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Scientists4Future: Wissenschaftler unterstützen Schülerdemos für den Klimaschutz

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Ungelesen 12.03.19, 15:01   #1
Wornat1959
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Standard Scientists4Future: Wissenschaftler unterstützen Schülerdemos für den Klimaschutz

Zitat:
Scientists4Future
Wissenschaftler unterstützen Schülerdemos für den Klimaschutz

Fridays for Future: Jugendliche, die unter diesem Motto freitags während der Schulzeit auf die Straße gehen und mehr Einsatz für den Klimaschutz fordern, ernten viel Kritik. Doch mehr als 12.000 Wissenschaftler springen den Schülern jetzt in einer gemeinsamen Stellungnahme bei.

Von Anja Nehls

Es ist einfach toll, die Legitimation von Leuten zu haben, die Experten sind", sagt Jakob Blasel, Mitorganisator von "Fridays for Future", über die Unterstützung aus der Wissenschaft (dpa )

Unter dem Motto "Fridays for Future" streiken inzwischen regelmäßig und in vielen Städten Schüler für den Klimaschutz, und jetzt bekommen sie Unterstützung aus der Wissenschaft. Für die Rettung des Klimas sei es bereits später als fünf vor zwölf, sagt Maja Göpel vom Wissenschaftlichen Beirat der Bunderegierung, und deshalb wollen Wissenschaftler jetzt dazu Position beziehen.

"Und zwar eine Position, die die Forderungen der protestierenden Schülerinnen und Studentinnen nach schnellem und dezidiertem Handeln in Sachen Klima und Umweltschutz voll unterstützt und dabei eben auch Expertise und Lösungen anbietet."

Fakten von Profis aus der Wissenschaft

Bis heute haben sich über 12.000 Wissenschaftler den Forderungen der Schüler angeschlossen. Bis zum Freitag, an dem wieder demonstriert werden wird, sollen es aber noch mehr werden. Jakob Blasel, Mitorganisator von "Fridays for Future":

"Es ist einfach toll, die Legitimation von Leuten zu haben, die Experten sind, die Profis sind und die auf 150 Jahren Klimaforschung aufbauen. Und wir sind eben Schülerinnen und Schüler, und wir wissen, dass wir eine Zukunft haben wollen. Aber die genauen wissenschaftlichen Fakten dahinter, das überlassen wir den Profis und darüber sind wir sehr froh."

Und hochkarätiger könnten die Unterstützer der Schüler in diesem Fall kaum sein. Karen Wiltshire vom Alfred-Wegner-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung weist zum Beispiel darauf hin, dass in den nächsten 50 bis 100 Jahren über 70 Prozent der Menschen an einer Küste leben werden, weil es im Landesinneren einfach zu warm werden wird. Die Megacitys dieser Welt sind bereits Küstenstädte. Aber auch die Küsten seien durch den Klimawandel gefährdet, obwohl sie für die Ernährung oder die Schifffahrt dringend gebraucht würden.

"Aber wie sollen wir denn an den Küsten noch leben, wenn der Meeresspiegel weiterhin um einen bis 3,7 Millimeter zum Beispiel in der Nordsee pro Jahr steigt? Der Meeresspiegel ist seit 1990 im weltweiten Durchschnitt um knapp 20 Zentimeter gestiegen. Ohne Deiche müssten wir jetzt schon weichen."

Auswirkungen der Erderwärmung

Vier Prozent der Deutschen und vierzig Prozent der Niederländer wären ohne Deiche bereits jetzt vom Meeresspiegelanstieg direkt betroffen. Niemand könne also behaupten, dass die Erderwärmung keine Auswirkungen habe, betont der Arzt und Wissenschaftsjournalist Eckard von Hirschhausen. Die Erde habe quasi Fieber, und das könne man gut mit dem menschlichen Körper vergleichen.

"Viele denken, ein Grad, zwei Grad, drei Grad, was macht da denn den Unterschied? Als Arzt kann ich Ihnen sagen, es macht einen großen Unterschied, ob Sie 41 Grad Fieber haben oder 43 Grad. Das eine ist mit dem Leben vereinbar, das andere nicht."

Und was eben nicht mit dem Leben zu vereinbaren sei, werde die Menschheit schnell merken.

"Das Naheliegende ist, dass sich bestimmte Infektionskrankheiten ausbreiten mit der Überhitzung der Erde, dazu gehören Lungenerkrankungen, dazu gehört eine Zunahme der Allergien. Menschliches Leben ist aber auch bedroht durch Wassermangel, durch Nahrungsmangel, auf gut Deutsch: Menschen werden verhungern, und es wird Bürgerkriege geben genau um diese knappen Ressourcen. Direkte Hitzetote spielen im Moment weltweit schon eine Rolle. In Deutschland haben wir spätestens seit dem letzten heißen Sommer kapiert, das betrifft nicht nur Eisbären, es geht nicht nur um Bangladesch, es geht auch um uns hier."

Deutsche Klimaschutzziele müssen nachgebessert werden

Auf 1,5 Grad will das Pariser Klimaschutzabkommen die Zunahme der Erderwärmung begrenzen. Das müsse unbedingt eingehalten werden. Die Netto-Treibhausgas-Emissionen müssten dazu spätestens zwischen 2040 und 2050 auf Null reduziert werden. Und wegen der globalen Klimagerechtigkeit solle das in Deutschland und Europa spätestens 2040 erreicht sein, fordert Volker Quaschning, Professor für regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

"Die Klimaschutzziele der Bundesregierung mit einem Emissionsrückgang von 80 bis 95 Prozent bis 2050 sind dafür nicht ausreichend. Das heißt, hier muss dringend nachgebessert werden. Wir brauchen einen Rückgang der Treibhausgasemissionen über die nächsten 20 Jahre roundabout fünf Prozent pro Jahr.

In den letzten 20 Jahren habe es gerade mal einen Rückgang von weniger als einem Prozent gegeben. Deutschland müsse seine Bemühungen um den Klimaschutz mindestens um den Faktor fünf steigern, und das sei möglich, wenn es politisch gewollt wird, sagt Eckart von Hirschhausen.

"Wir haben die Lösung, wir haben heute die technischen Möglichkeiten für 100 Prozent Erneuerbare, wir haben heute so viel Wissen, dass es ein Frevel ist, das nicht einzusetzen."

Auch dafür wollen die Schüler am Freitag wieder auf die Straße gehen.
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Scientists4Future hat eine eigene Webseite:
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Die Stellungnahme der Wissenschaftler im Wortlaut:
Zitat:
Stellungnahme von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern
zu den Protesten für mehr Klimaschutz – #Scientists4Future


Die Anliegen der demonstrierenden
jungen Menschen sind berechtigt



Zurzeit demonstrieren regelmäßig viele junge Menschen für Klimaschutz und den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erklären wir auf Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse: Diese Anliegen sind berechtigt und gut begründet. Die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz reichen bei weitem nicht aus.

Das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 verpflichtet die Staaten völkerrechtlich verbindlich, die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C zu halten. Darüber hinaus haben alle Länder Anstrengungen versprochen, die Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen.

Es kommt nun darauf an, die Netto-Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen schnell abzusenken und weltweit spätestens zwischen 2040 und 2050 auf null zu reduzieren. Eine schnellere Absenkung erhöht hierbei die Wahrscheinlichkeit, 1,5 °C zu erreichen. Die Verbrennung von Kohle sollte bereits 2030 fast vollständig beendet sein, die Verbrennung von Erdöl und Erdgas gleichzeitig reduziert werden, bis alle fossilen Energieträger durch klimaneutrale Energiequellen ersetzt worden sind. Unter Berücksichtigung von globaler Klimagerechtigkeit müsste in Europa dieser Wandel sogar noch deutlich schneller ablaufen.

Auch wenn weiterhin Beteiligungs- und Diskussionsbedarf besteht: Jetzt muss gehandelt werden. Beides schließt einander nicht aus. Es gibt bereits viele gesellschaftliche und technologische Innovationen, die Lebensqualität erhalten und menschliches Wohlergehen verbessern können, ohne unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören.

In allen deutschsprachigen Ländern werden beim Umbau der Bereiche Energie, Ernährung, Landwirtschaft, Ressourcennutzung und Mobilität die notwendige Größenordnung und Geschwindigkeit nicht erreicht. Deutschland wird die selbstgesteckten Klimaschutzziele für 2020 verfehlen und auch die Erreichung der Ziele der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie für 2030 ist hochgradig gefährdet. Zudem mangelt es weiterhin an einem wirksamen Klimaschutzgesetz. Österreich hat sich in seiner Klima- und Energiestrategie Ziele gesetzt, die dem Pariser Vertrag in keiner Weise gerecht werden und selbst dafür sind weder die erforderlichen Maßnahmen noch die finanziellen Mittel vorgesehen. Zugleich sind Bodenverbrauch und -versiegelung pro Person und Jahr in Österreich die höchsten in Europa. Die Schweiz hat ihre Treibhausgas-Emissionen seit 1990 nur geringfügig verringert; gleichzeitig stiegen die im Ausland verursachten Emissionen erheblich an. In der ersten parlamentarischen Debatte zur Totalrevision des CO2-Gesetzes wurden die inländischen Reduktionsziele gestrichen und die Reduzierung der Schweizer Emissionen sollte durch Kompensation im Ausland erfolgen. Schließlich ist das Gesetz vorläufig gescheitert.

Die jungen Menschen fordern zu Recht, dass sich unsere Gesellschaft ohne weiteres Zögern auf Nachhaltigkeit ausrichtet. Ohne tiefgreifenden und konsequenten Wandel ist ihre Zukunft in Gefahr. Dieser Wandel bedeutet unter anderem: Wir führen mit neuem Mut und mit der notwendigen Geschwindigkeit erneuerbare Energiequellen ein. Wir setzen Energiesparmaßnahmen konsequent um. Und wir verändern unsere Ernährungs-, Mobilitäts- und Konsummuster grundlegend.

Vor allem die Politik steht in der Verantwortung, zeitnah die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Insbesondere muss klimafreundliches und nachhaltiges Handeln einfach und kostengünstig werden, klimaschädigendes Handeln hingegen unattraktiv und teuer (z. B. durch wirksame CO2-Preise, Einstellung von Subventionen für klimaschädliche Handlungen und Produkte, Effizienzvorschriften und soziale Innovationen). Eine sozial ausgewogene Verteilung von Kosten und Nutzen des Wandels ist dabei unerlässlich.

Die enorme Mobilisierung der neuen Bewegungen („Fridays for Future“ in Deutschland und Österreich, „Klimastreik“ in der Schweiz) zeigt, dass die jungen Menschen die Situation verstanden haben. Ihre Forderung nach schnellem und konsequentem Handeln können wir als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nur nachdrücklich unterstreichen.

Als Menschen, die mit wissenschaftlichem Arbeiten vertraut sind und denen die derzeitigen Entwicklungen große Sorgen bereiten, sehen wir es als unsere gesellschaftliche Verantwortung an, auf die Folgen unzureichenden Handelns hinzuweisen.

Nur wenn wir rasch und konsequent handeln, können wir die Erderwärmung begrenzen, das Massenaussterben von Tier- und Pflanzenarten aufhalten, die natürlichen Lebensgrundlagen bewahren und eine lebenswerte Zukunft für derzeit lebende und kommende Generationen gewinnen. Genau das möchten die jungen Menschen von „Fridays for Future/Klimastreik“ erreichen. Ihnen gebührt unsere Achtung und unsere volle Unterstützung.
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"Mitleid und Erbarmen hielten Bilbos Hand zurück. Viele, die leben, verdienen den Tod und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben, Frodo? Dann sei nicht so rasch mit einem Todesurteil bei der Hand. Selbst die ganz Weisen erkennen nicht alle Absichten. Mein Herz sagt mir, dass Gollum noch eine Rolle zu spielen hat, zum Guten oder zum Bösen, ehe das Ende kommt." (Gandalf zu Frodo)

Geändert von Wornat1959 (12.03.19 um 15:07 Uhr)
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Die folgenden 5 Mitglieder haben sich bei Wornat1959 bedankt:
Avantasia (12.03.19), betaalpha (12.03.19), BLACKY74 (12.03.19), pauli8 (12.03.19), Thorasan (12.03.19)
 


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