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21.08.22, 15:25
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Legende
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FELIXSTOWE-STREIK Neuer Druck auf Lieferketten droht
Zitat:
Erst Brexit, dann Pandemie und nun Arbeitskämpfe: Ein mehrtägiger Streik von Hafenarbeitern auf dem größten britischen Containerhafen in Felixstowe droht die Lieferketten neu zu belasten. 1.900 Beschäftigte wollen auf dem Hafen an der englischen Ostküste ihre Arbeit mehr als eine Woche lang niederlegen. Auswirkungen könnte das auch über die britischen Landesgrenzen hinaus haben.
Ein achttägiger Streik, der am Sonntag begann, bedeute ein Risiko für Im- und Exporte im Wert von rund 800 Mio. Pfund (rund 950 Mio. Euro), besonders betroffen sei die Kleidungs- und Elektronikbranche. „Fast die Hälfte des britischen Containerverkehrs geht durch den Hafen in Felixstowe hindurch und 65 Prozent der ankommenden Container“, sagte die britische Handelsexpertin Rebecca Harding der dpa.
Die Gewerkschaft Unite rief zu dem Streik auf, nachdem eine Einigung mit dem Arbeitgeber, der Felixstowe Dock and Railway Company, gescheitert war. Das Angebot von Lohnerhöhungen um sieben Prozent ist der Gewerkschaft angesichts stark steigender Verbraucherpreise nicht hoch genug. Die Inflation in Großbritannien kletterte im Juli auf über zehn Prozent.
Unite: „Massive Schockwellen durch Lieferketten“
Unite kündigte an, der beginnende Streik werde „massive Schockwellen durch die britischen Lieferketten senden“. Auch in Liverpool wollen die Hafenarbeiter ihre Arbeit niederlegen.
Doch der Streik ist längst nicht nur ein rein britisches Thema: Der globale Containerverkehr auf See ist seit Ausbruch der Pandemie aus dem Tritt geraten. Jede Störung, etwa Lockdowns in einzelnen Häfen, eine Havarie wie die der „Ever Given“ im Sueskanal und Arbeitskämpfe, bringt zusätzlich Sand ins Getriebe – selbst wenn ein Hafen wie Felixstowe im internationalen Maßstab kein ganz großer Player ist.
„Ein Grund für die strapazierte Logistik auf See und in den Häfen ist auch die niedrige Pünktlichkeitsrate von Schiffen“, sagte etwa der Ökonom Vincent Stamer, der am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) den weltweiten Containerverkehr analysiert. „Zusätzliche Streiks verschlechtern diese Situation – auch der drohende Streik am größten britischen Hafen Felixstowe.“ Zudem fürchten Logistiker auch in Deutschland neue Warnstreiks.
„Jede neue Störung erhöht den Druck“
„Der Handel zwischen Großbritannien und dem Rest der Welt, vor allem der EU, ist im vergangenen Jahr ohnehin schon eingebrochen, und jede neue Störung erhöht den ohnehin steigenden Druck“, so die britische Handelsexpertin Harding. Sie hält es für möglich, dass die Inflation weiter steigen könnte, wenn wichtige Lieferketten aus dem Tritt geraten. „Das würde die Lebenshaltungskostenkrise, die ohnehin in Großbritannien gerade schon so ernst ist, weiter verschärfen.“
Maersk: „Erhebliche Auswirkungen auf Schiffsprogramm“
Wie sehr der Streik die ohnehin gestressten Fahrpläne der Reedereien durcheinanderwirbelt, hängt stark davon ab, welche Rolle der Hafen bei ihnen spielt. Maersk, eine der Branchengrößen, rechnet etwa mit „erheblichen Auswirkungen auf das Schiffsprogramm“, wie ein Sprecher der dänischen Reederei sagte.
Der Hafen sollte während der Streiktage von fast einem Dutzend Containerriesen angelaufen werden. „Wir halten zwar alle Schiffsanläufe in Felixstowe aufrecht, erwarten aber, dass einige Ankunftszeiten entweder erheblich vorgezogen oder verschoben werden.“ Die deutsche Reederei Hapag-Lloyd sieht sich dagegen „nicht direkt betroffen“, wie eine Sprecherin erläuterte. Man habe nur einen wöchentlichen Dienst nach Felixstowe.
Britischer Hafenverband: Auswirkungen nicht langfristig
Der Hafenverband British Ports Association rechnet bisher nicht mit langfristigeren Auswirkungen auf die britischen Lieferketten. Es sei in den vergangenen Jahren stark in die Infrastruktur investiert worden, weshalb es – wenn nötig – auch möglich sei, zeitweise mehr Containerfracht abzuwickeln als üblich.
Ulrich Hoppe, Direktor der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer, hält kurzfristig spürbare Engpässe für unwahrscheinlich. „Ich glaube nicht, dass wir leere Regale in Supermärkten sehen werden“, sagte er der dpa. Frische Produkte wie Obst und Gemüse würden eher über den Hafen in Dover abgewickelt. Vorstellbar sei aber, dass bei üblicherweise in Containern transportierten Gütern wie Spielzeugen aus China Verzögerungen entstünden und somit weiterer Druck auf die ohnehin schon durch die Pandemie und andere Herausforderungen belasteten Lieferketten.
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"Spielzeug aus China" sollte wohl das letzte Problem sein.
In London stehen aus U-Bahn und Züge wegen Streik still.
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