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24.08.16, 17:36
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Super Moderatorin
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Walter Scheel gestorben Politiker mit Charme
Zitat:
Die gute Laune, die Walter Scheel verbreitete, machte ihn populär. Politisch verschaffte sich der Liberale als Außenminister einen Namen. Die Unterzeichnung des Moskauer Vertrages gilt als ein Meilenstein der Entspannungspolitik. Nun ist er im Alter von 97 Jahren gestorben.
Walter Scheel galt als ein Politiker, der zwar durchaus ein Gespür für die Macht hatte, gleichzeitig aber volksnah war. Seine stets gute Laune machte ihn populär. Unvergessen: als er 1973 mit dem Düsseldorfer Männergesangsverein live im Fernsehen "Hoch auf dem gelben Wagen" anstimmte und damit einen Schlager in den Hitparaden landete - für einen guten Zweck, versteht sich. Und nicht ohne politisches Kalkül, denn die Wahl zum Amt des Bundespräsidenten stand kurz bevor: "Natürlich ist das schon sehr an die Grenze dessen herangegangen, was ein Politiker tun kann", sagte Scheel damals.
Geboren 1919 in Solingen, macht Scheel nach dem Krieg bald Karriere. Erst als Unternehmer, dann als Politiker. Unter Bundeskanzler Konrad Adenauer wird er Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, als FDP-Vorsitzender führt er seine Partei 1969 in die sozialliberale Koalition unter Kanzler Willy Brandt. Er wird als Außenminister zum einem der Wegbereiter der neuen Ostpolitik.
Würdigung von Hans Dietrich Genscher
Einer seiner größten Erfolge: die Unterzeichnung des Moskauer Vertrages 1970 - eine Grundlage für die spätere Wiedervereinigung Deutschlands. Das attestierte ihm auch sein Nachfolger, der inzwischen verstorbene Hans Dietrich Genscher:
"An dem Tag, an dem die Mauer fiel, an dem Tag, an dem Deutschland vereint wurde, da ging etwas in Erfüllung, was dieser Mann gegen viele Widerstände mit großer Kraft und großer Energie auf den Weg gebracht hat."
Villa Kunterbunt in Bonn
Außenpolitisch als Meilenstein gefeiert, schwindet jedoch innenpolitisch die Unterstützung für den Brandt-Kurs. 1972 kam es zum Misstrauensvotum der Opposition, nachdem einige FDP-Abgeordnete zur CDU gewechselt waren. Mit einer viel beachteten Rede im Bundestag wendet Scheel das Misstrauensvotum noch einmal ab - es gibt eine knappe Mehrheit für die Regierung Brandt-Scheel und ihre Ostpolitik.
Nur zwei Jahre später, im Jahr 1974, zieht Scheel mit seiner Frau Mildred als Bundespräsident in die Villa Hammerschmidt ein. Das Ehepaar prägt das Amt wie kaum anderes ihrer Nachfolger. Ihre drei Kinder machen den Amtssitz zur Villa Kunterbunt, für seine spontane Art wird Scheel vom Volk verehrt. 1979 verzichtete er dennoch auf eine zweite Amtszeit. Im Alter wurde es still um Scheel. Nun starb er mit 97 Jahren in Bad Krozingen bei Freiburg.
"Großes geleistet"
Bundespräsident Joachim Gauck, betonte, in seinen öffentlichen Ämtern, ganz besonders als Bundespräsident, habe er Großes geleistet: "Die Einigung Europas voranzutreiben, lag ihm besonders am Herzen." Kanzlerin Merkel erklärte während ihres Staatsbesuchs in der estnischen Hauptstadt Tallinn: "Scheel war ein überaus populärer Bundespräsident, der viele Menschen beeindruckt hat."
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