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26.07.23, 07:53
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#1
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das Muster ist das Muster
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Worldcoin: Grundeinkommen im Tausch für deine Augen
Zitat:
Worldcoin: Grundeinkommen im Tausch für deine Augen
Heute startet die Kryptowährung Worldcoin von OpenAI-Gründer Sam Altman. Sie ist Teil eines größeren Plans – und der nötige Irisscan nicht der einzige Haken.

Geld bekommen, einfach dafür, dass man ein Mensch ist? Das ist die Idee hinter dem bedingungslosen Grundeinkommen, auf Englisch Universal Basic Income oder kurz UBI. Gerade angesichts des von einigen befürchteten Jobverlusts durch Automatisierung und KI könnte dieses Modell mehr Zukunft haben denn je (g+). Doch angesichts von Deep Fakes und generativer KI stellt sich das Unternehmen Worldcoin die Frage, wie man einen Menschen überhaupt identifizieren kann.
"Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz ist die Notwendigkeit des Nachweises der Persönlichkeit kein ernsthaftes Diskussionsthema mehr", glaubt Worldcoin-Mitgründer Alex Blania in einer Pressemeldung zufolge. Stattdessen sei die entscheidende Frage, wie die Lösungen für dieses Problem aussähen. Und aus Sicht von Blania ist das sein World ID. Das Unternehmen hat er zusammen mit OpenAI-Gründer Sam Altman gestartet.
Das Versprechen der beiden: Menschen eindeutig als menschlich identifizieren – und dafür allen angemeldeten Nutzern monatlich einen Token der Kryptowährung auszahlen. Auf der einen Seite verursacht der von OpenAI losgetretene KI-Hype viele Sorgen – auf der anderen Seite möchte sich der Gründer nun ganz den Menschen widmen, die in Zukunft vielleicht ihren Job verlieren.
Der Haken? Für den Worldcoin braucht man eine World ID. Das ist eine Blockchain-Wallet, zu deren Registrierung man sich als Mensch identifizieren muss – per Irisscan. Das sei sicherer als ein Fingerabdruck, erklärt das Unternehmen.
Aber der biometrische Scan ist nicht der einzige Haken am Verspechen von Worldcoin. Trotzdem hat das Unternehmen gerade einen neuen Meilenstein verkündet: Zwei Millionen Menschen sollen sich bereits registriert haben.
Doch was steckt eigentlich hinter dem Versprechen?
Von 18.000 über zwei Millionen zu Milliarden
Hinter Worldcoin steckt ein Start-up aus Erlangen. Der Physikstudent Alex Blania gründete Worldcoin im Jahr 2019 zusammen mit Sam Altman, dessen Name damals noch nicht so bekannt war wie heute. Das Unternehmen hinter der Technologie sitzt in Delaware, aber hat einen Ableger in Deutschland – die Tools for Humanity GmbH.
Mittlerweile hat Worldcoin große Pläne und ein großes Ziel: "Dadurch, dass wir eine digitale Identität aufbauen, die den Menschen Zugang zum globalen Wirtschaftssystem ermöglicht, das heute ganz, ganz viele Menschen außen vor lässt, bauen wir eine Infrastruktur für das UBI", sagt Friederike Lumbroso-Baumgartner, Market Manager Germany bei Worldcoin, im Gespräch mit Golem.de. Erst die World ID, dann das Welteinkommen.
Laut McKinsey verfüge knapp die Hälfte aller Menschen – rund 4,4 Milliarden – nicht über digital überprüfbare Identitätsnachweise, sagt Lumbroso-Baumgartner. In diesem Bereich liege auch das Ziel von Worldcoin. "Unser Fokus liegt aktuell darauf, dass wir mehr User onboarden und unser Netzwerk zu über einer Milliarde Nutzer aufbauen."
Seit 2022 scannt Worldcoin bereits Augen, allerdings bislang noch vor allem in Ländern des globalen Südens. Erste Feldtests liefen in Chile, Kenia, Indonesien und dem Sudan. In den ersten sechs Monaten hat man damals laut eigenen Angaben 18.000 Nutzer gewonnen. Inzwischen vermeldet das Unternehmen mehr als 2 Millionen Anmeldungen.
Darum leistet Worldcoin in Deutschland Lobbyarbeit
Mittlerweile ist das Unternehmen aus Erlangen auch in seinem Heimatland angekommen. Seit Juli 2023 lässt sich der Orb – so der Name des dystopisch anmutenden Irisscanners – auch in Deutschland finden. Hier hat der Datenschutz historisch einen besonders hohen Stellenwert. Ein privates Unternehmen, das biometrische Daten nutzt, muss entsprechend kritische Blicke erwarten.
Genau aus diesem Grund sei Deutschland "ein Schlüsselmarkt" für Worldcoin, sagt Lumbroso-Baumgartner. "2021 hat eine Statista-Studie ergeben, dass knapp 90 Prozent aller Deutschen sagen, Datenschutz sei ihnen entweder wichtig oder sehr wichtig." Für Worldcoin "ist deutsches Vertrauen ein Garant für Welt-Vertrauen". Frei nach dem Motto: "If we can make it here, we can make it anywhere."
Privatsphäre wahren trotz Irisscan
Die erste Resonanz von deutschen Nutzern, die in einer Berliner Mall auf den futuristisch anmutenden Orb stießen, sei positiv, sagt die Pressesprecherin. "Gerade dadurch, dass wir so Privatsphäre-wahrend sind." Der Irisscan wird nur für das Anlegen des Kontos benötigt, um sicherzustellen, dass sich ein Mensch registriert.
Die zugehörige Wallet ist über eine klassisches Passphrase gesichert und über die World-App zugänglich. Namen, E-Mail-Adressen oder andere personenbezogene Daten will Worldcoin nicht mit der World ID verknüpfen.
Worldcoin schafft nicht nur Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum, sondern leistet auch schon Lobbyarbeit. Man habe mit "ausgewählten Politikern der fünf großen Parteien" gesprochen und sei ebenso im Kontakt mit lokalen Behörden und der Bundesregierung gewesen, erklärt Lumbroso-Baumgartner. Mitglied des Branchenverbandes Bitkom ist Worldcoin bereits, auch im Lobbyregister des Bundestages ist die Tools for Humanity GmbH seit April 2023 gemeldet.
Dezentralität nur für Großstädter
Dezentralisierung spiele für Worldcoin "eine große Rolle", zum Beispiel um über eine Wallet weltweit Geld senden können, "ohne Mittelsmann von Mensch für Menschen", erklärt die Sprecherin. Das geht bereits jetzt mit der World App, die als Wallet für Bitcoin und Ethereum fungiert. Während Tools for Humanity eine GmbH ist, steht hinter Worldcoin eine Stiftung.
Die Ironie ist, dass für die Anmeldung bislang ein Zugang zu einem von Worldcoins sogenannten Orbs vorausgesetzt wird. In Deutschland geht das bisher an einem Standort im Berliner Einkaufszentrum Alexa. Weitere sollen folgen – ganz zentral in anderen Großstädten wie Hamburg. Termine nennt Worldcoin noch nicht.
Die Market Managerin von Worldcoin erkennt diesen Widerspruch, dass man zwar allen Menschen Zugang zur Wirtschaft geben will, dafür aber den räumlichen Zugang zu einem der wenigen Orb-Standorte erforderlich macht, als eine "sehr richtige und wichtige Frage". Der Anspruch von Worldcoin sei es, jedem Zugang zur World ID zu geben. Man suche "Wege und Möglichkeiten, wie wir allen Menschen Zugang zu uns ermöglichen können".
Aber auch an anderen Punkten bleibt Worldcoin zentralisiert: Die Orbs und App werden einzig von Tools for Humanity entwickelt und betrieben – auch wenn Worldcoin auf seiner Webseite verspricht, dass in Zukunft auch Dritthersteller eigene Orbs anbieten könnten.
Was ist das Krypto-Grundeinkommen wert?
Kryptowährungen zeichneten sich in den letzten Jahren vor allem durch ihre ******* Volatilität aus – was sie zu einem ausgezeichneten Spekulationsobjekt, aber zu einem unzuverlässigen Zahlungsmittel macht. "Das ist natürlich etwas, das wir nicht ändern können", erklärt Lumbroso-Baumgartner. "Auch der Worldcoin-Token wird in seinem Wert verschiedenen Faktoren unterliegen, die keine Gruppe kontrollieren kann – inklusive uns."
Entsprechend wortkarg gibt sich Worldcoin, wenn wir auf den Wert der kommenden Kryptowährung zu sprechen kommen. Über den wisse man noch nichts, also spreche man auch nicht darüber. Ein Stablecoin – also eine Kryptowährung, die sich am Kurs einer Fiat-Währung wie dem US-Dollar oder Euro orientiert – soll Worldcoin allerdings nicht werden.
Wo das Worldcoin-Grundeinkommen in Zukunft genutzt werden kann? Unklar. Denn erst seit dem 24. Juli 2023 steht die Kryptowährung überhaupt frei zum Handel.
Entsprechend unklar ist auch noch, wie sich Worldcoin langfristig finanzieren wird. Umsatz macht Worldcoin noch keinen, momentan stammt das Geld von Venture-Capital-Unternehmen wie Andreesen Horowitz, die auch in Altmans OpenAI investiert haben. Zuletzt sammelte Worldcoin 115 Millionen US-Dollar von Blockchain Capital ein.
Profiteure der eigenen Vision
Laut Worldcoin ergeben sich aus dem Angebot "sehr viele Anwendungsmöglichkeiten, die später dann eventuell zu Umsatz führen werden". Konkrete Beispiele nennt das Unternehmen aber noch nicht.
Zunächst liege der Fokus auf dem Wachstum der Nutzerbasis. Lumbroso-Baumgartner betont hier "eine ganz, ganz wichtige Unterscheidung zwischen Worldcoin und anderen Firmen" – und das sei die Vision. "Wir haben das Ziel, dass alle Menschen Zugang und Teilhabe an der globalen Wirtschaft haben."
Dass OpenAI-CEO Sam Altmann zu den Gründern von Worldcoin gehört, verschafft dem Unternehmen mit Ursprüngen in Erlangen internationale Aufmerksamkeit. Immerhin wurde Altmans ChatGPT Anfang des Jahres zu einer der am schnellsten wachsenden Apps aller Zeiten. Diese Beteiligung wirft unweigerlich die Frage auf: Ist die World ID die Antwort auf ein Problem, das Altman mit OpenAI selbst verursacht hat?
"Wichtig ist bei Worldcoin, dass wir uns nicht aus der Verteidigung gegründet haben", sagt Friederike Lumbroso-Baumgartner. 2019 sei die KI-Revolution "noch nicht so ein riesiges Thema" gewesen wie heute.
Praktischen Nutzen hat die biometrisch verifizierte World ID für seine 2 Millionen potenziellen Nutzer bislang kaum. Bis sich Wert und Nutzen der namensgebenden Kryptowährung abzeichnen, ist zudem unklar, welcher Art die versprochene Teilhabe an der Wirtschaft sein soll. So wie die noch immer unerfüllte Tech-Vision des Metaverse zuvor sind auch World ID und Worldcoin momentan vor allem eins: große Versprechen.
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Die folgenden 2 Mitglieder haben sich bei ziesell bedankt:
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28.11.24, 13:25
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#2
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Profi
Registriert seit: Feb 2013
Beiträge: 1.848
Bedankt: 3.690
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Nix was man braucht .
Bringt nur unnötigen, sinnlosen Stromverbrauch durch KI und Krypto ...
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Diskutiere nie mit einem Idioten, denn wenn du dich auf sein Niveau herabläßt, schlägt er dich mit seiner Erfahrung.
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Folgendes Mitglied bedankte sich bei gerhardal:
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29.11.24, 08:00
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#3
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Mitglied
Registriert seit: Mar 2020
Beiträge: 371
Bedankt: 427
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Zitat:
Zitat von gerhardal
Nix was man braucht .
Bringt nur unnötigen, sinnlosen Stromverbrauch durch KI und Krypto ...
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.... vor allem aber ein Bentham'sches Panopticon.
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Demokratie lebt von der Vielfalt - Diktatur vom Mitmachen.
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29.11.24, 08:30
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#4
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Chuck Norris sein Vater
Registriert seit: Apr 2009
Beiträge: 5.075
Bedankt: 12.641
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Moin,
Wie viel Geld muss man übrig haben, um in etwas zu investieren das
Zitat:
sehr viele Anwendungsmöglichkeiten, die später dann eventuell zu Umsatz führen werden
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bietet?
Da wäre Lotto wohl die bessere Alternative. Da ist später sogar Gewinn zu erwarten. Eventuell.
Es gibt offenbar Leute, die mit einer Art siebentem Sinn in der Lage sind diejenigen zu erkennen, die mit einem für uns "normale" unsichtbaren Schild auf unseren Straßen rumturnen. Auf dem Schild steht "Bescheiss mich, nimm all mein Geld und gib mir nichts dafür"
Ein Teil der Leute mit dieser besonderen Fähigkeit hat sich offenbar entschlossen, den Schilderträgern ihren Wunsch zu erfüllen. Würde ich dazugehören, hätte ich meinen Opel mit Blattgold belegt und mir Rücklichter aus Rubin an die Karre gebastelt. Einfach, weil ich es könnte ...
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Wenn Kik den Preis pro Shirt um einen Euro erhöht um seinen Mitarbeitern ein besseres Gehalt zu zahlen, dann finden wir das alle gut.
Und dann gehen wir zu Takko einkaufen ...
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Folgendes Mitglied bedankte sich bei Melvin van Horne:
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