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myGully |
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11.12.21, 17:31
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#1
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Silent Running
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Die "Skandal-Macher": Corona und die Berichterstattung der BILD
Zitat:

Die "Skandal-Macher": Corona und die Berichterstattung der BILD
09.12.2021 ∙ Monitor ∙ Das Erste
7 min.
In großen Schlagzeilen polemisierte BILD noch vor Kurzem gegen angeblich überzogene Corona-Maßnahmen, kurz darauf beklagte sie die vielen Toten in der vierten Welle.
Expert:innen und Politiker:innen werden immer wieder diffamiert und an den Pranger gestellt. Die Corona-Berichterstattung von BILD sei heuchlerisch, sagen Beobachter*innen. Und gefährlich. Denn BILD bediene damit auch die Narrative rechter Corona-Proteste.
Bild: WDR
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Quelle:
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Die folgenden 9 Mitglieder haben sich bei pauli8 bedankt:
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13.12.21, 12:00
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#2
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Banned
Registriert seit: Sep 2010
Beiträge: 338
Bedankt: 249
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Die zugelassene Opposition bildet eine Meinung.Der vorher am Ruder war wurde stillgelegt und nun geht es ruhiger zu.Heisst allerdings nicht das man das Ruder an nichtkontrollierbare Medien ala Kopp abgibt.
Es gibt also nichts neues,bitte weitergehen.
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17.12.21, 14:26
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#3
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working behind bars
Registriert seit: Apr 2013
Beiträge: 3.222
Bedankt: 13.797
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Als Ergänzung ein Artikel von Boris Rosenkranz:
Zitat:
Zahnloser Tiger
15. Dezember 2021
Deutscher Presserat rügt „Bild“ mehrfach, lässt sich jetzt aber erstmal Zeit
von Boris Rosenkranz
Der Deutsche Presserat hat bekannt gegeben, dass er nach vielen aktuellen Beschwerden ein Verfahren gegen „Bild“ eingeleitet hat – und das klingt so langwierig und bürokratisch, wie es nun auch sein wird.
Konkret geht es um einen Artikel, für den „Bild“ öffentlich bereits heftig kritisiert worden ist. Nachdem die Politik Anfang Dezember härtere Maßnahmen im Kampf gegen Corona beschlossen hatte, stellte „Bild“ drei Wissenschaftler:innen unter der Überschrift „Die Lockdown-Macher“ an den medialen Pranger. Das „Experten-Trio“, hieß es, schenke „uns Frust zum Fest“.
„Bild“ vom 4.12.2021
Der Artikel erschien online und in der gedruckten Ausgabe, in der ihn „Bild“ mit zynisch betexteten Weihnachtsgeschenk-Päckchen dekorierte, zum Beispiel mit der Aufschrift „Kino-Verbot für Ungeimpfte“ – und das ausgerechnet in einem ohnehin angespannten gesellschaftlichen Klima, an einem Tag, an dem „Bild“ auch darüber berichtete, dass ein „Fackel-Mob“ vor das Haus der sächsischen Sozialministerin gezogen war.
Unter anderem der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kritisierte diese Form der „Bild“-Stimmungsmache:
„Alle Entscheidungen zum Beispiel gegen Ungeimpfte wurden ausschließlich von der Politik getroffen. Es genügt, dass wir 24/7 mit Personenschutz unterwegs sind. Die WissenschaftlerInnen dürfen nicht den gewaltbereiten Querdenkern als Zielscheiben angeboten werden.“
Auch die Allianz der Wissenschaftsorganisationen kritisierte „Bild“ für die Schlagzeile, nannte sie „diffamierend“ und schrieb, so etwas könne leicht zu einem Meinungsklima beitragen, „das an anderer Stelle bereits dazu geführt hat, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich physischer oder psychischer Gewalt ausgesetzt sahen oder mit ihr bedroht wurden“.
Selbst „Bild“-Mitarbeiterinnen scheinen das so zu sehen. Die Schlagzeile mitsamt ihrer ganzen personalisierten Aufmachung sorgte auch im eigenen Haus für Empörung. Laut „Medieninsider“ schrieb ein Redaktionsmitglied im internen Slack-Kanal:
„Vielleicht noch ein Fadenkreuz auf den Teaser?!?“
Ein anderer Mitarbeiter soll geschrieben haben, „Bild“ liefere mit solchen Artikeln Vorlagen für Telegram-Gruppen, über die ja gerade ebenfalls viel diskutiert wird. Der Mitarbeiter soll auch darauf hingewiesen haben, dass Artikel über „Lockdown-Macher“ zu so etwas führen könnten wie dem „Fackel-Mob“ in Sachsen.
Wissenschaftler:innen beschweren sich
Den Presserat haben seither nach eigenen Angaben „94 Beschwerden von mehreren Wissenschaftlern und der Berliner Humboldt-Universität“ (HU) erreicht. Die HU hatte den Bericht ebenfalls öffentlich kritisiert und diese Art der journalistischen Darstellung in Pandemiezeiten als „gefährlich und verantwortungslos“ bezeichnet.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stehe nun „die Frage, ob die Redaktion das Wahrhaftigkeitsgebot nach Ziffer 1 und ihre Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 des Pressekodex verletzt hat“, wird der Sprecher des Presserats zitiert.
Aber wann will der Presserat darüber entscheiden, ob „Bild“ dafür gerügt wird? Noch diesen Monat? Gleich Anfang nächsten Jahres? Nö. In seiner nächsten Sitzung am 24. März 2022, also in einem Vierteljahr.
Offenbar ist es dem Organ der freiwilligen Selbstkontrolle nicht möglich, einen fragwürdigen Artikel wie diesen, der öffentlich bereits breit diskutiert wurde und eine aktuelle gesellschaftliche Debatte betrifft, zum Anlass eines beschleunigten Verfahrens zu nehmen, um schnell zu einer Entscheidung zu kommen. Klar, jedes Medium bekommt vom Presserat die Möglichkeit, zur Sache Stellung zu nehmen. Aber das könnte ja schnell eingefordert werden. Bei jedem Unterlassungsbegehren, das Anwälte an Medien stellen, geht es schneller. Aber der Presserat lässt sich Zeit, erst mal ist jetzt Weihnachten.
Demonstrative Missachtung des Gremiums
Andererseits ist es ja auch naiv, anzunehmen, dass ein schnelles Verfahren etwas brächte. Oder dass ein Presserats-Verfahren überhaupt viel bringt, gerade wenn es um „Bild“ geht. Der Presserat ist ein zahnloser Tiger, dem sich „Bild“ zwar unterworfen hat, aber offenbar mit schallendem Gelächter.
Spricht der Presserat eine Rüge aus, sind Medien, die den Pressekodex anerkannt haben, verpflichtet, diese Rüge zu veröffentlichen. „Bild“ aber zögert das nach Belieben hinaus. Dieses Jahr im Oktober etwa druckte das Blatt, gut versteckt, gleich fünf Rügen ab, die der Presserat im Vorjahr (!) ausgesprochen hatte. Zuvor waren mehr als zwei Jahre lang gar keine Rügen in „Bild“ erschienen – eine demonstrative Missachtung des Gremiums.
Sollte es eine Rüge geben im aktuellen Fall um die vermeintlichen „Lockdown-Macher“, ist mit einem Abdruck also wahrscheinlich so Mitte 2023 zu rechnen. Wenn es gut läuft. Und selbst so eine Rüge ist ja immer noch ein zahmes Instrument, auch angesichts der Sanktionsmöglichkeiten, die neuerdings Landesmedienanstalten haben, etwa gegenüber Bloggern.
Auch wann die sechs Rügen im Blatt erscheinen, die der Presserat am vergangenen Freitag gegenüber „Bild“ ausgesprochen hat, ist demnach ungewiss. Sie belegen abermals eindrucksvoll, wie „Bild“ arbeitet. Deshalb dokumentieren wir sie hier:
Sechs aktuelle Rügen gegen „Bild“
Der Presserat hat „Bild“ gerügt, weil …
… „Bild“ Eltern eines vermissten Mädchens abbildete, die im Verdacht stünden, dieses zu misshandeln.
… „Bild“ Schleichwerbung für eine Firma des früheren Fußballers Andreas Brehme gemacht habe.
… die Redaktion einem Kindermörder in einem Interview eine öffentliche Bühne gab und auch ein Foto veröffentlichte, das den Täter und eines seiner Opfer kurz nach der Tat zeigt.
… die Redaktion dem Rapper Sido ein Schimpfwort zugeschrieben hatte, die Äußerung aber auf Nachfrage nicht belegen konnte, „wie die Redaktion einräumte“. Außerdem hatte „Bild“ die Tonspur eines Videos nachträglich manipuliert.
… die Redaktion einen einzelnen Richter des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) für eine Entscheidung verantwortlich machte, nachdem sich ein Senat des BVerfG mit der Erhöhung des Rundfunkbeitrags befasst hatte. Ein Senat besteht aus mehreren Richter:innen. Die Überschrift, die – ähnlich wie bei den Wissenschaftler:innen – in Kombination mit einem Foto des Richters erschien, lautete damals: „Von diesem Richter werden wir zur Kasse GEZwungen“.
… die Redaktion, ohne Einwilligung der Familien, Fotos von Jugendlichen veröffentlichte, die bei einem Autounfall verstorben waren. Online erschienen die Fotos zunächst unverpixelt; in der gedruckten Zeitung waren sie zwar verfremdet, die Personen laut Presserat aber trotzdem identifizierbar.
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Quelle:
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Mathias Oliver Christian Döpfner ist ein mächtiger Mann und seine Macht reicht weit.
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