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Ungelesen 12.05.22, 20:14   #36
Behemothxp
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Moin, wollte auch mal mein Senf dazu geben als:
7 Semester Elektrotechnik studiert (aus Geldgründen musste der Abbruch kommen)
3 Jahre Ausbildung zum Mechatroniker
4 Jahre Abendschule zum staatlich geprüften Techniker (Bachelor Professional)
1 Jahr Abendschule zum Technischen Betriebswirt (Master Professional)
Viele Jahre als Ausbilder, danach und derzeit Instandhaltungsleiter
Ich hatte also tatsächlich ziemlich viel Einblick in die verschiedenen Zweige und habe mehrere Leute beraten und in die veschiedenen Zweige geschickt oder wenigstens ans Herz gelegt.

Auf rein technischem Level ist ein Bachelor of Science und Bachelor of Engineering SEHR viel höher als ein Techniker. Techniker/Bachelor Professional war Kindergarten gegenüber meinem Elektrotechnik Studium. In den letzten Jahren ist der Härtegrad für das BSc sehr stark gesunken, aber es ist trotzdem noch viel, viel höher als der Techniker.
Der Techniker hingegen ist um Längen, Sprünge und dann noch ein paar Meter schwieriger und intensiver als ein Meister, rein technisch gesehen. Wenn es allerdings um Betriebsorganisation, BWL, VWL, etc. geht ist der Meister sehr viel weiter.

Was heißt das nun, das auf REIN TECHNISCHEM Level diese drei Zweige so verflucht unterschiedlich sind aber trotzdem auf DRQ 6 gemeinsam stehen?
Böse (und leider auch korrekte) Zungen behaupten, dass der Verbund der Meister sehr stark dafür gekämpft haben und sehr viel Einfluss walten ließen um bei der Einführung von DRQ auf dem Level 6 zu landen. Die Techniker wurden daraufhin mehr so als... Anhängsel mitgezogen.

Okay, könnte so gewesen sein (war es auch) aber was heißt das für das Kompetenzlevel der Person die mir gegenüber steht?
Nüschts.

Gar nichts. Die Leute sind fast gar nicht miteinander zu vergleichen. Wenn du komplett reine Theoretiker brauchst findest du diese in ALLEN DREI Zweigen. Wenn du handwrklich geschickte und intelligente Leute brauchst, alle drei Zweige. Wenn du Werkstattleiter brauchst....... alle drei Zweige.
Das Einzige was man über die drei Zweige sagen kann ist das, was auch gelehrt wird. Und was gelehrt wird zieht normalerweise auch die Leute an, die dafür eine Affinität haben.

Meister sind handwerklich begabt, bodenständig, Mitarbeiterführer, Klein- bis kleiner Mittelstands-Betrieb führend. Das wird gelehrt. Sie haben Berufserfahrung und einen Charakter der in den aktiven Betrieb passt.
Bachelor sind nicht handwerklich begabt, haben keine Erfahrung und Charakter der in einen aktiven Betrieb passt, passen aber in R&D, Fertigungsplanung, Musterbau, Sonderbau, alle passiven Zweige die sehr kopflastig sind.
Techniker verbinden ein bisschen von beidem. Und passen deshalb in alle genannten Gewerke BIS ZU EINEM GEWISSEN GRAD. In den Sonderbau eines Gleichstromantrieb Hersteller? Jau passt. In den Sonderbau eines Lithium Ionen Akku Herstellers? Nein, hier passt allerdings ein Bachelor sehr gut hin.

Als kleine Zusammenfassung - der DRQ ist irreführend in dem Sinne, dass Ausbildungen verglichen werden die sich stark in den gelehrten Feldern, den Anforderungen an das wissenschaftliche Geschick und vielem mehr unterscheiden. Er sugeriert, dass ein Bachelor of Science dasselbe, oder etwas ähnliches lernt wie ein Meister im gleichen Berufszweig. Das stimmt einfach nicht.
Wenn man sich allerdings von dieser Annahme trennt und z.B. einen Elektromeister, Techniker Elektrotechnik und BSc Elektrotechnik als drei vollkommen unterschiedliche Zweige sieht (Äpfel, Handgranaten, M8 Madenschraube) dann macht es vielleicht ein wenig mehr Sinn.

€dit: Achja vergessen, das Gleiche gilt natürlich für die nächsten Stufen auf welche aufgestiegen werden kann. Master Professional, Master of Science, Master of Engineering etc.
Meine persönliche, subjektive Meinung ist übrigens anders, als was ich hier erzähle und was ich auch den Praktikanten, Azubis, Technikern und Werkern erzähle. Ich persönlich finde BSc nicht wirklich so sinnvoll, jedenfalls ist mir noch kein Fähiger über den Weg gelaufen. Die Berufe in denen die BSc's die ICH KENNE (!) könnten besser und sinnvoller von Technikern ausgefüllt werden, denn da ist wenigstens der Umgang und das Wissen mit Werkzeugen etc. viel besser fundiert. Rein von der Logik her muss es die natürlich geben, aber ich denke die meisten entscheiden sich halt für die Weiterbildung und nur ein paar Nachzügler sind in unterbesetzten Stellungen, oder sind einfach zufrieden mit der Stellung. Aber das ist rein subjektiv und hat mit dem objektiven Nutzen des DRQ und Weiterbildungen nichts zu tun.

Geändert von Behemothxp (12.05.22 um 20:21 Uhr)
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