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08.08.18, 10:49
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Legende
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Flauschiges und Kurioses zum Tag der Katze
Zitat:
Geschichte der Hauskatze
Von der Wildkatze zum Stubentiger
Sie schnurren, maunzen und räkeln sich. Will man sie streicheln, fahren sie ihre Krallen aus. Katzen sind unberechenbar - dennoch ist ihre Beziehung zum Menschen eine Erfolgsgeschichte mit dunklen Flecken in der Vergangenheit.
In der Evolution haben die Tierarten die besten Karten, die sich in kritischen Situationen rasch anpassen und Neues lernen können. Katzen sind darin ziemlich erfolgreich. Heute gibt es allein in Deutschland rund 13 Millionen Hauskatzen. Katzen sind erstaunlich lernfähig, obwohl ihre Evolution weitgehend vom Menschen bestimmt wurde und nicht nur glückliche Momente zu bieten hatte.
Einer wie Hund und Katz
Hund und Katze hatten einen gemeinsamen Urahn
Auch wenn ihnen heute eine ständige Rivalität unterstellt wird – Hund und Katze stammen vom selben Prototypen ab: dem Dormaalocyon latouri. Diesem wird eine Verwandtschaft mit allen heutigen Raubtieren bescheinigt, mit Bär, Robbe, Löwe, Wolf, Wiesel oder Tiger. Ein Team um Floréal Solé und Richard Smith vom Königlich-Belgischen-Institut für Naturwissenschaften hat in der Nähe des belgischen Dormall Fossilien des Baumbewohners gefunden und genau untersucht. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass der Mix vor etwa 55 Millionen Jahren die Regenwälder des frühen Eozäns bewohnte.
Die Forscher ordnen den Urräuber zu den sehr frühen Vertretern der Raubtiere unter den Säugern ein und sehen ihn als Vorfahren der Katzen und der Hunde. Zwar ist er nicht der erste gemeinsame Urahn der Katzen- und Hundeartigen, diesem aber sehr nah. Und so sehen die Forscher im Dormaalocyon latouri den frühesten bisher bekannten Räuber mit lebender, direkter Nachkommenschaft.
Die erste Katze als Haustier
2004 fanden Archäologen in Zypern ein 9.500 Jahre altes Grab. Darin lag eingebettet in Muscheln, polierten Steinen und anderen Artefakten ein Mensch mit seiner Katze. Es ist der älteste Fund einer Katze als Haustier. Doch da in Zypern keine Katzen beheimatet waren, geht man davon aus, dass die Katze per Boot von der nahen Festlandküste im Osten mitgebracht wurde.
Liebe geht durch den Magen ...
... oder zumindest Freundschaft. Forscher gehen davon aus, dass sich die ersten Katzen vor rund 10.000 Jahren den Menschen angeschlossen haben. Sie bezeichnen die Katzen als opportunistische Jäger. Das heißt, die Tiere suchen ihre Beute da, wo sie sie am leichtesten finden. So trafen sie auf die Menschen, die damals mit dem Ackerbau anfingen und begannen ihr Korn zu lagern. Das zog Mäuse an und die waren wiederum ein gefundenes Fressen für die Katzen. Weil diese Zweckgemeinschaft so gut funktionierte, versuchten die Menschen die Katzen zu halten, indem sie sie mit Milch lockten. Die ehemaligen Wildkatzen gewöhnten sich an den Menschen, doch bis heute brauchen sie den Zweibeiner eigentlich nicht, um zu überleben.
Wie verliert eine Wildkatze ihre Wildheit?
Eigentlich war die ursprüngliche Wildkatze scheu, misstrauisch und nachtaktiv. Wie konnte sie gebändigt werden, um die Nähe des Menschen zu dulden? Der Freiburger Verhaltensforscher Immanuel Birmelin glaubt, "die Menschen haben die Katzen selektiert, auf Zahmheit, weil sie den Nutzen sahen: Wenn ich die Katze habe, habe ich keine Ratten und keine Mäuse, und so war eine Kooperation denkbar." Im Laufe der Zeit haben die Menschen dann bevorzugt die Tiere gezüchtet, deren Eigenschaften ihnen am genehmsten waren. So kamen sich Mensch und Tier ein wenig näher.
Die Katze als Nutztier
Im frühen Mittelalter waren zahme Katzen zwar noch selten, aber gern gesehene Beschützer des Hauses. So erwähnten irische Mönche in Schriften aus dem 6. Jahrhundert Katzen, deren Gesellschaft sie in ihren Studierstuben schätzten. Doch eigentlich war die Katze in dieser Zeit kein Schmusetier und Begleiter, sondern ein Nutztier: als Mäusejäger und Pelzlieferant. Teile des toten Katzenkörpers wurden für volkstümliche Medizin genutzt.
Die Katze verteufelt, verjagt, verdrängt
Bis zum 12. Jahrhundert galt die Katze als guter Hausgeist, doch die Kirche leitete einen Feldzug gegen die Katze ein. Sie wurde dämonisiert und von der Kirche als Verkörperung des Bösen gesehen. Sie sei falsch, leide an Putzsucht, sei ein Dämon der Nacht, faul und heuchlerisch.
Ihre natürlichen Verhaltensweisen wie das geräuschlose Anpirschen und nächtliche Jagen, das ausgiebige Putzen und lautstarke Werben und Paaren wurde den Katzen zum Verhängnis. Hinzu kam ihre unbeugsame Art, sich nicht endgültig zähmen zu lassen. Hexen wurden daran erkannt, dass der Teufel in Gestalt von schwarzen Katzen Besitz von ihnen ergriff. Und gemeinsam mit vermeintlichen Hexen und Ketzern wurde zahllose Katzen gequält, ertränkt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Katzen sind die beliebtesten Haustiere
Zum Glück entkamen genug Katzen diesem Schicksal und dank reger Vermehrung konnten sie diese dunkle Epoche überstehen. Das Zusammenleben mit dem Menschen über die Jahrtausende hat bei ihnen mittlerweile Spuren hinterlassen: Bei Hauskatzen sind laut einer Studie vom November 2014 Erbanlagen verändert, die unter anderem die Gedächtnisbildung, das Lernen durch Belohnung und das durch Angst gesteuerte Verhalten beeinflussen. Wegzudenken sind die Stubentiger aus unserem Leben jedenfalls nicht mehr: Katzen sind in Deutschland das beliebteste Haustier - noch weit vor dem Hund, der damit eigentlich "nur" der zweitbeste Freund des Menschen ist.
Warum finden wir Katzenvideos und -bilder so toll?
"Wir finden Katzen ähnlich gut wie Süßigkeiten, das liegt in unserer Spezies", erklärt der Medienpsychologe Frank Schwab von der Universität Würzburg. Die Tiere würden unsere menschlichen Brutpflegemechanismen "parasitieren": "Sie nutzen genau die Reize, auf die wir auch ansprechen, wenn wir Kinder aufziehen. Die Leute stellen ja auch andauernd Bilder von ihren Kindern online, fotografieren sie am laufenden Meter und zeigen sie jedem - ob er will oder nicht", sagt Schwab. "Katzen werden ganz ähnlich behandelt, das dockt an die gleichen Mechanismen an."
Und natürlich kommt es den Haustigern auch zugute, dass jeder sie im Internet so lange und so oft bewundern kann, wie er möchte - zu jeder Tageszeit. "Man kann das zur Stimmungsaufhellung machen, das nennt man in der Psychologie 'mood management', wie so ein kleines Bonbon", erzählt Schwab. "Und wenn man merkt, das hebt meine Stimmung, macht man es immer wieder - schon hat man eine kleine Gewohnheit etabliert." Und wer das Bild oder Video anschaut, leitet es oft weiter. "Das breitet sich exponentiell aus - und irgendwann sind alle mit Katzenbildern und -videos überflutet."
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Ohne meinen Kater hätte ich mich nach dem Einzug hier in der Einöde gegen die Mäuse in Haus und Nebengebäude nicht behaupten können. Er kam direkt von einem Bauernhof in der Nähe, und war in seinen ersten Lebenswochen von seiner Mutter bestens auf seine künftigen Aufgaben vorbereitet worden. Fünfzehn Jahre lang war er ein loyaler Freigeist, der so nicht mehr zu ersetzen ist. Rest in Peace Arni.
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