 |
|
myGully.com
> Talk
> News
|
[Brisant] Tragischer Vorfall: Tödliches Mobbing an Berliner Grundschule
|
|
02.02.19, 23:00
|
#1
|
Chuck Norris sein Vater
Registriert seit: Aug 2010
Beiträge: 6.100
Bedankt: 18.425
|
Tragischer Vorfall: Tödliches Mobbing an Berliner Grundschule
Zitat:
Ein elfjähriges Mädchen hat sich das Leben genommen. Eltern berichten über Gewalt an ihrer Schule – und Beschwichtigungen.

Ausgegrenzt auf dem Schulhof. (Symbolbild)Foto: Maja Hitij/dpa
Eigentlich hätten heute ihre Winterferien begonnen, doch die Berliner Fünftklässlerin hat sie nicht mehr erlebt. Weil sie in ihrer Grundschule offenbar massiv gemobbt wurde, soll die Elfjährige vor wenigen Tagen einen Selbstmordversuch unternommen haben. Sie starb später im Krankenhaus.
Für ihre Eltern ist eine Welt zusammengebrochen, ihre Mitschüler und deren Familien sind schockiert und fassungslos, die Klassenlehrerin hat sich krank gemeldet. In die Trauer der Elternvertreter mischt sich inzwischen aber auch viel Zorn und Empörung. „Seit mehr als einem Jahr gibt es massive Mobbingfälle an der Schule“, sagt ein Vater: „Es wurde immer wieder den Lehrern und der Schulleitung gegenüber angesprochen, vom Elternbeirat, aber auch von Müttern und Vätern, deren Kinder betroffen waren. Doch man hat alle Fälle einfach abgetan – nach dem Motto, das sei doch alles nicht so tragisch, oder die gemobbten Kinder seien ja auch nicht gerade Engel.“
Erst vor drei Wochen habe sich die Gesamtelternvertretung intensiv mit dem Thema Gewalt und Mobbing befasst, erzählt der Vater: „Darüber weiß auch der zuständige Schulamtsleiter Bescheid. Es soll nicht nur Mobbing zwischen den Kindern, sondern auch Gewalt von einer Lehrerin gegenüber den Schülern gegeben haben. Doch geschehen ist nichts.“ Nach seinen Informationen hatten die Eltern des Mädchens noch kurz zuvor wieder einmal auf die verbalen und körperlichen Attacken von einigen Mitschülern auf ihre Tochter hingewiesen – ohne, dass es Konsequenzen durch die Schulleitung gegeben habe.
„Die Eltern machen gerade das Schlimmste durch, was man sich vorstellen kann“, sagt Carsten Stahl. Er arbeitet seit Jahren als Anti-Mobbing-Trainer – nicht nur – an Berliner Schulen. Weil er selbst Opfer und Täter war, ist er bei den Schülern sowohl glaubwürdig als auch wegen seiner Hauptrolle in der Fernsehserie „Privatdetektiv im Einsatz“ und der Reality-Show „Stahl:hart gegen Mobbing“ bekannt.
Erst im vergangenen September hatte er auf Einladung des ehemaligen Abgeordneten und Mitglieds des Innenausschusses Thorsten Karge (SPD) in der Nähe besagter Grundschule eine Anti-Mobbing-Veranstaltung geleitet. „Als Stahl die Frage stellte, wie viele der ungefähr 150 anwesenden Schüler schon mal so stark gemobbt wurden, dass sie an Selbstmord dachten, hoben mindestens 25 die Hand“, sagt Karge: „Das hat mich sehr erschüttert. Da hätten doch die Lehrer und Schulleiter schon aufhorchen müssen. Aber leider war keiner von ihnen anwesend.“
„Mobbing sollte von der Politik viel ernster genommen werden“
Das Thema Mobbing an Schulen werde überall in Deutschland verdrängt, sagt Thorsten Karge: „Und wenn dann wie hier in Berlin was ganz Schlimmes passiert, greifen immer die gleichen Mechanismen: Es wird beschwichtigt, geschwiegen oder sogar das Opfer zum Täter gemacht. Das Thema Mobbing sollte auch von der Politik viel, viel ernster genommen werden.“
Carsten Stahl erlebt auch, dass Betroffene eingeschüchtert werden. Sie sollen auf keinen Fall an die Presse gehen, heißt es. Und weil die Medien in der Regel nicht über Suizide berichten, erfährt die Öffentlichkeit oft nichts davon. „Aber wie soll sich etwas ändern, wenn das Problem weiter tabuisiert wird?“, fragt Stahl.
Er erfährt inzwischen fast alles, weil er durch seine Kampagne und seine bundesweiten Auftritte so viele Menschen erreicht. „Und ich halte das bald nicht mehr aus. Ich war, seit ich mich gegen Mobbing engagiere, schon auf sechs Beerdigungen“, sagt er. „Ich weine um all diese Kinder. Um dieses Berliner Mädchen, um den Jungen, der sich vergangenes Jahr aus dem Fenster der Berufsschule in Burg in Sachsen-Anhalt stürzte, sogar der Amokläufer von München 2016 soll ein Mobbingopfer gewesen sein. Das sind vermeidbare Tragödien. Und keine Einzelfälle. Nach meinen Berechnungen stirbt in Deutschland fast jeden zweiten Tag ein Kind wegen Mobbings.“
Psychologen betreuen die Mitschüler
Solche Zahlen lassen sich allerdings schwer belegen, weil das Thema noch immer schambehaftet ist. Wer will schon ein Opfer sein? Bei Suiziden ist es ebenfalls oft schwierig, sie eindeutig als Folge von Mobbing einzuordnen.
Im Fall der Elfjährigen läuft laut Berliner Polizei wie immer in solchen Fällen ein Todesermittlungsverfahren. „Die Kollegen von der Kriminalpolizei sind da sehr sorgfältig“, sagt eine Sprecherin. Zu weiteren Anzeigen wegen Gewaltdelikten an besagter Schule könne man frühestens Anfang nächster Woche Aussagen treffen.
Eine Sprecherin der Senatsbildungsverwaltung bestätigte, dass die Schule über den Tod der Elfjährigen informiert habe. Gewalt- und Krisenpsychologen seien eingeschaltet worden, um die Mitschüler zu betreuen.
„Man will, dass das schnell vergessen wird“
An der Schule selbst war trotz vieler Versuche niemand für den Tagesspiegel zu sprechen. Laut Bildungsverwaltung will die Schule angemessene Möglichkeiten der Trauer und des Gedenkens anbieten – nach den Ferien.
Dass Kerzen und Blumen, mit denen an die tote Elfjährige erinnert wurde, von der Schule entfernt wurden, konnte die Sprecherin nicht bestätigen. Carsten Stahl hat das allerdings schon oft erlebt. „Man will, dass das schnell vergessen wird“, sagt er: „Dass niemand über die Fehler des Schulsystems und die Verantwortlichen nachdenkt. Aber wegschauen hilft nicht und vergessen geht nicht. Denn solange sich nichts ändert, wird es immer wieder passieren.“
Hilfsangebote
Haben Sie dunkle Gedanken? Wenn es Ihnen nicht gut geht oder Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie sich melden können.
Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222.
Weiterhin gibt es von der Telefonseelsorge das Angebot eines Hilfe-Chats. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer E-Mail-Beratung. Die Anmeldung erfolgt – ebenfalls anonym und kostenlos – auf der Webseite. Informationen finden Sie unter: [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
|
Quelle:[ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
|
|
|
Die folgenden 2 Mitglieder haben sich bei BLACKY74 bedankt:
|
|
03.02.19, 09:43
|
#2
|
@@@@@@@@@@
Registriert seit: Oct 2010
Ort: ab 420
Beiträge: 967
Bedankt: 2.194
|
[ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
Darüber sollte der Tagesspiegel mal nachdenken.
|
|
|
Folgendes Mitglied bedankte sich bei nachtmasse:
|
|
03.02.19, 10:44
|
#3
|
Süchtiger
Registriert seit: Jul 2012
Ort: Nichts
Beiträge: 845
Bedankt: 593
|
WOW WOW WOW, echt schlimm nur noch. Die kleine tut mir auch nach ihrem Tode noch sehr leid. Es gibt wohl gerade in der Schule mit nichts schlimmeres als gemobbt zu werden. Sehr sehr Tragisch. Und natürlich haben die Lehrer von nichts gewusst BlaBlaBla. Sehe es doch bei meiner Tochter, wenn ich sie an der Schule abhole. Hier wird geschubst da stehen mehrere im Kreis u einer in der Mitte. aber häh, die Lehrer haben wichtigeres zu tuen. Sehr schlimm alles. Wenn man selbst als Eltern Teil bei anderen Kindern schon dazwischen gehen muss, ist es eine Schande. Das ist wieder mal so ein Thema, da könnte man Geschichten erzählen. Das fängt ja schon bei Betreuungen im Kindergarten an. Aber häh wie heißt es so schön, sind immer die anderen schuld.
__________________
So langsam aber sicher haben die Smartphone's mehr "Rechenleistung" als mancher ihrer Nutzer.
|
|
|
03.02.19, 11:18
|
#4
|
Unruhegeist
Registriert seit: Sep 2008
Beiträge: 4.057
Bedankt: 5.724
|
Ohne Frage ein ganz tragischer Todesfall - ich mag gar nicht darüber nachdenken, was das für Eltern bedeutet, für alle, die dem KInd nahe standen, aber auch für ihre Klasse, ihres Mitschüler und die gesamte Schule.
Der Bericht über den Vorfall macht mich nachdenklich. Einiges scheint mir "mit heißer Nadel gestrickt", oberflächlich betrachtet und in simplifizierende Zusammenhänge gestellt worden zu sein.
Ich arbeite selbst an einer Grundschule und stelle fest, dass der Ton der Kids untereinander in den letzten Jahren deutlich rauher geworden ist, die Hemmschwelle für Gewalt ist gesunken und auf diesem Sektor kommt es zu krassen Aktionen, die ich vor 10 Jahren noch für undenkbar gehalten habe.
Andrerseits ist das Thema "Mobbing" auch sehr schnell von Eltern angeschnitten, und so ne Ansage "Ich bin nie wieder dein Freund", die wir aus unserer Kinderzeit noch kennen, ist schon der Beginn einer Mobbing-Kampagne.
Mobbing ist organisierter Psychoterror, andauerndes Drangsalieren, Gemeinsein, Ärgern, Angreifen und Schikanieren einer Person durch eine Gruppe. Aus meiner Erfahrung sind Grundschüler zu so etwas nicht fähig! Es gibt selten Zwiste zwischen Kindern, die richtig lange andauern, eine Konfrontation einer ganzen Gruppe mit einem Einzelnen über einen längeren Zeitraum habe ich in meiner über 30-jährigen Praxis nicht erlebt.
Auch die Aussage, das Lehrervolk schaue bei so etwas tatenlos zu kann ich nicht glauben! Klar - in jedem Beruf gibt's engagierte und gleichgültige Kollegen, aber ein kollektives Wegsehen erscheint mir völlig abwegig.
Ok - meine Erfahrungen fußen auf die Arbeit in Grundschulen abseits von Großstädten, da ist die Welt vielleicht noch heiler ...
Ein anderer Punkt: Der Tod des Mädchens als Folge des "Mobbens" - das ist für mich ein fragwürdiger Kausalzusammenhang.
Wenn jemand - noch dazu ein Kind - den Wunsch verspürt, seinem Leben ein Ende zu setzen, dann dürften im Vorfeld ganz viele kleine schlimme Mosaiksteinchen zusammengekommen sein (von denen die schulischen Erfahrungen sicher einen Teil ausmachen), bis schließlich etwas "das Fass zum Überlaufen" gebracht hat.
|
|
|
Die folgenden 6 Mitglieder haben sich bei lilprof bedankt:
|
|
03.02.19, 11:09
|
#5
|
Chuck Norris sein Vater
Registriert seit: Sep 2009
Beiträge: 5.050
Bedankt: 4.158
|
Ist in der Schule bei meinem Enkel nicht anders! Da wird auch weg geschaut was das Zeug hält. Eltern von gemobbten Kindern wird sogar geraten die Kinder von der Schule zu nehmen damit wieder Ruhe einkehrt.
|
|
|
Themen-Optionen |
|
Ansicht |
Hybrid-Darstellung
|
Forumregeln
|
Du kannst keine neue Themen eröffnen
Du kannst keine Antworten verfassen
Du kannst keine Anhänge posten
Du kannst nicht deine Beiträge editieren
HTML-Code ist Aus.
|
|
|
Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 11:31 Uhr.
().
|