Bin Laden trug zur Tarnung Cowboyhut
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Untersuchungsbericht veröffentlicht
Der getötete Chef des Terrornetzwerkes Al-Kaida und Staatsfeind Nummer eins der USA, Osama bin Laden, hat nach Aussagen seiner Ehefrauen zur Tarnung einen Cowboyhut getragen. Mit dem Hut habe er vermeiden wollen, von oben erkannt zu werden, wenn er sich im Freien in seinem Anwesen im nordpakistanischen Abbottabad bewegt habe, heißt es in einem 336 Seiten langen Untersuchungsbericht.
In dem von der pakistanischen Regierung unter Verschluss gehaltenen und nun vom arabischen Sender al-Jazeera veröffentlichten Bericht werden unter anderem die Ehefrauen Bin Ladens zitiert. Die Kommission sollte im Auftrag der Regierung herausfinden, wie die USA die eigenmächtige Operation in Pakistan unbemerkt ausführen konnten und wie Bin Laden in Abbottabad untertauchen konnte. Der Bericht war bereits vor der Parlamentswahl im Mai fertig, die Regierung veröffentlichte ihn aber nicht.
„Sträfliche Fahrlässigkeit und Inkompetenz“
Der Bericht kommt zu dem niederschmetternden Ergebnis, dass Pakistan bei der Jagd auf Bin Laden komplett versagt hat - und das womöglich sogar mit Vorsatz. Gleich nach der US-Aktion gab es viele Fragen zur Rolle Pakistans und einem möglichen Schutz des Terrorchefs durch den Geheimdienst des Landes. Angesichts der Gerüchte rief die Regierung die unabhängige Justizkommission ins Leben, die unter anderen die drei Witwen Bin Ladens befragte.
Das Urteil der Kommission ist eindeutig: Pakistans Behörden müssten sich nach Auswertung zahlreicher Zeugenaussagen „sträfliche Fahrlässigkeit und Inkompetenz auf nahezu allen Ebenen“ vorwerfen lassen. Zwar fand die Kommission keine Beweise für eine direkte Mithilfe. Die Möglichkeit einer „mutmaßlichen Unterstützung“ Bin Ladens könne aber nicht ausgeschlossen werden.
Wegen Schnellfahrens gestoppt
Weiter heißt es, bevor Bin Laden in Abbottabad untergetaucht sei, habe die Polizei im pakistanischen Swat-Tal ein Auto mit dem Al-Kaida-Chef und seinen Gefährten gestoppt. Der Fahrer sei auf dem Weg zu einem Basar zu schnell gefahren. Ihr Mann habe die Angelegenheit „sehr schnell mit dem Polizisten geregelt“, dann sei die Gruppe weitergefahren, so eine Ehefrau Bin Ladens.
Erstaunlich auch: Bin Laden scheint im Swat-Tal den langen Bart, der auf Videobotschaften zu seinem Markenzeichen wurde, nicht getragen zu haben. In dem Bericht wird er zu der Zeit als „großer, glatt rasierter Araber“ bezeichnet.
Bin-Laden-Haus verstieß gegen Bauvorschriften
Dem Bericht zufolge hielt sich Bin Laden nach seiner Flucht aus Afghanistan Ende 2001 fünf Jahre lang unerkannt in mehreren pakistanischen Städten auf, bevor er sich in dem Anwesen in Abbottabad niederließ. Die dort fällige Grundsteuer sei von den Bewohnern nie bezahlt und von den Behörden nicht eingefordert worden - was aber übliche Praxis sei. Tatsächlich fallen Steuerzahler in Pakistan vermutlich mehr auf als Steuerhinterzieher, die die Mehrheit im Land stellen.
Das von einem kuwaitischen Mitstreiter Bin Ladens erbaute dreistöckige Haus mit den hohen Mauern habe außerdem gegen Bauvorschriften verstoßen, heißt es in dem Bericht weiter. Auch das hätten die Behörden aber geflissentlich ignoriert. Dass den Nachbarn in Abbottabad, den örtlichen Behörden, der Polizei und den Geheimdiensten die Größe, die merkwürdige Form, der Stacheldraht, die fehlenden Autos und Besucher über einen Zeitraum von fast sechs Jahren nicht aufgefallen seien, sei „kaum zu glauben“, heißt es in dem Bericht.
Schokolade und einen Apfel
In dem Haus kümmerte sich Bin Laden nach Aussagen seiner drei Frauen um die religiöse Erziehung seiner Kinder und Enkel. Er brachte ihnen auch den Gemüseanbau bei. „Wann immer er sich schwach fühlte, hat er Schokolade und einen Apfel gegessen“, heißt es in dem Bericht.
US-Spezialkräfte töteten Bin Laden im Mai 2011 in seinem Versteck in der Garnisonsstadt Abbottabad. Auch dazu gibt es neue Details zu lesen. Er sei kurz nach Mitternacht mit seiner jüngsten Frau Amal geweckt worden, durch Geräusche „wie bei einem Sturm“, heißt es in dem Bericht. Sie seien auf den Balkon gegangen, doch sei die Nacht mondlos und schwarz gewesen. Er habe seiner Frau verboten, Licht zu machen, und nach seinem Sohn Chalid gerufen.
Als ein US-Soldat später im Schlafzimmer seine Waffe auf Bin Laden richtete, sei seine Frau dazwischen gegangen. Der Soldat habe ihr ins Knie geschossen, so der Bericht. Nach der Erstürmung zog das US-Kommando nicht nur mit der Leiche Bin Ladens ab, sondern auch mit Computern und persönlichen Gegenständen des Terrorchefs, darunter Gold und sein Testament. In ihm soll Bin Laden laut Aussagen von Vertrauten unter anderem verfügt haben, dass seine Kinder nicht die Führung von Al-Kaida übernehmen sollen.
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Ein Cowbohut genügt, und die gesamte US-Überwachung ist für den .... :D
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