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Kurzfilmserie über Gewalt gegen Frauen: Zuschauen tut weh

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Ungelesen 19.11.21, 09:25   #1
pauli8
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Standard Kurzfilmserie über Gewalt gegen Frauen: Zuschauen tut weh

Zitat:
Kurzfilmserie über Gewalt gegen Frauen:

Zuschauen tut weh

„H24“ beleuchtet Gewalt im Alltag von Frauen. Die Arte-Serie beruht auf wahren Geschichten. Vieles hat man so ähnlich schon gehört – oder erlebt.

12.11.2021

Von Nele Karsten

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„Wir hatten die Nase voll von der allgegenwärtigen Gewalt gegen Frauen“, sagt Regisseurin Masduraud Foto: Arte

24 Autorinnen, 24 Schauspielerinnen, 24 Kurzfilme: die ARTE-Dokumentarserie „H24“ führt in Episoden �* vier Minuten durch Unterdrückung, Femizid, Rachepornos, sexistische Kleiderordnung und Vergewaltigung. Die Filme spielen jeweils zu einer anderen Uhrzeit und bilden so einen kompletten Tag ab – 24 Stunden im Leben einer Frau. Ein feministisches Manifest, das die vielen Formen der Gewalt beleuchtet, denen Frauen zu jeder Tages- und Nachtzeit potenziell ausgesetzt sind.

„Alles fing damit an, dass wir die Nase voll hatten von der allgegenwärtigen Gewalt gegen Frauen“, sagt Nathalie Masduraud. Zusammen mit Valérie Urrea hat sie die Kurzgeschichten kuratiert und bei der Verfilmung Regie geführt.

Gezeigt werden 24 Mosaike, Einzelschicksale, die das Gesamtbild eines systematischen Übels zeigen. Über die ganze Bandbreite der Gewalt hinweg. 7 Uhr: die Frau, die früh am Morgen im Bus einschläft und von ihrem Sitznachbarn bedrängt wird. 15 Uhr: die Schülerin, die verstört nach Hause kommt und ihrer Mutter erzählt, ihre Klassenkameraden hätten sie „Schlampe“ genannt. 19 Uhr: die Studentin, die vor einem vollen Hörsaal von ihrem Professor gedemütigt wird. 0 Uhr: die Schwangere, die auf der Rückbank eines Polizeiautos sitzt. Sie wurde von ihrem Mann geschlagen, Nachbarn haben Hilfe gerufen.

Es sind Geschichten, von denen wir alle schon einmal gehört oder sie selbst erlebt haben – und gerade das macht ihr Erzählen so wichtig.

Die Szenen ergeben sich aus Fällen, über die medial viel berichtet wurde. Zum Beispiel die Geschichte einer jungen Migrantin. Sie erinnert sich an die beiden italienischen Richterinnen, die der Auffassung waren, sie sei zu maskulin, um vergewaltigt worden zu sein. Nicht hübsch genug – nicht glaubwürdig. Auch Frauen verinnerlichen die Regeln des Patriarchats. Andere Folgen beruhen auf Aussagen und Erlebnissen. Im Abspann jeder Episode erscheinen die Worte „inspiriert von wahren Gegebenheiten“ wie ein Mahnmal.

Die Kraft der Worte

In jeder Folge steht eine Frau im Mittelpunkt, allein sie spricht. Die Darstellerinnen, mit dabei unter anderem Diane Kruger, verleihen den Monologen Kraft. So vermischen sich Literatur und Kino. Die Erzählungen der Frauen wirken wie Reflexionen aus einem Tagebucheintrag, mit denen sie die Zuschauer:innen an ihren Gedanken teilhaben lassen. Sie blicken direkt in die Kamera, während sie sprechen. Szenen der Gewalt werden häufig nur angedeutet und werden allein durch das explizite Aussprechen des Erlebten deutlich. „H24“ überzeugt durch die Kraft der Worte, während die Bilder unterstützen. Zuschauen und Zuhören tun bei „H24“ oft weh.

Den Regisseurinnen war es wichtig, die namenlosen Frauen zu Wort kommen zu lassen und einen Raum zu schaffen, in dem sie sich ihre Geschichten wieder zu eigen machen können. Die Frauen bleiben nicht passiv, erscheinen nicht nur als Opfer. Sie sagen Nein oder stellen den Tätern eine Falle.

Eine Boxerin wehrt sich mit Fäusten gegen einen Mann, der nachts auf der Straße ihre Brüste anfassen will. Beeindruckend ist hier Déborah Lukumuena als Mitarbeiterin in einem Fast-Food-Restaurant, die durch das Fenster sieht, wie ein Mann seine Frau verprügelt. Sie greift ein, während alle um sie herum schweigen, und stellt sich ihm entgegen. Wütend brüllt sie: „Wenn wir den Schrei einer Frau hören, verteidigen wir sie.“

Es sind die Schreie von Frauen aus ganz Europa. Bei der Recherche hatten die Regisseurinnen festgestellt, dass sich die Geschichten in Frankreich, Großbritannien, Italien, Finnland oder Grönland ähneln und überschneiden. In der Serie beziehen sie diese Parallelen zwischen den Ländern ein und zeigen die Episoden in der Originalsprache, um zu demonstrieren: das ist ein strukturelles, grenzübergreifendes Problem.

In der Mediathek wird mit einem Link auf Hilfsangebote in verschiedenen Sprachen für Opfer von sexualisierter Gewalt verwiesen. Details wie diese wirken wie ein Weckruf, die realen Vorlagen der fiktiven Filme nicht zu vergessen.

21 Uhr: Sveva Alviti spielt eine Köchin, die betäubt und zum Sex genötigt wurde. Es gab nicht genügend Beweise, der Täter wurde nicht verurteilt. Ihre Worte hallen im Abspann nach und bleiben im Kopf. Sie flüstert: „Er wird es wieder tun.“

„H24“ läuft in der ARTE-Mediathek
.

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Quelle:

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das ist sehr sehenswert!!

auf zdf gäbe es dann grad noch eine reportage zum thema "femizid" - auch nicht uninteressant, aber eben eine reportage, kein film.

jeden 3. tag tötet ein mann seine frau/ex-frau/freundin.

die zahl muss man einfach mal gehört haben. find ich irre!
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Ungelesen 19.11.24, 16:49   #3
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aus gegebenem anlass hole ich den alten thread nochmal hoch... wer es noch nicht gesehen hat: die filme sind bei arte noch in der mediathek!

Zitat:
BKA-Statistik für 2023
Deutlich mehr Gewalt gegen Frauen in Deutschland
Häusliche Gewalt, Sexualstraftaten, versuchte oder vollendete Femizide: Das BKA meldet einen Anstieg von Gewaltdelikten gegen Frauen in Deutschland. Die Ermittler gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

Die Zahl der registrierten Fälle von Gewalt gegen Frauen in Deutschland nimmt zu. So stieg die Zahl der weiblichen Opfer von häuslicher Gewalt laut einer Auswertung des Bundeskriminalamts um 5,6 Prozent auf 180.715. Im Jahr 2022 waren es noch 171.076.

Die Entwicklung geht aus dem aktuellen Lagebild »Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten« hervor, das die Bundesministerinnen für Frauen, Lisa Paus (Grüne), und für Inneres, Nancy Faeser (SPD), zusammen mit dem Vizepräsidenten des Bundeskriminalamts (BKA), Michael Kretschmer, in Berlin vorstellten. »Die Zahlen und Fakten zeigen, dass Hass und Gewalt gegen Frauen ein zunehmendes gesellschaftliches Problem sind«, sagte Kretschmer. Dabei sei der digitale Raum »der Treiber«, so der BKA-Vizepräsident.

In 70,5 Prozent der Fälle sind Frauen und Mädchen von häuslicher Gewalt betroffen. Die Erhebung umfasst Fälle, die der Polizei 2023 bekannt wurden. Die Entwicklung der Daten hängt also auch stark davon ab, ob häusliche Gewalt bei der Polizei angezeigt wird. Insbesondere bei digitaler und partnerschaftlicher Gewalt gehen die Ermittler von einer hohen Dunkelziffer aus.

Auch bei Sexualstraftaten verzeichnet das BKA einen Anstieg. 2023 wurden demnach 52.330 Frauen und Mädchen Opfer von Sexualstraftaten und damit 6,2 Prozent mehr als 2022. Etwas mehr als die Hälfte der Opfer war hier den Angaben zufolge jünger als 18 Jahre.

Vorurteile gegen Frauen als Tatmotiv
Kretschmer betonte, dass die Ermittler im Jahr 2023 bei allen Taten, die sich spezifisch gegen Frauen richteten, einen Anstieg festgestellt hätten. Das gelte auch für die Zahl der versuchten und vollendeten Tötungsdelikte, der sogenannten Femizide. Im Jahr 2023 wurden 938 Mädchen und Frauen Opfer von versuchten oder vollendeten Femiziden, ein Prozent mehr als 2022 (929). 360 Frauen und Mädchen starben dabei.

Der Anteil an weiblichen Opfern, die im Zusammenhang mit partnerschaftlichen Beziehungen Opfer von Tötungsdelikten wurden, lag laut Lagebild bei 80,6 Prozent. Das Risiko, Opfer eines Femizids zu werden, steige mit dem Alter, erklärte Kretschmer weiter. Das Lagebild ergebe eine hohe Betroffenheit der 60- bis 80-Jährigen.

Ein weiterer auffälliger Befund: Die Zahl der Straftaten, die ausschließlich auf frauenfeindlichem Gedankengut basieren, stieg im Jahr 2023 um mehr als 56 Prozent gegenüber 2022. Demnach wurden 322 Taten gegen Frauen erfasst, bei denen das Tatmotiv ausschließlich auf Vorurteile gegen Frauen oder das weibliche Geschlecht zurückgeht. Diese Taten werden dem Lagebild zufolge als Teil der politischen Kriminalität eingestuft – darunter Beleidigung (150), Volksverhetzung (46) und Nötigung oder Bedrohung (24). Im Jahr 2022 waren es noch 206 Straftaten dieser Art.
bbr/dpa

Quelle: spiegel online
wir sind nun bei fast einer getöteten frau täglich...
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