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31.08.21, 10:16
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#1
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Silent Running
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Auf AfD-Seiten zählen Fakten nichts
Zitat:
Diskussionen auf Facebook
Auf AfD-Seiten zählen Fakten nichts
Tatsachen sind in Debatten der Rechtsaußen bei Facebook verpönt – denn die Teilnehmer teilen alternative Fakten, um ihre Gruppenzugehörigkeit zu zeigen. Das zeigt eine neue Studie, die dem SPIEGEL vorliegt.
Von Julia Dagg, Nele Spandick und Ann-Katrin Müller
30.08.2021, 17.18 Uhr

Facebook-Seite der AfD
Foto: Michael Sohn / AP
In Facebook-Konversationen der AfD laufen Faktenchecks meist ins Leere, die Verbreitung von Fake News lässt sich dort so kaum verhindern. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler Hannah Trautmann und Nils Kumkar in einer Studie für die Otto-Brenner-Stiftung, die dem SPIEGEL vorliegt.
Die Wissenschaftsstiftung gehört zur Gewerkschaft IG Metall.
Für ihre Arbeit untersuchten die Wissenschaftler 350 Facebook-Diskussionen auf AfD-Seiten im Zeitraum von Februar 2020 bis Juni 2021.
Grundlage für die Studie war die Frage, was Menschen dazu bringe, in sozialen Netzwerken alternative Fakten zu teilen. Das Ergebnis: Den Diskussionsteilnehmern gehe es weniger um die Inhalte ihrer Aussagen, heißt es in der Studie. Viel wichtiger sei es ihnen, die Zugehörigkeit zur Gruppe zu zeigen. Dementsprechend spiele auch der Wahrheitsgehalt eines Kommentars nur eine geringe Rolle.
Die betrachteten Konversa¬tionen verliefen ritualisiert, heißt es weiter, die »Spielregeln« wirkten etabliert. Die Konversationen würden sich wie tägliche »Re¬inszenierungen einer immer gleichen Diskussionsbewegung« lesen, in deren Kontext gehäuft alternative Fakten geteilt werden.
Es spiele dabei auch kaum eine Rolle, um welches Thema es gehe, der Mechanismus wirke bei Coronapolitik ebenso wie bei Migrations- oder Medienpolitik sowie anderen Themen. Umso stabiler und dauerhafter ein gesellschaftlicher Konflikt sei, desto besser eigne er sich als Milieu zur Verbreitung alternativer Fakten, schreiben die Forscher.
Lohnt es sich, zu diskutieren?
Kritik an dem behaupteten Inhalt alternativer Fakten werde in den Kommentarspalten auf AfD-Facebook-Seiten schlichtweg nicht verhandelt, schreiben die Wissenschaftler: »Nur wenn eine Kritik auf die Legitimität ei¬ner Behauptung und nicht auf ihren Gehalt abzielt, besteht eine Chance, dass auf sie eingegangen wird.«
Wer versuche, inhaltlich gegen die Kommentare zu argumentieren, bleibe deshalb meist erfolglos. »Lassen Kritikerinnen und Kritiker von ihrer Kritik nicht ab, werden sie aus der ›Gemeinschaft‹ der Fundamentaloppositionellen ausgeschlossen«, sagt die Wissenschaftlerin Trautmann. »So entfaltet sich eine politische Gesprächsdynamik, die sich gegen Sachkritik immunisiert und die Gruppe stabilisiert.«
Wer versuche, inhaltlich gegen die Kommentare zu argumentieren, bleibe deshalb meist erfolglos. »Lassen Kritikerinnen und Kritiker von ihrer Kritik nicht ab, werden sie aus der ›Gemeinschaft‹ der Fundamentaloppositionellen ausgeschlossen«, sagt die Wissenschaftlerin Trautmann. »So entfaltet sich eine politische Gesprächsdynamik, die sich gegen Sachkritik immunisiert und die Gruppe stabilisiert.«
Was folgt daraus für den Umgang mit Falschinformationen? »Wenn sachlicher Inhalt oder unstrittige Fakten nichts zählen – und dies ist zumindest bei den aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmern der untersuchten Facebook-Diskussionen der Fall – lohnt es sich sicherlich nicht, tiefer in Debatten einzusteigen«, sagt Jupp Legrand, Geschäftsführer der Stiftung.
Die Forscher ziehen drei Schlussfolgerungen:
• Zum einen funktioniere Facebook »nicht als ›Marktplatz der Ideen‹, sondern viel-mehr als Arena für Identitätsbehauptung und -bestätigung«.
• Deswegen schätzen sie die Wirksamkeit von Sachaufklärung im Sinne organisierter Fakten-Checks durch journalistische Arbeit oder Plattformbetrei¬ber zum anderen auch eher gering ein:
»Denn wo das Problem offensichtlich nicht in Informationsunsi¬cherheit begründet liegt, schafft auch institutionalisierte Informationssicherheit keine Abhilfe.«
• Und, das Wichtigste: die Verbreitung von rechten Fake News sollte als Ausdruck politischer Konflikte ernst genommen und nicht als Missverständnis aufgrund von mangelnder Bildung oder fehlender Medienkompetenz abgetan werden. Nur so könne man dagegen etwas tun.
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Quelle:
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Die folgenden 2 Mitglieder haben sich bei pauli8 bedankt:
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31.08.21, 14:14
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#2
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Agnostiker
Registriert seit: Dec 2009
Beiträge: 4.460
Bedankt: 4.877
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Zitat:
Zitat von rullli
Ok, der Afd Wähler konsumiert ein breiteres Spektrum an Inhalten, denn in sozialen Medien finden ja in der Regel Diskussionen zu Inhalten etablierter Medien statt, denen man alternative Medien und deren Meldungen entgegensetzt.
Der Konsument etablierter Medien kennt nur die dortigen Inhalte, die Inhalte alternativer Medien kennt er nicht, er kann also nur auf eine reduzierte Menge von Informationen zugreifen.
Fazit der Studie: Wähler etablierter Parteien sind schlecht und einseitig informiert, und verlassen diesen Raum nicht, weil sie keine Differenzierung vornehmen können oder wollen. Sie sind nicht in der Lage, eigene Schlüsse zu ziehen und brauchen vorgefertigte Meinungen, die in leichter Sprache verfasst sind und inhaltlich keine Widersprüche haben.
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Hmmmm, ich erkenne hier in der Rullis Erkenntnis aus einem anderen Thread einen gewissen Widerspruch zu hiesigem Startpost... Verdammt, was soll/kann/darf ich denn nun glauben?
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Der Klügere gibt nach... deshalb regieren die Dummen die Welt
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Folgendes Mitglied bedankte sich bei eitch100:
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31.08.21, 14:38
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#3
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Freigeist
Registriert seit: Sep 2010
Ort: München
Beiträge: 11.319
Bedankt: 23.585
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Nicht wirklich, denn es sind ja Echokammern und die Alternativen Medien nichts anderes. Diese bestärken die eigene Meinung und Gruppe. Siehe KOPP Verlag oder Compact Online.
Zur Kritik und Ausschluss, bin bei fast allen AfD Facebook Seiten gesperrt. Das geht überraschend schnell. Ein kritischen Kommentar und die Partei "Mut zur Wahrheit" und für Meinungsfreiheit wirbt, bannt sofort.
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Die folgenden 3 Mitglieder haben sich bei MunichEast bedankt:
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31.08.21, 15:45
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#4
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Are YOU a people person?
Registriert seit: Apr 2015
Beiträge: 2.776
Bedankt: 4.870
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Alles nichts Neues.
Zitat:
Und, das Wichtigste: die Verbreitung von rechten Fake News sollte als Ausdruck politischer Konflikte ernst genommen und nicht als Missverständnis aufgrund von mangelnder Bildung oder fehlender Medienkompetenz abgetan werden. Nur so könne man dagegen etwas tun.
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Das gilt aber oft nur für die Grifter und Trolle. Um die Medienkompentenzen vieler hinterherlaufender Ja-Sager ist es... tatsächlich "nicht so gut" (  ) bestellt. Das gilt's zu bedenken, bevor mer "dagegen etwas tut".
Desweiteren sind "Intellekt", "Bildung" und "Medienkompetenz" sowieso kein Garant für valide bzw. vernünftige Analysen und darauf aufbauende politische Meinungsbilder. Die Welt ist voll mit menschlichen Versagern konservativer/regressiver Natur, welche ein abgeschlossenes Hochschulstudium in der Tasche haben (und wissen, wie mer die Medienlandschaft navigiert und zum eigenen Vorteil ausspielt).
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31.08.21, 16:33
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#5
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Agnostiker
Registriert seit: Dec 2009
Beiträge: 4.460
Bedankt: 4.877
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Zitat:
Zitat von muavenet
Um die Medienkompentenzen vieler hinterherlaufender Ja-Sager ist es... tatsächlich "nicht so gut" (  ) bestellt. Das gilt's zu bedenken, bevor mer "dagegen etwas tut".
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Sprichwort-Zeit: Die Intelligenz läuft mir hinterher, doch ich bin schneller...
Zitat:
Zitat von muavenet
Desweiteren sind "Intellekt", "Bildung" und "Medienkompetenz" sowieso kein Garant für valide bzw. vernünftige Analysen und darauf aufbauende politische Meinungsbilder.
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Dazu muss/wollte ich noch hinzufügen, dass es eigentlich wenigen vergönnt ist, sich wirklich eine "eigene Meinung" zu bilden. Das Meiste, was viele so als ihre Meinung in die Welt hinausposaunen (und da schließe ich mich oft nicht aus), sind ja (in der Regel aus den Medien) aufgeschnappte Meinungen anderer. Und vermutlich kann man sich auch schwer seinen Neigungen, politischen Präferenzen, beliebten Personen oder was auch immer entziehen, wenn man sich eine bereits gebildete Meinungen als die seine annimmt.
Und mit Meinung meine hier nicht z.B. "ja nee, finde ich kacke", sondern eben diese fundierte Abwägung der Hintergründe und möglicher Auswirkungen eines Sachverhaltes (sprich, eine Analyse).
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Der Klügere gibt nach... deshalb regieren die Dummen die Welt
Geändert von eitch100 (31.08.21 um 16:42 Uhr)
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31.08.21, 17:25
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#6
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Streuner
Registriert seit: Aug 2013
Beiträge: 11.082
Bedankt: 13.145
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Es ist ein erweitertes Scandieren, soll heißen länger als eine Zeile; eventuell zwei?
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