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[Other] „Meine erste Geburt war schrecklich - so hat mir Hypno-Birthing die Angst genommen“

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Ungelesen 13.07.18, 06:38   #1
mysteryy
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Standard „Meine erste Geburt war schrecklich - so hat mir Hypno-Birthing die Angst genommen“

Zitat:
Die Geburt ihres ersten Sohnes war für Katja ein negatives Erlebnis - der Gedanke an eine weitere bereitete ihr große Sorgen. Bei FOCUS Online erzählt die zweifache Mutter, warum die Hypnose-Therapie sie mit der Schockerfahrung versöhnen konnte.

Meinen ersten Sohn habe ich in einem großen Krankenhaus bekommen. Ich dachte, ich bräuchte die Sicherheit einer Neugeborenen-Intensivstation, falls irgendetwas schiefgeht. Als wir in den Kreißsaal kamen, war der Muttermund bereits bei 7 Zentimetern und es ging mir recht gut.

Die Wehen waren zwar schmerzvoll, aber ich konnte recht gut damit umgehen. Ich wurde von einer Hebammenschülerin betreut, die ihr Examen bei dieser Geburt machte. Das war für mich in Ordnung - sie war wirklich nett und fast die ganze Zeit bei uns im Kreißsaal.

Die Hebamme warf sich auf meinen Bauch und half mit den Armen nach

Da ich allerdings auf dem Kreisbett lag, wurden die Wehen für mich immer schlimmer. Ich bat um Schmerzmittel und habe wirklich alles gegen die Schmerzen genommen, was mit angeboten wurde. Rückblickend war ich dadurch richtig benommen und habe die Geburt nicht mehr richtig erlebt.
Als die Oberärztin kam und mich untersuchte, meinte sie, die Fruchtblase wäre so prall, dass man sie aufstechen könne. Ich habe gar nicht darüber nachgedacht, schließlich steckte ich mitten in der Geburt, und willigte einfach ein.

Die Geburt zog sich aber trotzdem weiter und ich war körperlich am Ende. Dann kamen die Presswehen, mein Sohn rutschte aber in den Pausen immer wieder zurück. Mir wurde gesagt, ich solle meine ganze Kraft ins Pressen legen, nicht schreien oder andere Geräusche machen. Ich habe es versucht, aber mein Kind wollte nicht so richtig raus. Schließlich warf sich die Hebamme, die die Hebammenschülerin begleitete, auf meinen Bauch und half mit ihren Armen nach. So wurde mein Sohn geboren. Leider bescherte mir diese Aktion einen Dammriss Grad III.

Diese Geburt so fremdbestimmt, was mir einfach nicht gut getan hat

Mit dieser Geburtserfahrung hatte ich lange zu kämpfen. Ich weiß, es ist nichts super Dramatisches passiert, und ich habe auch oft gehört: "Ja, aber dafür hast du jetzt ein gesundes Kind." Deswegen habe ich irgendwann einfach nicht mehr von meinem Erlebnis erzählt. Natürlich weiß ich, dass ich Glück habe, ein gesundes Kind zu haben - und trotzdem war diese Geburt so fremdbestimmt, was mir einfach nicht gut getan hat.

Trotz dieser Erfahrung wollten wir gerne ein zweites Kind - allerdings brauchte ich etwas Zeit. Und wenn ich daran dachte, dass ich wieder eine Geburt vor mir haben würde, war mir gar nicht wohl dabei.

Zweieinhalb Jahre später war ich wieder schwanger und sehr glücklich darüber. Aber mich beschäftigte das Thema Geburt weiterhin. Erst einmal habe ich nicht drüber gesprochen. Ich dachte: "Gut, da muss ich halt nochmal durch."

Als ich eines Abends mit meinem Mann darüber sprach, sagte er, dass auch er keine guten Gefühle hat, wenn er an die anstehende Geburt denkt. Aber was sollte die Alternative sein? Einen geplanten Kaiserschnitt wollte ich auch nicht.

Die Frauen schrieben von tollen Geburten so gut wie ohne Schmerzen

In einer schlaflosen Nacht durchsuchte ich das Internet nach positiven Geburtserlebnissen und landete irgendwann bei Hypno-Birthing. Die Frauen schrieben von tollen Geburten, die schmerzfrei oder so gut wie ohne Schmerzen gewesen waren. Viele der Frauen hatten bei vorherigen Schwangerschaften auch schlechte Erfahrungen gemacht.

Ich suchte im Internet, ob es das auch bei uns in der Nähe gibt. Und ja, ich hatte Glück. Mein Mann war erst etwas skeptisch, als ich ihm davon erzählte. So ein Kurs kostet nun einmal viel Geld, und die Krankenkassen zahlen meist nichts dazu. Aber mein Mann sagte dann, dass wir das machen, wenn es mir Sicherheit geben würde.

Ich rief bei einer Doula* an (*einer Frau, die werdenden Müttern emotional und psychologisch als Begleiterin zur Seite steht, Anmerkung der Redaktion), die dann sogar zu uns nach Hause kam. Sie erklärte uns, warum es überhaupt zu einem Schmerzempfinden kommt, und dass der Kopf dabei eine wichtige Rolle spielt.

Ich fühlte mich durch diesen Kurs einfach sicherer

Wir haben viele Entspannungsübungen gemacht und auch Audiodateien bekommen, mit denen wir selbst üben sollten. Ich habe sie mir wirklich fast täglich angehört. Gerade, wenn ich schwer in den Schlaf fand oder der Tag einfach nicht so gut war, taten mir die Übungen wirklich gut. Ich fühlte mich durch diesen Kurs einfach sicherer, und auch mein Mann wurde gestärkt. Die Doula hatte ihm gezeigt, wie er mich bei der Geburt unterstützen kann. So wurde auch er gelassener, und wir standen dem Ganzen positiv gegenüber.

Drei Tage nach dem geplanten Entbindungstermin wurde ich nachts um 1 Uhr wach und wusste: Es ist so weit. Ich stand leise auf und ging ins Wohnzimmer. Dort schaute ich etwas Fernsehen und machte meine Atemübungen. So kam ich eine ganze Zeit super zurecht. Die Wellen - beim Hypno-Birthing sagt man nicht Wehen, da das schon so negativ klingt - fühlten sich nicht wie ein Schmerz an, sondern eher wie Druck. Nach einiger Zeit, es war inzwischen 4:30 Uhr, weckte ich meinen Mann. Die Zeit bis dahin war unglaublich schnell vergangen.

Die Hebamme fand es toll, dass wir uns mit Hypno-Birthing vorbereitet hatten

Ich war einfach ganz bei mir, und die Wellen waren gut auszuhalten. Als mein Mann wach war, riefen wir seine Eltern an, die auf unseren Großen aufpassen sollten. Als sie ankamen, fuhren wir ins Krankenhaus. Wir hatten uns für diese Geburt übrigens ein kleines Krankenhaus ausgesucht, das einen sehr guten Ruf unter Hebammen hat. Um 5.30 Uhr waren wir da. Die Hebamme stellte fest, dass der Muttermund schon bei 8 Zentimetern war.

Wir erzählten kurz, dass wir uns mit Hypno-Birthing vorbereitet hatten und wie wir uns diese Geburt vorstellten. Die Hebamme fand das toll. Sie ließ mir Wasser in die Geburtswanne ein - und hielt sich ansonsten zurück. Ich veratmete die Wellen weiter, aber es fiel mir schwerer. Ich dachte, die Geburt würde sicher noch Stunden dauern und hatte Angst, dass ich es doch nicht bis zum Ende so gut hinbekommen würde wie zu Hause. Als ich im Wasser war, wurden die Wellen stärker und ja - sie taten auch weh.

Ich fragte die Hebamme nach einer PDA, aber die meinte, es sei dafür zu spät. Sie fragte, ob ich schon Druck nach unten verspüren würde. Ich verstand erst nicht, dass sie damit sagen wollte, dass ich es schon fast geschafft hatte. Als ich das endlich begriff, wandte ich die Atemtechnik an, die ich anstelle des Pressens anwenden sollte. Ich muss sagen, es tat schon weh, und ich war auch nicht leise. Aber die Hebamme hat mich einfach machen lassen. Sie sagte, ich solle auf meinen Körper hören.

Ich hatte keine PDA gebraucht und hatte keine größeren Verletzungen

Um 7.01 Uhr wurde mein Sohn im Wasser geboren. Es war eine tolle Erfahrung. Sie war nicht komplett schmerzfrei, aber wir haben es zusammen gut geschafft - auch, weil uns keiner die ganze Zeit reingeredet hat. Mein Sohn kam mit stattlichen Maßen von 56 Zentimetern und 4650 Gramm zur Welt. Ich hatte keine PDA gebraucht und hatte keine größeren Verletzungen. Das war ein tolles Gefühl.

Auch nach der Geburt ging es mir direkt gut. Körperlich war ich um einiges fitter als nach dem ersten Mal. Das alles hat mich wirklich mit der schlimmen Erfahrung versöhnt. Anderen Frauen in ähnlichen Situationen rate ich: Wenn ihr ein unschönes Geburtserlebnis habt, müsst ihr nicht hinnehmen, dass jede weitere Geburt auch unschön werden könnte. Setzt euch mit dem Thema auseinander - für uns hat es sich definitiv gelohnt.
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Aus meiner Sicht, eine sehr gute Sache!
mysteryy ist offline   Mit Zitat antworten
Die folgenden 4 Mitglieder haben sich bei mysteryy bedankt:
BLACKY74 (13.07.18), LoneSurvivor (13.07.18), MotherFocker (13.07.18), Wornat1959 (13.07.18)
Ungelesen 13.07.18, 09:10   #2
dieterthehaack
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Meine Geburt war auch schrecklich, zum Glück weiss ich nichts mehr davon. Außerdem bereue ich diese Tat seit Jahren, das hätte nie passieren dürfen.

Die Gesellschaft muss damit aufhören, Schwangere als Kranke zu behandeln. Man sollte dabei aber stets im Hinterkopf haben, ein großer Teil der Gebärenden kann gar nicht mehr natürlich abwerfen. Weshalb diese Jubelberichte mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten sind, es ist nicht jede Frau wie "von der Leyen".

Geändert von dieterthehaack (13.07.18 um 09:15 Uhr)
dieterthehaack ist offline   Mit Zitat antworten
Ungelesen 13.07.18, 09:24   #3
MotherFocker
smarti
 
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Es gibt Themen, dieterthehaak... da können wir Männer nicht mal ansatzweise mitreden.

Warum ist das so?
Ganz einfach: Ficken ist nicht gleich Gebähren .....
MotherFocker ist offline   Mit Zitat antworten
Folgendes Mitglied bedankte sich bei MotherFocker:
mysteryy (13.07.18)
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