälle und Ausnahmen eben. Es gibt keine systematische oder gar institutionelle Verantwortung, auch wenn dies im Falle der Vietnamkrieges eine absolute historische Tatsache ist. |
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Der Westen im Dschihad MORDOR Zwischen zwei Weltgewässern liegst du da, Heimstatt des Terrors, Mordamerika. |
Moin,
ich bin da zwiegespalten. Das Bild steht wie nur wenige andere für die Grausamkeit jedes Krieges. Selbst wenn der Bombenabwurf rein technisch gesehen ein Versehen war. Was ändert das? Die Kanister wurden nicht abgeworfen, um zu erschrecken und haben nur versehentlich die falschen getroffen. Die Dinger werden nur hergestellt und verwendet um Menschen zu verbrennen. Das es in diesem Fall Kinder und nicht wie vorgesehen Soldaten waren ändert für mich an der entsetzlichen Grausamkeit der ganzen Sache nichts. Aber gehören nicht trotzdem alle bekannten Fakten zur Wahrheit? Das das Bild so wie es auch in diesem Thread abgebildet ist nicht das vollständige Bild darstellt? Das die Flugzeuge die das Napalm abwarfen zur südvietnamesischen Luftwaffe gehörten? Das es zu dieser Zeit in dem Gebiet keine amerikanischen Militärberater mehr gab? Wie gesagt. Das Bild ist eine schreiende Anklage gegen den Krieg. Und für mich wäre sie ohne die "Korrekturen" noch stärker weil noch wahrhaftiger gewesen. Warum hat man die ungerührt arbeitenden Fotografen weggeschnitten? Zeigen die nicht am deutlichsten was der Krieg aus Menschen machen kann? Männer, einige vielleicht selber Väter, die sich darauf konzentrieren ihre Ausrüstung zu bedienen während ein schreiendes Kind dem die Haut in Fetzen vom Körper hängt an ihnen vorbeiläuft. Männer, die fotografierend hinter dem Kind herlaufen um auch so ein "tolles" Bild zu kriegen wie ihr Kollege. Die erst dann zögerlich zu helfen beginnen als klar war das keine "tollen" Fotos mehr zu erwarten waren? Führen nicht diese "Korrekturen" auch zu Verfälschungen in der Sicht auf die Dinge? Die Amerikaner haben in Vietnam Krieg geführt. Das steht ausser Frage. Aber es war kein Krieg Amerikaner gegen Vietnamesen. Es war ein Krieg Amerikaner und Vietnamesen gegen Vietnamesen. Wenn nun immer nur von den Amerikanern gesprochen wird gerät allzu leicht in Vergessenheit das auch Vietnamesen Krieg gegen ihre eigenen Landsleute geführt haben. Und an dem Ausmass wie dieser Satz absichtlich missverstanden werden wird kann man sehen, wie wichtig unbedingte Wahrheitstreue bei der Bericherstattung ist. Der Hang nur das zu glauben was gefällt ist einfach zu groß. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. Jetzt registrieren...]finden sich einige (eher viele) Anmerkungen zu dem Bild. Zu dem von parlheinz erwähnten Bild auf dem der Saigoner Polizeichef einen jungen man erschiesst. Der Fotograf hat später gesagt "Wie Adams später erklärte, bereute er es, das Foto veröffentlicht zu haben, mit dem Hinweis, dass er damit Nguyễn Ngọc Loan große Schwierigkeiten bereitet hätte. Das Foto sei seiner Meinung nach falsch interpretiert worden. In einem Interview sagte er: „Jeder hätte zu diesem Zeitpunkt den Abzug betätigt.“ Nun erhält Kim Phuc Phan Thi den Dresdner Friedenspreis für ihr Engagement für Kinder in Krisengebieten. Und, um die Diskussion wieder auf das zu lenken um das es hier vordergründig gehen sollte, den hat sie wirklich verdient. Es bleibt mir nur ihr zu gratulieren und ihr zu danken. Selten hat jemand seine Leiden und seine Popularität sinnvoller eingesetzt. |
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Natürlich hätten die Kameramänner, Ut inbegriffen, erstmal den Menschen helfen sollen. Er hätte sie gleich in das Krankenhaus fahren können, dass mit diesem Fall überfordert gewesen wäre. Er hätte ihr beim krepieren zusehen können, was nämlich der Fall gewesen wäre. Er hätte dabei sein können, wie sie eben nicht in die entsprechend ausgestattete Klinik gebracht worden wäre, dank ihrer schlagartigen Berühmtheit. Sie hätte einfach eine Zahl in der Statistik sein können, wenn alles anders gekommen wäre. Das ist die kleine Geschichte die nicht erwähnt wird. Nur dann gebe es keine Friedenstifterin, der Dresdener Friedenspreis wäre an jemand anderen gegangen und wir würden hier nicht über dieses Foto reden. Sollten Reporter lieber schnell eingreifen, oder ein Foto schießen, dass wenigstens einen Teil der Wahrheit wiedergibt um Tausende zu retten? Propaganda hat es genug, dort braucht es diese Frage nicht. Ich meine den Teil vom Krieg zeugt den die meisten Männer früher nach hause mitbrachten. Der kommt der Realität auf dem Foto schon viel näher, als die glattgebügelten Einspieler im Fernsehen. Worauf ich hinaus will ist, dass es Elemente gibt, die Krieg als Mittel der Politik ansehen. Da sind solche Fotos nicht gut. Natürlich kann man die Tatsachen nicht kleinreden, aber relativieren. So wird Nich Ut in dem Fall in die Nähe eines sensationsgeilen Reporters gerückt aka "Anders als Nick Út später immer behaupten wird, bilden gerade diese Aufnahmen weniger ,den Krieg an sich’ ab, sondern das Verhalten der Medienvertreter in Kriegen gegenüber seinen Opfern." - als hätten diese Napalm auf das Mädchen geschüttet. Und wenn ein Reporter mit diesem Vorsatz arbeitet, wird irgendwann Erfolg haben. Den Schnappschuss machen, der ihn berühmt macht. Einen Ausschnitt aus der Realität, die so nicht ist, aber in im *******n schonmal dahin ausschlägt. So sieht auf den Bildern des AP Fotografen Hoang van Danh das Mädchen nicht mehr so entsetzlich aus. Es schreit nicht in die Kamera, hat sich beruhigt. Hoang van Danh wurde nicht berühmt, so ein Mist aber auch. Was ist nun die Realität? Alles halb so schlimm? Nochmal: In Vietnam starben Millionen von Menschen. Viele Kinder kamen um, auch im Feuer von Napalm. Das Bild von Kim Phuc Phan Thi zeigt uns einen winzigen Ausschnitt des Leids, was damals auch (aber nicht nur) die Realität war. Nur hat das niemand für die Weltöffentlichkeit festgehalten. Und wenn jetzt jemand sagt, dass er aus einem fernen Land, dies nicht mehr zulassen will (zB wie damals durch Stimmabgabe bei einer Präsidentschaftswahl), ist das vollkommen in Ordnung. Und dazu leistete dieses Foto trotz alledem zurecht einen Beitrag. |
Es ist völlig klar, dass ein Bild nicht einen ganzen Krieg beschreiben kann und das soll es auch nicht. Der Fotograf ist auch ganz sicher nicht der "Superfotograf", der es nun endlich geschafft hatte ein solches Bild auf den Tisch seiner Redaktion zu bringen. Es war eine Menge Fotografen für mehrere Agenturen unterwegs, es gab ganz bestimmt sehr viele Bilder und ebenso viele Bilder, die gut waren, aber zurückgehalten wurden. Zurückgehalten deshalb, weil man der Welt nicht zeigen wollte, was in Vietnam geschieht und weil man Angst vor der emotionalen Wirkung hatte.
Ich sehe übrigens keine Manipulation des Bildes, nur weil man einen Ausschnitt gewählt hat, der das in den Mittelpunkt stellt, worauf es ankommt, das ist heute gang und gäbe. Dann könnte man schon die Auswahl des Objektivs als Manipulation bezeichnen, denn Brennweite und Blende haben einen Einfluss auf die Wirkung eines Bildes (und andere Dinge). Dazu kommt, dass alle in diesem Zusammenhang relevanten Fotos veröffentlicht wurden, auch die Originalaufnahme. An eine Absicht, dass hier jemand berühmt werden wollte, kann ich auch nicht glauben. Die Besonderheit des Bildes sehe ich eben in der Tatsache, dass es überhaupt veröffentlicht wurde, ich hatte es auch schon geschrieben. Das war der Mut der Leute, die wussten was dort täglich geschieht. Was mich beeindruckt ist die Tatsache, wie gut man die Wirkung solcher Bilder schon damals einschätzte und wie aktuell das Thema heute ist. Und es wird durch die sozialen Medien immer aktueller und kritischer. Wenn heute entschieden wird, welche Bilder man veröffentlichen kann, dann geht es um den Pesönlichkeits-, Jugend- und Opferschutz. Jedenfalls gibt es eine Menge von Argumenten, durch die der Öffentlichkeit solche schlimmen Bilder vorenthalten werden. Das mag manchmal richtig sein, manchmal ist es das aber garantiert nicht. . |
Ihr schweift mal wieder vom Thema ab.
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