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05.07.21, 18:29
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#1
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Mehr als 1.000 afghanische Soldaten fliehen nach Tadschikistan
Zitat:

Mehr als 1.000 afghanische Soldaten fliehen nach Tadschikistan
Infolge des internationalen Truppenabzugs nehmen die Taliban immer mehr Gebiete in Afghanistan ein. Tadschikistan und Pakistan stellen sich auf mehr Geflüchtete ein.
Nach Gefechten mit den radikalislamischen Taliban sind mehr als tausend afghanische Soldaten ins benachbarte Tadschikistan geflohen. 1.037 afghanische Soldaten hätten in der Nacht zum Montag die Grenze überquert, "um ihr Leben zu retten", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Chovar aus einer Stellungnahme des Komitees für nationale Sicherheit in Tadschikistan.
Aus Menschlichkeit und der guten Nachbarschaft willen habe man den Soldaten am Samstagabend den Grenzübertritt gewährt, hieß es in einer Mitteilung Tadschikistans. Das Nachbarland Afghanistans hat bereits vor zwei Wochen erklärt, es rechne mit einem Anstieg afghanischer Geflüchteter. Auch pakistanische Geheimdienstler sagen, dass es erste Vorbereitungen für die Reaktivierung von Flüchtlingslagern in Pakistan gebe.
Wie der Provinzratsabgeordnete Mohib-ul Rahman sagte, hätten sich die Taliban das Territorium in Badachschan im Nordosten nicht einmal erkämpfen müssen. Unter den schlecht ausgerüsteten Soldaten herrsche kaum Kampfmoral. In den letzten drei Tagen seien zehn Bezirke an die Taliban gefallen, acht davon ohne Gegenwehr, sagte Rahman. Hunderte Soldaten und Polizisten hätten sich ergeben und seien geflohen. Aus der Provinzhauptstadt Faisabad würden mittlerweile auch Politiker und Verwaltungsbeamte nach Kabul fliehen, sagte Rahman.
Auch im Süden des Landes können die Taliban weiter vorrücken. Nach heftigen Kämpfen in der Nacht zum Sonntag zogen sich die Regierungstruppen aus dem strategisch wichtigen Distrikt Pandschwai im Süden des Landes zurück, wie der Gouverneur des Bezirks, Hasti Mohammed, der Nachrichtenagentur AFP sagte. Zahlreiche Bewohner flohen in die Stadt Kandahar, die am Sonntag von einem tödlichen Anschlag erschüttert wurde, bei dem ein Sekretär des Gouverneurs getötet wurde. Der Vorsitzende des Provinzrates, Sajed Dschan Chakriwal, bestätigte die Eroberung von Pandschwai durch die Taliban. Assadullah, ein Kommandeur der Grenzpolizei in der Region, sagte, dass dort nur die Polizei gegen die Aufständischen kämpfe: "Die Armee und die Spezialeinheiten, die besser ausgerüstet sind, kämpfen gar nicht."
Afghanische Regierung plant Gegenoffensive im Norden
Seit dem Beginn des Abzugs der Nato-Truppen aus dem Land nehmen die Taliban immer mehr Gebiete ein. Zuletzt war den Taliban in mehreren Offensiven die Eroberung Dutzender Bezirke gelungen, sie haben beinahe alle größeren Städte des Landes eingekreist. Vor zwei Wochen nahmen sie in Schir Chan Bandar den wichtigsten Grenzübergang von Afghanistan nach Tadschikistan ein.
Beobachter befürchten, dass die Taliban nach dem vollständigen Abzug der Nato-Streitkräfte aus Afghanistan wieder die Macht in dem Land übernehmen könnten. In den vergangenen Wochen hat die Gewalt in dem Land am Hindukusch stark zugenommen. Die Friedensgespräche zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung kommen nicht voran.
Nun plant die afghanische Regierung eine Gegenoffensive im Norden des Landes, um den Vormarsch der Taliban zu stoppen. Die Regierungsarmee habe den Angriff der Taliban nicht erwartet, sagte der nationale Sicherheitsberater Hamdullah Mohib der russischen Nachrichtenagentur RIA. Aber sie würden "absolut, definitiv" Gegenangriffe starten. Mohib ist ein wichtiger Berater des afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani.
Amnesty International dringt auf Abschiebestopp
Im April hatte US-Präsident Joe Biden angekündigt, die US-Truppen im Land bis zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 aus dem Land abzuziehen. Auch die Nato und damit die Bundeswehr ziehen sich aus dem Land zurück. Der Stützpunkt Bagram wurde bereits an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben. Von dort aus waren in den 20 Jahren des Afghanistankrieges zahlreiche Angriffe gegen die Taliban und andere islamistische Gruppen gestartet worden. Die Bundeswehr, die in Kundus im Norden stationiert war, hatte am 30. Juni ihren Einsatz in Afghanistan beendet und die letzten Soldaten abgezogen.
Die Taliban hatten Afghanistan von 1996 bis zu ihrem Sturz durch die US-geführten Truppen 2001 schon einmal beherrscht und die Menschenrechte, vor allem die Rechte der Frauen, im Land massiv beschnitten. Die USA intervenierten an der Spitze eines Nato-Bündnisses kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in Afghanistan. Die Taliban-Regierung in Kabul hatte sich geweigert, gegen die Al-Kaida von Osama bin Laden, dem Drahtzieher der Anschläge in den USA, vorzugehen und wurden rasch gestürzt. Allerdings zogen sich ihre Kämpfer unter anderem ins Nachbarland Pakistan zurück und formierten sich dort neu.
Angesichts der sich verschlechternden Lage in Afghanistan dringt Amnesty International auf einen sofortigen Abschiebestopp aus Deutschland und der Schweiz in das Land. Mit dem Abzug der internationalen Soldaten und dem Vormarsch der Taliban drohe sich die prekäre Sicherheits- und Menschenrechtslage in Afghanistan weiter zu verschlimmern, warnte die Menschenrechtsorganisation. Dennoch wollten deutsche und Schweizer Behörden unverändert Hunderte Menschen in das Land abschieben.
"Afghanistan ist nicht sicher, an dieser Tatsache hat sich seit Jahren nichts geändert", sagte die Stellvertreterin des Generalsekretärs von Amnesty International in Deutschland, Julia Duchrow. "Anders als das Bundesinnenministerium sowie einige Innenministerien der Länder behaupten, gibt es dort auch keine sicheren Regionen." Duchrow kritisierte, dass am Dienstag eine Sammelabschiebung aus Deutschland geplant sei. Erst am Wochenende hatte sich die Berliner SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey dafür ausgesprochen, Straftäter und terroristische Gefährder im Zweifelsfall auch in Krisengebiete wie Afghanistan abzuschieben.
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Es war zu erwarten und ist ein scheitern der Koalitionsstreitkräfte. Nicht anders wie die Sovjet Armee muß der Westen erfolglos das Feld räumen.
Es ist eine Frage der Zeit wann Kabul fällt. Diese Karte wurde am 3. Juli gepostet und ich halte sie für glaubwürdig, da die offiziellen Karten eine Kontrolle suggerieren die nicht gegeben ist. Diese Karte deckt sich mit den offiziellen in so weit das die nur umkämpften Gebiete bereits eingefärbt wurden. Orange ist Taliban Gebiet.
Die Afghanischen Truppen verschanzen sich nachts in ihren Kasernen und verlassen die Städte tagsüber nicht mehr, so wie Herat oder Kandahar. Das Umland wird völlig gemieden.
Täglich desertieren Soldaten und Kabul wird in den nächsten Wochen vermutlich von der Außenwelt nur noch per Flugzeug erreichbar sein. Lokal wird zu Bürgerwehren aufgerufen, die reine Verzweiflung.
Ein nettes Detail am Rande, die Deutsche Botschaft ist bereits geräumt und wird von Islamabad aus vertreten. Offiziell weil die Botschaft wegen den Anschlägen noch nicht Instand gesetzt ist. Die Botschaften anderer Länder in Kabul sind auch geräumt worden und selbst in der US Botschaft wurde das meiste Personal ausgeflogen.
Geändert von MunichEast (05.07.21 um 18:41 Uhr)
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Die folgenden 5 Mitglieder haben sich bei MunichEast bedankt:
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05.07.21, 21:49
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#2
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Banned
Registriert seit: Feb 2016
Beiträge: 867
Bedankt: 785
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Zitat:
Zitat von MunichEast
Es war zu erwarten und ist ein scheitern der Koalitionsstreitkräfte. Nicht anders wie die Sovjet Armee muß der Westen erfolglos das Feld räumen.
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Afghanistan ist eben nicht befriedbar. Damit muss sich der Rest der Welt abfinden. Und dementsprechend die Konsequenzen ziehen, sprich was sich innenpolitisch dort in Zukunft abspielt, geht uns nichts an. Die daraus resultierenden negativen Konsequenzen für das Land ebenso wenig.
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06.07.21, 14:48
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#3
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Erfahrenes Mitglied
Registriert seit: Feb 2011
Beiträge: 577
Bedankt: 787
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Die damalige UDSSR hätte das Land durchaus befrieden können, aber das hat den Amerikanern nicht gefallen.
Afghanistan ist letztendlich nur ein zusammenfassender Begriff für einen Landstrich. Regieren tun die Clans.
Das Einzige was dort durch die Invasion der "großen Koalition" total am Blühen ist, ist der Drogenanbau. Und das landet auch hier auf dem Markt.
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06.07.21, 15:17
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#4
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Are YOU a people person?
Registriert seit: Apr 2015
Beiträge: 2.776
Bedankt: 4.870
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Zitat:
Zitat von tronx
Die damalige UDSSR hätte das Land durchaus befrieden können, aber das hat den Amerikanern nicht gefallen.
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"Mit Kriegsverbrechen kann ich leben, solange diese von den Sowjets/Russen begangen wurden bzw. werden."
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06.07.21, 15:29
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#5
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Banned
Registriert seit: Feb 2016
Beiträge: 867
Bedankt: 785
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Zitat:
Zitat von tronx
Die damalige UDSSR hätte das Land durchaus befrieden können, aber das hat den Amerikanern nicht gefallen
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Nein, hätten sie nicht. Selbst wenn wir das Land nun auf Ewig besetzen wird es dort keine Befriedung geben. Den Gegner klein halten, und das machen wir seit Jahren, ist keine Befriedung.
Überlassen wir das Land einfach den Taliban und fertig. Es gibt eben Länder auf der Welt die nicht vom "friedensbringenden" und moralischen Leitmenschen aus dem Westen "gerettet" werden wollen. Die wollen ihre Ruhe, Mohn anbauen, im Koran schmökern und etwas mittelalterlich Verse juristisch auslegen.
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07.07.21, 08:34
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#6
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Master of Desaster
Registriert seit: Dec 2014
Beiträge: 4.305
Bedankt: 3.404
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Und das sind langfristig so die einzigen Intentionen, die sie plagen, waehrend
der Gutglaeubige sein Pfeifchen durchzieht..
Abwarten
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