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23.08.20, 00:14
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#1
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Legende
Registriert seit: Aug 2011
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Beiträge: 15.518
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UPDATE: Angriff auf IKG-Präsidenten vor Synagoge
Zitat:
Der Präsident der Jüdischen Gemeinde Graz, Elie Rosen, ist heute Abend vor dem jüdischen Gemeindehaus von einem Unbekannten mit einem Holzprügel attackiert worden. Das bestätigte der Sprecher des Landespolizeikommandos Steiermark, Fritz Grundnig.
Rosen wollte laut der Sprecherin der jüdischen Gemeinde, Brigitte Wimmer, mit seinem Auto auf das Grundstück des jüdischen Gemeindehauses einfahren, als er angegriffen wurde. Der Präsident und eine Begleitung seien beim Versuch, auf das Synagogenareal einzufahren, auf einen Mann mit Baseballkappe und Rad aufmerksam geworden, der offensichtlich einen Stein mit sich führte.
Dieser sei von Statur und Aussehen jener Person, die im Zuge der Vandalenakte auf die Grazer Synagoge von Mittwoch und Freitag dieser Woche auf den Überwachungskameras zu erkennen gewesen war, sehr ähnlich gewesen.
Konnte sich gerade noch in Auto retten
Als Rosen sein Auto verlassen habe, sei er von dem Unbekannten mit einem Holzprügel, offenbar ein Baseballschläger, angegriffen worden. Der Präsident habe sich in letzter Sekunde zurück ins Auto flüchten können. Danach habe der Angreifer noch mit dem Baseballschläger auf das Fahrzeug eingeschlagen, bevor er die Flucht ergriffen habe, erklärte Wimmer.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen verurteilte den Angriff auf Rosen und die vorangegangenen Vandalenakte „aufs Schärfste“. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zeigte sich „erschüttert“. Der grüne Vizekanzler Werner Kogler betonte, wer jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger angreife, attackiere „unsere Grundwerte“. Alle betonten, für Antisemitismus dürfe es keinen Platz in der österreichischen Gesellschaft geben:
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Von den Oppositionsparteien im Nationalrat wurde der Angriff ebenso scharf verurteilt. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner zeigte sich „tief schockiert“. Sie forderte, der Kampf gegen Antisemitismus dürfe kein Lippenbekenntnis sein.
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NEOS-Abgeordneter Helmut Brandstätter betonte „Niemals wieder!“. Auch die FPÖ Steiermark verurteilte die Tat, nicht ohne auf die angebliche Dunkelhäutigkeit des Täters hinzuweisen. Bestürzt zeigte sich auch Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP). Kardinal Christoph Schönborn zeigte sich erschrocken. Seine Gedanken seien bei Elie Rosen. Der evangelische Bischof Michael Chalupka verurteilte den Angriff als „schändlich“.
„Lassen uns nicht einschüchtern“
Der Präsident der Israelitischen Religionsgesellschaft Österreich (IRG), Oskar Deutsch, betonte, dass sich die Israelitischen Kultusgemeinden in Österreich nicht einschüchtern ließen. Nach einer Telefonkonferenz mit Vertretern aller vier Israelitischen Kultusgemeinden in Österreich versicherte Deutsch am Samstagabend in einer Aussendung: „Ein Angriff auf ein Mitglied unserer Gemeinden ist ein Angriff auf ganz Österreich.“
Deutsch begrüßte die zahlreichen Solidaritätsbekundungen aus allen Teilen des Landes. Allerdings brauche es nun endlich mehr als nur Worte. Dabei sei nicht nur die Politik, sondern jeder Mensch in Österreich gefragt. Deutsch: „Die beste Antwort auf Antisemitismus ist das Zelebrieren jüdischen Lebens und jüdischer Kultur. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Nie wieder!“
Zuvor zwei Angriffe auf Synagoge
Wie berichtet hatte ein Unbekannter Freitagnacht Betonklumpen gegen die Fenster der Grazer Synagoge geworfen, wobei fünf Fenster beschädigt wurden. Damit ist die Synagoge zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage zum Angriffsziel geworden.
Die Jüdische Synagoge in Graz wurde in der Pogromnacht vom 9. auf 10. November 1938 in Schutt und Asche gelegt. Im November 2000 wurde das wiedererrichtete jüdische Gebetshaus auf den übrig gebliebenen Mauern wiedereröffnet.
„Hinterhältiger Anschlag“
Gegen 23.25 Uhr hatte der Unbekannte die Betonstücke auf die Synagoge geworfen: Vier Fensterscheiben wurden leicht beschädigt, eine Scheibe ging zu Bruch. Die steirische Landespolitik verurteilte den Angriff. Landeshauptmannt Hermann Schützenhöfer (ÖVP)( nannte diese „menschenverachtend und zutiefst verwerflich“. Sein Parteikollege, der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl sprach von einem „hinterhältigen Anschlag“. Für Judenhass und Antisemitismus dürfe es „keinen Platz in unserer Gesellschaft geben“, so Nagl.
Erst in der Nacht auf Mittwoch war die Außenmauer der Synagoge mit propalästinensischen Parolen beschmiert worden. Auch das Gemeindehaus war zum Ziel geworden.
Verstärkte Bewachung angeordnet
Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) erklärte in einer ersten Reaktion, er habe eine verstärkte Überwachung aller jüdischen Einrichtungen in Österreich angeordnet. Auch das Einsatzkommando Cobra werde zur Unterstützung herangezogen werden. Nehammer: „Antisemitismus hat in unserer Gesellschaft keinen Platz. Wer jüdische Mitbürger angreift, greift die Grundpfeiler unseres demokratischen Zusammenlebens an.“
Der Innenminister kündigte an, er werde am Montag Elie Rosen und den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, Oskar Deutsch, sowie weitere Vertreter der Israelitische Gemeinde zu einem Gespräch einladen. Dabei solle die aktuelle Lage besprochen werden.
Rosen sieht „links*******n Antisemitismus“
Gegenüber der amerikanisch-jüdischen Zeitung „The Algemeiner“ hatte Rosen noch vor dem tätlichen Angriff auf ihn selbst zu den Vandalenakten Stellung genommen. Dabei betonte er, dass es sich dabei nicht um „völkischen“ Antisemitismus handle, sondern vielmehr um einen „links*******n Antisemitismus“ der gegen Israel gerichtet sei. Die Vandalenakte der letzten Tage seien auch keine Einzelfälle, es gebe vielmehr Belege für einen „klaren Trend“. Es habe zuvor heuer bereits eine Attacke auf ein junges IKG-Mitglied gegeben. „Das ist besorgniserregend“, so Rosen in dem Interview.
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Geändert von TinyTimm (23.08.20 um 10:03 Uhr)
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Die folgenden 2 Mitglieder haben sich bei TinyTimm bedankt:
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23.08.20, 10:03
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#2
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Legende
Registriert seit: Aug 2011
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Beiträge: 15.518
Bedankt: 34.775
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Zitat:
Attacke auf Elie Rosen: Täter wurde gefilmt
Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach dem Mann, der am Samstag den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Graz, Elie Rosen, attackiert hat. Am Sonntag wurden Bilder von der Videoüberwachung veröffentlicht. Der Mann soll auch für die Sachbeschädigungen an der Synagoge verantwortlich sein.
Wie berichtet, ist es in den vergangenen Tagen zweimal zu Sachbeschädigungen an der Grazer Synagoge durch einen derzeit unbekannten Täter gekommen. Am Samstagnachmittag tauchte der Mann dann wieder bei der Synagoge auf und ging mit einem Baseballschläger-artigen Holzknüppel auf Rosen los. Dieser konnte sich in sein Auto flüchten und blieb zum Glück unverletzt.
Mit Mountainbike unterwegs
Die Staatsanwaltschaft Graz hat am Sonntag die Veröffentlichung von Fahndungsfotos angeordnet. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen Mann, ca. 20 bis 35 Jahre alt, ca. 1,70 Meter groß, schlank, mit schwarzem Vollbart. Er trug eine auffällige weiße Kappe, Jeanshose, hatte einen dunklen Rucksack bei sich und war mit einem roten Mountainbike unterwegs.
Hinweise zur Identität der Person bitte an den Journaldienst des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung: 059133/60 8333.
Rosen wollte Mann vor Synagoge zur Rede stellen
Rosen wollte den Mann am Samstagabend zur Rede stellen, als er ihn vor der Synagoge mit einem Stein in der Hand gesehen habe. Daraufhin ging der Mann mit dem Knüppel auf Rosen los, der sich gemeinsam mit einem Bekannten in letzter Sekunde zurück ins Auto flüchten konnte. Der Angreifer schlug auf das Fahrzeug ein, bevor er mit seinem Fahrrad flüchtete.
Welle der Solidarität aus dem ganzen Land
Nach den schockierenden Angriffen erlebt die jüdische Gemeinde derzeit vom Bundespräsidenten abwärts eine Welle der Solidarität aus dem ganzen Land. In der Nacht von Samstag hielten besorgte Grazer Wache vor der Synagoge.
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Jüdische Einrichtungen werden verstärkt überwacht
Innenminister Karl Nehammer kündigte an, aufgrund der aktuellen Vorfälle „die Überwachung aller jüdischen Einrichtungen in Österreich zu verstärken“. Zur Unterstützung werde auch das Einsatzkommando Cobra herangezogen. „Antisemitismus hat in unserer Gesellschaft keinen Platz. Wer jüdische Mitbürger angreift, greift die Grundpfeiler unseres demokratischen Zusammenlebens an“, so Nehammer, der am Montag ein persönliches Gespräch mit Rosen, dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde in Österreich, Oskar Deutsch, und weiteren Vertretern der Israelitischen Gemeinde führen will.
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Die folgenden 3 Mitglieder haben sich bei TinyTimm bedankt:
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23.08.20, 17:45
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#3
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working behind bars
Registriert seit: Apr 2013
Beiträge: 3.225
Bedankt: 13.802
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Angriffe auf Grazer Synagogen: Wiederkehr der Täter verhindern
Zitat:
Drei Mal konnte der Täter innerhalb von vier Tagen die Synagoge aufsuchen: In der ersten Nacht beschmierte er die alten Ziegel, Relikte der 1938 niedergebrannten Grazer Synagoge, die vor 20 Jahren in den Neubau des Tempels integriert worden waren. Beim zweiten Besuch schlug er eines der großen Fenster des hellen, transparenten Baus ein.
Beim dritten Mal attackierte er den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Graz, Elie Rosen, mit einem Holzprügel. Erst am Abend dieses Tages wurde verstärkter Polizeischutz für das Gebäude angeordnet. Das macht die Exekutive – auch international – zur Zielscheibe für Kritik. Sie hat die Wiederkehr des Täters nicht verhindert.
Nazi-Memes
Die Polizei zeigt für diese Kritik kein Verständnis. Der verstärkte Schutz hätte ja eine knappe Stunde vor der dritten Attacke starten sollen, eine eigens gegründete Ermittlungsgruppe mit dem klingenden Namen Achava (hebräisch für Brüderlichkeit) sei nun im Einsatz.
Und dennoch: Dass Rosen nach zwei – in ihrer zerstörerischen Qualität klar ansteigenden – Attacken überhaupt ungeschützt auf dem Gelände des Tempels angetroffen werden konnte, ist ein Skandal. Hätte er sich nicht vor dem Angreifer in sein Auto geflüchtet, hätte er schwer verletzt werden können. Zumindest ein Eingeständnis, die Situation vielleicht nicht gleich ernst genug genommen zu haben, wäre angebracht – immerhin ist etwa der Anschlag auf die Synagoge in Halle kein Jahr her. Hier hätte man eine höhere Sensibilisierung der Polizei erwartet.
Apropos Sensibilisierung. Ein weiterer Aspekt wirft Fragen auf: Erst im Juli mussten sich Grazer Polizeibeamte wegen rechts*******r Umtriebe wie das Versenden von Nazi-Memes, die sich über den Holocaust lustig machten, vor Gericht verantworten. Das Verfahren ist nicht abgeschlossen.
Doch das Wachzimmer, wo Kollegen solche Memes aneinander verschickt haben sollen, ist genau jenes, das für den Schutz der Grazer Synagoge zuständig ist. Der Hauptangeklagte ist seit einem Jahr suspendiert, seine Kollegin weiter im Dienst. Freilich ist es zu früh für Schlussfolgerungen, aber man muss sich zumindest erwarten dürfen, dass jene Beamten, die direkt für den Schutz der Synagoge verantwortlich sind, über jeden Verdacht erhaben sind.
Mahnwache
Schnell reagiert haben derweil Bürger, die sich Samstagnacht im Regen zu einer Mahnwache vor dem Tempel einfanden. Das ist ein Zeichen der Solidarität und auch für die Stadt der Menschenrechte, wie sich Graz nennt, wichtig. Denn die Wiedererrichtung der Synagoge beschloss der Gemeinderat der Stadt einst einstimmig, jetzt soll man sich auch gemeinsam vor sie und alle Grazer Jüdinnen und Juden stellen.
Geschmacklos bleibt derweil der Schlagabtausch zwischen Teilen der Linken und Rechten im Netz, wenn es um den mutmaßlichen Täter geht. Er hat sich mit propalästinensischen Slogans und IS-affinen Gesten vor der Überwachungskamera selbst positioniert. Seine Tat kann nicht als "politische Kritik" an Israel verharmlost werden.
Der Mann attackierte den Sitz und den Präsidenten der jüdischen Glaubensgemeinschaft. Das ist Antisemitismus, und dem muss man auch im Hinblick auf Rechts******* und andere Fanatiker schnell und entschieden entgegentreten. Antisemitismus bleibt eine Bedrohung, ob er von Islamisten, Neonazis oder aus einem Wachzimmer kommt. Er darf keine Chance auf Wiederkehr haben. (Colette M. Schmidt, 24.8.2020)
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Quelle:
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Weiterführende Links im Artikel
In Graz scheint es ja ähnliche Zustände bei der Polizei zu geben wie in Hessen.
Geändert von Uwe Farz (23.08.20 um 19:53 Uhr)
Grund: Korrektur
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Die folgenden 5 Mitglieder haben sich bei Uwe Farz bedankt:
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24.08.20, 11:27
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#4
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Profi
Registriert seit: Jan 2014
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Zitat:
31-Jähriger geständig
Appell nach Festnahme in Graz: Nicht zurücklehnen!
Jener 31-jährige Mann, der mutmaßlich für die Angriffe auf den Präsidenten der Israelitschen Kultusgemeinde in Graz, Elie Rosen, sowie auf die Grazer Synagoge verantwortlich ist, ist - wie berichtet - am Sonntagabend von der Polizei festgenommen worden. Er soll sich geständig zeigen, hieß es aus dem Innenministerium. Rosen zeigte sich nach der Festnahme des Verdächtigen erleichtert, mahnte jedoch: „Wir dürfen uns nicht zurücklehnen.“
Erst die Synagoge mit Steinen beworfen und mit Parolen beschmiert, dann auch noch deren Scheiben eingeworfen, einen Anschlag auf das Vereinslokal der RosaLila_Pantherinnen verübt, Steine auf ein Bordell geworfen und als Gipfel schlussendlich ein Angriff auf den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde in Graz: Nach den Vorfällen in der steirischen Landeshauptstadt konnte am Sonntagabend aufgeatmet werden. Wie berichtet, wurde der mutmaßliche Täter, der mit einem roten Fahrrad unterwegs war, von einer Radstreife der Polizei in der Grazer Annenstraße gefasst.
Bezüglich seiner Taten zeigt sich der 31-jährige Syrer ersten Informationen aus dem Innenministerium zufolge geständig.
„Never again“
Kurz zuvor hatte am Sonntagnachmittag in der Murmetropole eine Kundgebung stattgefunden, zu der die Jüdische Hochschülerschaft aufgerufen hatte. Viele Menschen kamen - ein Zeichen dafür, dass die Zivilgesellschaft Antisemitismus und politischen Terror nicht hinnimmt. „Never again“ stand auf einem Transparent - nie wieder!
Mit Hochdruck war nach dem mutmaßlichen Täter gefahndet worden, am Sonntag wurden seitens der Polizei auch Fahndungsfotos des Verdächtigen veröffentlicht, aufgenommen von einer Überwachungskamera, die den Mann bei einer seiner Taten gefilmt hatte. Auch eine Ermittlungsgruppe unter der Führung des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung wurde eingerichtet - sie trägt den Namen „Achava“ (hebräisch für Brüderlichkeit).
„So etwas kann immer wieder passieren“
In einer ersten Reaktion nach der Festnahme des dringend Tatverdächtigen zeigte sich auch Elie Rosen - der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde war am Samstagabend vor der Synagoge mit einem Baseballschläger-artigen Knüppel von dem Verdächtigen angegriffen worden, nachdem er diesen auf frischer Tat ertappt hatte - gegenüber der „Krone“ erleichtert: „Wir dürfen uns aber nicht zurücklehnen, so etwas kann immer wieder passieren.“ Am Montag trifft sich der Präsident der jüdischen Gemeinde mit Innenminister Karl Nehammer (ÖVP).
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Quelle:
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Folgendes Mitglied bedankte sich bei Sonicsnail:
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24.08.20, 11:43
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#5
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Banned
Registriert seit: Jul 2019
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Bedankt: 2.405
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Ich bin sehr froh dass der Täter gefasst wurde bevor schlimmeres passiert.
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24.08.20, 13:17
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#6
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Profi
Registriert seit: Jan 2014
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Zitat:
Angriff auf jüdische Gemeinde islamistisch motiviert
Nach dem Angriff auf eine Synagoge und den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde in Graz hat die Polizei den mutmaßlichen Täter festgenommen. Laut Innenminister handelt es sich um einen 31-jährigen Syrer mit einem islamistischen Weltbild.
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Nach den Angriffen auf die Jüdische Gemeinde in Graz hat die österreichische Polizei am Sonntagabend einen Tatverdächtigen festgenommen. Es handelt sich um einen 31-jährigen Flüchtling aus Syrien, der seit 2013 in Österreich lebt, wie Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Montag in Wien mitteilte.
Der Mann sei bis in die frühen Morgenstunden vernommen worden und voll geständig. „Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um ein islamistisches Motiv handelt“, sagte Nehammer. Der Mann habe bei seiner Festnahme ein Stuhlbein und Steine in einem Rücksack bei sich getragen. Bei dem Stuhlbein handelt es sich mutmaßlich um den Holzprügel, mit dem der Syrer am Samstag den Gemeindepräsidenten Elie Rosen angegriffen haben soll. Rosen flüchtete in sein Auto und blieb unverletzt. In der Nacht zum Samstag waren bereits ein Fenster des Gemeindezentrums zertrümmert und mehrere weitere beschädigt worden. Schon am Mittwoch war die Synagoge in Graz mit propalästinensischen Parolen beschmiert worden.
Der Mann wird für insgesamt sieben Delikte verantwortlich gemacht, darunter den tätlichen Angriff auf den Gemeindepräsidenten sowie Sachbeschädigungen an der Synagoge durch Steinwürfe und durch Schmierereien. Außerdem habe er eine katholische Kirche und das Vereinslokal eines Lesben- und Schwulenvereins angegriffen. „Er lehnt das Leben in Österreich ab“, sagte Nehammer.
Sorge vor islamistisch motiviertem Antisemitismus
EU-Ministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) erklärte, der Anschlag bestätige erneut, dass es Schnittmengen zwischen Islamismus und Antisemitismus gebe. Für Herbst kündigte sie einen 30-Punkte-Plan gegen Antisemitismus in Österreich an, der auch den Bereich Integration beinhalte.
Oskar Deutsch, Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Wien, sprach von einer „ernstzunehmenden Bedrohung“ durch muslimischen Antisemitismus, warnte jedoch davor, den Kampf gegen Antisemitismus ausschließlich auf diesen zu beschränken. Nach wie vor gebe es auch Judenfeindlichkeit von Rechten und von Linken.
„Antisemitismus, egal woher er kommt, ist immer gleich unappetitlich“, sagte Elie Rosen, der selbst auf der Pressekonferenz ein Statement abgab. „Unappetitlich ist es auch, wenn versucht wird, aus den Vorfällen politisches Kapital zu schlagen“, so Rosen weiter. Eine Spitze an den FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl, der nach der Verhaftung des mutmaßlichen Täters den Behörden Nachlässigkeit beim Schutz jüdischer Einrichtungen vorwarf.
Innenminister Nehammer kündigte an, den Polizeischutz an Synagogen landesweit zu verstärken, um Nachahmungtaten zu verhindern. „Die antisemitischen Vorfälle sind erschütternd und absolut inakzeptabel“, sagte Nehammer. Ähnlich äußerte sich zuvor bereits Bundeskanzler Sebastian Kurz.
Auch Auch Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen verurteilte die Attacke auf Rosen und die Synagoge. „Judenhass und Antisemitismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft. Meine Solidarität gilt allen in Österreich lebenden Jüdinnen und Juden“, schrieb er auf Twitter.
Am Sonntagabend nahmen in Graz knapp 200 Menschen an einer Solidaritätskundgebung für die Jüdische Gemeinde teil. Die Menschen zogen vom Hauptbahnhof zur Synagoge und sangen: „Schulter an Schulter gegen Rassismus“.
Im vergangenen Jahr waren in Österreich 550 antisemitische Vorfälle gemeldet worden. Die jüdische Synagoge in Graz war in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 von den Nazis zerstört worden. Nach mehr als 70 Jahren wurde die wiedererrichtete Synagoge im November 2000 auf den übrig gebliebenen Mauern am ursprünglichen Standort neu eröffnet. Die jüdische Gemeinde in Österreichs zweitgrößter Stadt hat 150 Mitglieder.
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Die folgenden 3 Mitglieder haben sich bei Sonicsnail bedankt:
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