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myGully |
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13.08.20, 16:33
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#1
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SoundmalSo
Registriert seit: Oct 2017
Beiträge: 618
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Demonstrationen in Belarus
Seit Sonntag sind Tausende von Menschen in Belarus auf der Straße um gegen dieses,offensichtlich,Manipulierte Wahlergebis zu Protestieren.
Zitat:
Ungeachtet massiver Polizeigewalt haben Menschen in vielen Städten in Belarus gegen Präsident Lukaschenko protestiert. Sie riefen den Präsidenten dazu auf, die Gewalt zu beenden und abzutreten. In der Hauptstadt Minsk und weiteren Städten bildeten sich Menschenketten gegen das harte Vorgehen der Polizei. Zude wurde bekannt, dass ein festgenommener Mann im Gefängnis unter ungeklärten Umständen zu Tode kam. Die Mutter sagte, ihr Sohn habe Herzprobleme gehabt und sei bei der Festnahme auf dem Weg zu einer Freundin gewesen.
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Die Bilder die man aus Belarus sieht zeigen wie Verzweifelt aber auch Entschlosen die Menschen sind gegen einen Despoten der seit 26 Jahren an der Macht ist zu Kämpfen.
Ich hoffe und Wünsche den Menschen in Belarus das das ganze Einigermaßen Friedlich geklärt werden kann.
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Die folgenden 2 Mitglieder haben sich bei uexe bedankt:
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13.08.20, 17:21
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#2
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Erfahrener Newbie
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Belarus
Zitat:
„Rundherum lagen Menschen in Blutlachen“
Während der anhaltenden landesweiten Protesten in Belarus sind mehr als 6000 Menschen verhaftet worden. In sozialen Medien tauchten zahlreiche Fotos von großen Menschenmengen vor Gefängnissen auf, die Leute waren auf der Suche nach ihren Angehörigen. Derzeit häufen sich Berichte, wonach zahlreiche Festgenommene wieder aus den überfüllten Gefängnissen entlassen werden, viele davon mit Verletzungen. Hunderte Frauen, teilweise in Weiß gekleidet und mit Blumensträußen, bildeten in zahlreichen Städten Ketten, um ihre Solidarität mit Verhafteten und Verwundeten auszudrücken. Landesweit haben außerdem Mitarbeiter von Fabriken gestreikt und unter anderem faire Wahlen und die Freilassung der Festgenommenen gefordert. Auch Krankenhauspersonal versammte sich und forderte ein Ende der Gewalt.
Text ist zu lang...
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13.08.20, 17:49
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#3
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SoundmalSo
Registriert seit: Oct 2017
Beiträge: 618
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13.08.20, 18:43
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#4
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Stammi
Registriert seit: Jan 2010
Beiträge: 1.135
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Was für einen hintergrund hat es eigentlich, dass das land insbesondere in der aktuellen berichterstattung belarus anstatt wie bisher weissrussland genannt wird?
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Irgendwie komisch, dass das was wir gemeinhin als "unmenschlich" bezeichnen, ausschließlich Verhalten von Menschen beschreibt.
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13.08.20, 18:50
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#5
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Erfahrener Newbie
Registriert seit: Jul 2017
Beiträge: 122
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Allgemein: Sind halt keine Russen.
Finde den Artikel nicht, in dem das ausführlich beschrieben wurde.
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Hab ihn gefunden.
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Geändert von needle_eye (13.08.20 um 18:58 Uhr)
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13.08.20, 18:52
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#6
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Freigeist
Registriert seit: Sep 2010
Ort: München
Beiträge: 11.319
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Belarus ist die nationale Bezeichnung. Weißrussland die deutsche Bezeichnung.
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13.08.20, 19:00
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#7
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Super Moderatorin
Registriert seit: Mar 2009
Ort: South Bronx
Beiträge: 24.104
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Bitte Beachtet, dass Youtube Videos keine Seriöse Quelle für den Newsbereich sind. [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
Es gibt genug andere Berichte. Beim nächsten mal wird das gelöscht.
Das wären seriöse News:
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13.08.20, 19:27
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#8
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Stammi
Registriert seit: Jan 2010
Beiträge: 1.135
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Zitat:
Zitat von MunichEast
Belarus ist die nationale Bezeichnung. Weißrussland die deutsche Bezeichnung.
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Das geift mir offen gesagt zu kurz. Such dir mal beliebige berichte in der aktuellen presse in denen es um irgendwas im ausland geht. Da wird fast nie die nationale bezeichnung des landes verwendet und wie in meiner frage schon angemerkt, wurde es das bis zur aktuellen berichterstattung auch bei belarus nicht so vehement wie jetzt.
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Irgendwie komisch, dass das was wir gemeinhin als "unmenschlich" bezeichnen, ausschließlich Verhalten von Menschen beschreibt.
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13.08.20, 19:33
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#9
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Freigeist
Registriert seit: Sep 2010
Ort: München
Beiträge: 11.319
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Zitat:
Zitat von nichdiemama
Das geift mir offen gesagt zu kurz.
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Manchmal ist die Antwort so einfach.
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13.08.20, 19:41
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#10
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Stammi
Registriert seit: Jan 2010
Beiträge: 1.135
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Zitat:
Zitat von MunichEast
Manchmal ist die Antwort so einfach.
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Wie schon zu anderen gelegenheiten: wenn du keine lust auf intellektuelle auseinandersetzung hast, halt dich doch einfach raus. Deinen potscounter kannst du auch im fun bereich pushen und ich wette, wenn du lieb fragst, geben dir die üblichen verdächtigen auch ein like selbst wenn du beim bis 1000 zählen mal verkackst.
^^ @munich: die folgende frage gilt nicht dir, bitte antworte mir nicht mehr, du bist ja nicht mal lustig beim trollen. Entweder lustig oder mit hirn. Gerne auch beides, aber nicht dieser unsinn.
Wie oft findest du die begriff "polska" oder "italia"in deutscher berichterstattung und warum nicht?
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Irgendwie komisch, dass das was wir gemeinhin als "unmenschlich" bezeichnen, ausschließlich Verhalten von Menschen beschreibt.
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13.08.20, 19:42
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#11
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Erfahrener Newbie
Registriert seit: Jul 2017
Beiträge: 122
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Wenn man einer Erklärung gibt und diese ignoriert wird.
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13.08.20, 20:16
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#12
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Super Moderatorin
Registriert seit: Mar 2009
Ort: South Bronx
Beiträge: 24.104
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Zitat:
Zitat von nichdiemama
Wie oft findest du die begriff "polska" oder "italia"in deutscher berichterstattung und warum nicht?
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Anstatt andere anzugreifen hättest du vielleicht einmal meine Verlinkung lesen sollen.
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Das ist hier allerdings nicht Thema, wenn du weiter andere User Bashen willst, mache das bitte wo anders aber nicht bei uns sonst ist hier Schluss mit Lustig und du bekommst im Newsbereich Schreibverbot.
An alle anderen, bleibt beim Thema und lasst das gespamme.
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13.08.20, 20:25
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#13
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Stammi
Registriert seit: Jan 2010
Beiträge: 1.135
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Danke, hab es dann in deinem post von 20 uhr auch gefunden. :thumbsup:
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Irgendwie komisch, dass das was wir gemeinhin als "unmenschlich" bezeichnen, ausschließlich Verhalten von Menschen beschreibt.
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13.08.20, 20:39
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#14
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SoundmalSo
Registriert seit: Oct 2017
Beiträge: 618
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Für alle die keine Links klicken:
Zitat:
Verwirrung um Ex-Sowjetrepublik - Warum Weißrussland plötzlich Belarus heißt
Die meisten Deutschen verwenden den Namen "Weißrussland" ganz selbstverständlich. Es ist nun mal das deutsche Wort für das Land, das sich selbst "Belarus" nennt. So, wie wir auch Frankreich sagen statt "la France" oder Spanien statt "España".
Dabei ist "Belarus" nicht die genaue Übersetzung von "Weißrussland", wie es auf den ersten Blick scheinen mag: "Bela" heißt zwar übersetzt weiß, doch "Rus" steht für ein mittelalterliches Gebiet in Osteuropa, Vorläufer der Staaten Belarus, Ukraine und Russlands - "Rus" ist eben nicht gleichbedeutend mit Russland.
Umgangssprachlich okay, politisch fragwürdig
"Umgangssprachlich ist es sicherlich okay, von 'Weißrussland' zu sprechen", erläutert Sven Gerst, Kings-College-Doktorand im Gespräch mit ZDFheute. Doch der Belarus-Experte plädiert dafür, sich lieber an die Empfehlung der belarusisch-deutschen Geschichtskommission zu halten, die den offiziellen Namen vorzieht. Medien, Politiker, offizielle Stellen und auch die Bundesregierung verwenden heute in der Regel nur noch die offizielle Bezeichnung.
Der Grund: "Das Land war in seiner Geschichte immer Teil größerer Regionalmächte", so Gerst. "Spricht man von 'Weißrussland', klingt das immer noch so, als wäre das Land irgendwie ein Teil von Russland." Das sei für viele Belarusen problematisch, die sich nie auf Identitätsfindung hätten begeben können, so Gerst.
Und gerade Präsident Lukaschenko stehe noch immer für eine größere Nähe zu Russland - doch der Opposition gehe es um Unabhängigkeit.
Deshalb ist es gerade jetzt, wo das Land zum ersten Mal im Zentrum der Weltöffentlichkeit steht, für viele Belarusen schwer erträglich, wenn ihr Land 'Weißrussland' genannt wird. Belarusen sind ja keine Russen. Sie haben ihre eigene Identität.
Fazit: Umgangssprachlich ist der Begriff "Weißrussland" okay, politisch ist er problematisch - viele Belarusen haben ein Problem damit, wenn sie als Teil von Russland angesehen werden.
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13.08.20, 20:49
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#15
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Erfahrener Newbie
Registriert seit: Jul 2017
Beiträge: 122
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Der Artikel von ntv erklärt das besser...
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13.08.20, 21:15
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#16
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Stammi
Registriert seit: Jan 2010
Beiträge: 1.135
Bedankt: 1.457
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Zitat:
Zitat von needle_eye
Der Artikel von ntv erklärt das besser...
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Eher nicht. Er geht bei weitem nicht so deutlich darauf ein, warum es uns bei frankreich, spanien, polen, italien scheissegal ist, wie die ihr land nennen und das es bei belarus / weissrussland auch aus "emotionalen" (mir fällt grad kein passenderes wort ein) gründen jetzt gerade als wichtig empfunden wird, zur korrekten bezeichnung zu wechseln.
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Irgendwie komisch, dass das was wir gemeinhin als "unmenschlich" bezeichnen, ausschließlich Verhalten von Menschen beschreibt.
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15.08.20, 13:59
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#17
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SoundmalSo
Registriert seit: Oct 2017
Beiträge: 618
Bedankt: 1.095
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ein Bild das mehr sagt als tausend Worte
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15.08.20, 15:16
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#18
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AZOR AHAI
Registriert seit: Aug 2013
Beiträge: 5.475
Bedankt: 23.052
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Das Ende der letzten Diktatur Europas war noch nie so nah
Zitat:
Aufstand in Belarus
Das Ende der letzten Diktatur Europas war noch nie so nah
15.08.2020, 15:30 Uhr | Jan-Henrik Wiebe

Massenproteste in Belarus: Wie hier in Minsk versammeln sich im gesamten Land tausende
Demonstranten auf den Straßen. (Quelle: Itar-Tass/imago images)
Massenproteste, Arbeiteraufstand, friedliche Polizisten: Nach der umstrittenen Wahl wankt das Regime von Alexander Lukaschenko. Die Bevölkerung scheint entschlossen, den Machthaber nach mehr als 25 Jahren endlich zu stürzen.
Es ist ein Moment, der wohl in die Geschichte von Belarus eingehen wird. Sicherheitskräfte vor dem Parlament in der Hauptstadt Minsk haben ihre Schilder gesenkt und Frauen laufen auf sie zu. Statt mit brutaler Gewalt die Menschenmenge vom Platz der Unabhängigkeit zu prügeln, machen die Beamten nichts. Die Frauen umarmen sie, verteilen Küsschen und die Leute machen Selfies mit den friedlichen Polizisten, die teilweise sogar lächeln.
Es sind Szenen, die bis vor wenigen Tagen unvorstellbar waren. Denn Belarus ist die letzte Diktatur Europas. Und seit die Präsidentschaftswahl am Sonntag endete und die staatliche Wahlkommission einen Sieg von Machthaber Alexander Lukaschenko verkündete, versuchten die Sicherheitskräfte jeden noch so kleinen Protest der Bevölkerung zu brechen.
Das ist seit Freitag anders: Noch immer steht Lenin auf dem Platz und blickt am Nachmittag auf rund 15.000 Menschen, die friedlich ein Ende des seit 26 Jahren andauernden Regimes von Lukaschenko fordern. Das letzte Mal, dass so viele Menschen an dem Ort versammelt waren, war nach der Präsidentschaftswahl 2010. Damals ließ der Diktator die Proteste brutal niederschlagen und sperrte viele Oppositionelle ein.
Arbeiter stimmen gegen Lukaschenko
Dass dieses Mal alles anders sein könnte, liegt auch an drei Frauen. Das Bündnis aus den verschiedensten politischen Lagern besteht aus Swetlana Tichanowskaja, Weronika Zepkalo und Maria Kolesnikowa. Sie haben das Land in den vergangenen Monaten auf den Kopf gestellt. Was Experten Anfang des Jahres noch für unmöglich hielten, ist nun Realität. Aus einer vermeintlich apolitischen, apathischen Gesellschaft ist eine engagierte Demokratiebewegung geworden.
Am Freitag spielten die Menschen Badminton vor dem Hauptgebäude des KGB in Minsk, auf der anderen Straßenseite ist das Denkmal des auf dem Gebiet der heutigen Republik Belarus geborenen Feliks Dserschinski, Gründer der berüchtigten ersten Sowjet-Geheimpolizei "Tschekka", bereits beschädigt worden. Grabkerzen und Blumen liegen nun wie vor einem Grab auf den Treppenstufen des Haupteinganges der gefürchteten Geheimdienstzentrale.
"Veränderung!" und "Mauern" heißen nun die beiden Lieder, die in diesem Sommer auf Plätzen, Parks und aus den Autoradios in Minsk, Grodno, Brest und vielen weiteren Städten in Belarus ertönen. Es sind Hymnen der sowjetischen Perestroika-Zeit und polnischen Solidarność-Bewegung der achtziger Jahre.
Rund vier Jahrzehnte später passen sie jedoch gut zum Freiheitskampf in Belarus. Denn das Land mit seinen rund zehn Millionen Einwohnern ist nicht nur letzte Diktatur Europas, sondern gilt auch als Museum der längst untergegangenen Sowjetunion. Noch immer sind Industrie und Landwirtschaft in staatlicher Hand, der Geheimdienst heißt weiter KGB und im Gensatz zum restlichen Europa wird noch die Todesstrafe angewandt.
Dass die Mitarbeiter der staatseigenen Betriebe eine feste Bank für Lukaschenko seien, dachten viele. Allen voran der Machthaber selbst. Doch nun scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Bei Betriebsversammlungen in den vergangenen Tagen wurde gefragt, wer für Präsident Lukaschenko gestimmt habe. Zumeist gingen nur ein paar Arme hoch – vor allem die der Manager. Fragte der Vorarbeiter jedoch, wer der Kandidatin der Opposition, Swetlana Tichanowskaja, seine Stimme gab, gingen unter Jubel fast alle Arme hoch.
Opposition trotzt Gewalt
Einen Arbeiteraufstand, der fast alle großen staatlichen Betriebe, ja das ganze Land, erfasst, hat das heutige Belarus noch nicht gesehen. Egal ob vor dem Traktorenwerk in Minsk, bei den Kali-Kumpeln in Salihorsk oder auf dem Betriebsgelände der Düngemittelfabrik in Grodno – überall haben sie sich versammelt und fordern ein Ende der Diktatur.
Mit dem Arbeiteraufstand rückt das Ende von Lukaschenko in greifbare Nähe. Immerhin war er es, der einst sagte, dass in der Opposition nur Arbeitslose aktiv seien.
Seit dem Wahlsonntag vor knapp einer Woche erlebt das Land ein Wechselbad der Gefühle. Bereits vor Schließung der Wahllokale versammelten sich die Menschen an verschiedenen Plätzen in Minsk und vielen weiteren Städten.
Die Polizei reagierte hart, hatte zuvor Verstärkung aus dem ganzen Land nach Minsk geholt, die nun an anderen Orten fehlte. Bereits sehr früh mussten verschiedene Spezialkräfte den OMON-Sondereinheiten helfen. Schon das war für Beobachter ein Indiz, dass dem Staat die Kontrolle entgleitet.
Trotz Gewalt, Massenverhaftungen und anderer Einschüchterungsversuche ist der Mut der Opposition ungebrochen. Autofahrer blockieren wichtige Straßen, um die Beweglichkeit der Polizei einzuschränken und in den Wohngebieten warnen sich die Menschen über Telegram-Gruppen vor herannahenden Sicherheitskräften und ziehen sich dann in ihre Wohnungen zurück.
Seit Mittwoch wird auch tagsüber demonstriert - vor allem von ganz in Weiß gekleideten Frauen mit Blumen in der Hand. Die Polizei greift inzwischen nicht mehr ein.
Gefangene berichten von Folter
Und doch wurden in den ersten Tagen der Proteste Tausende verhaftet. Hinter den Mauern der Gefängnisse müssen sich grausame Szene abgespielt haben. Woher die Bevölkerung das weiß? Um den Druck der Straße zu reduzieren, ließ das Regime seit Donnerstag rund 2000 Gefangene frei. Sie berichten, wie sie von Wärtern geschlagen und gefoltert wurden. Ihre Beweise: blaue Flecken in den Gesichtern, Blutergüsse am ganzen Körper und lange Striemen auf den Rücken von den Knüppeln der Wärter.
Aufstand in Belarus
Das Ende der letzten Diktatur Europas war noch nie so nah
15.08.2020, 15:30 Uhr | Jan-Henrik Wiebe
Proteste in Belarus: Das Ende der letzten Diktatur Europas war noch nie so nah. Massenproteste in Belarus: Wie hier in Minsk versammeln sich im gesamten Land tausende Demonstranten auf den Straßen. (Quelle: imago images/Itar-Tass)
Massenproteste in Belarus: Wie hier in Minsk versammeln sich im gesamten Land tausende Demonstranten auf den Straßen. (Quelle: Itar-Tass/imago images)
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Massenproteste, Arbeiteraufstand, friedliche Polizisten: Nach der umstrittenen Wahl wankt das Regime von Alexander Lukaschenko. Die Bevölkerung scheint entschlossen, den Machthaber nach mehr als 25 Jahren endlich zu stürzen.
Es ist ein Moment, der wohl in die Geschichte von Belarus eingehen wird. Sicherheitskräfte vor dem Parlament in der Hauptstadt Minsk haben ihre Schilder gesenkt und Frauen laufen auf sie zu. Statt mit brutaler Gewalt die Menschenmenge vom Platz der Unabhängigkeit zu prügeln, machen die Beamten nichts. Die Frauen umarmen sie, verteilen Küsschen und die Leute machen Selfies mit den friedlichen Polizisten, die teilweise sogar lächeln.
Es sind Szenen, die bis vor wenigen Tagen unvorstellbar waren. Denn Belarus ist die letzte Diktatur Europas. Und seit die Präsidentschaftswahl am Sonntag endete und die staatliche Wahlkommission einen Sieg von Machthaber Alexander Lukaschenko verkündete, versuchten die Sicherheitskräfte jeden noch so kleinen Protest der Bevölkerung zu brechen.
Das ist seit Freitag anders: Noch immer steht Lenin auf dem Platz und blickt am Nachmittag auf rund 15.000 Menschen, die friedlich ein Ende des seit 26 Jahren andauernden Regimes von Lukaschenko fordern. Das letzte Mal, dass so viele Menschen an dem Ort versammelt waren, war nach der Präsidentschaftswahl 2010. Damals ließ der Diktator die Proteste brutal niederschlagen und sperrte viele Oppositionelle ein.
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Arbeiter stimmen gegen Lukaschenko
Dass dieses Mal alles anders sein könnte, liegt auch an drei Frauen. Das Bündnis aus den verschiedensten politischen Lagern besteht aus Swetlana Tichanowskaja, Weronika Zepkalo und Maria Kolesnikowa. Sie haben das Land in den vergangenen Monaten auf den Kopf gestellt. Was Experten Anfang des Jahres noch für unmöglich hielten, ist nun Realität. Aus einer vermeintlich apolitischen, apathischen Gesellschaft ist eine engagierte Demokratiebewegung geworden.
Am Freitag spielten die Menschen Badminton vor dem Hauptgebäude des KGB in Minsk, auf der anderen Straßenseite ist das Denkmal des auf dem Gebiet der heutigen Republik Belarus geborenen Feliks Dserschinski, Gründer der berüchtigten ersten Sowjet-Geheimpolizei "Tschekka", bereits beschädigt worden. Grabkerzen und Blumen liegen nun wie vor einem Grab auf den Treppenstufen des Haupteinganges der gefürchteten Geheimdienstzentrale.
"Veränderung!" und "Mauern" heißen nun die beiden Lieder, die in diesem Sommer auf Plätzen, Parks und aus den Autoradios in Minsk, Grodno, Brest und vielen weiteren Städten in Belarus ertönen. Es sind Hymnen der sowjetischen Perestroika-Zeit und polnischen Solidarność-Bewegung der achtziger Jahre.
Rund vier Jahrzehnte später passen sie jedoch gut zum Freiheitskampf in Belarus. Denn das Land mit seinen rund zehn Millionen Einwohnern ist nicht nur letzte Diktatur Europas, sondern gilt auch als Museum der längst untergegangenen Sowjetunion. Noch immer sind Industrie und Landwirtschaft in staatlicher Hand, der Geheimdienst heißt weiter KGB und im Gensatz zum restlichen Europa wird noch die Todesstrafe angewandt.
Dass die Mitarbeiter der staatseigenen Betriebe eine feste Bank für Lukaschenko seien, dachten viele. Allen voran der Machthaber selbst. Doch nun scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Bei Betriebsversammlungen in den vergangenen Tagen wurde gefragt, wer für Präsident Lukaschenko gestimmt habe. Zumeist gingen nur ein paar Arme hoch – vor allem die der Manager. Fragte der Vorarbeiter jedoch, wer der Kandidatin der Opposition, Swetlana Tichanowskaja, seine Stimme gab, gingen unter Jubel fast alle Arme hoch.
Opposition trotzt Gewalt
Einen Arbeiteraufstand, der fast alle großen staatlichen Betriebe, ja das ganze Land, erfasst, hat das heutige Belarus noch nicht gesehen. Egal ob vor dem Traktorenwerk in Minsk, bei den Kali-Kumpeln in Salihorsk oder auf dem Betriebsgelände der Düngemittelfabrik in Grodno – überall haben sie sich versammelt und fordern ein Ende der Diktatur.
Mit dem Arbeiteraufstand rückt das Ende von Lukaschenko in greifbare Nähe. Immerhin war er es, der einst sagte, dass in der Opposition nur Arbeitslose aktiv seien.
Seit dem Wahlsonntag vor knapp einer Woche erlebt das Land ein Wechselbad der Gefühle. Bereits vor Schließung der Wahllokale versammelten sich die Menschen an verschiedenen Plätzen in Minsk und vielen weiteren Städten.
Die Polizei reagierte hart, hatte zuvor Verstärkung aus dem ganzen Land nach Minsk geholt, die nun an anderen Orten fehlte. Bereits sehr früh mussten verschiedene Spezialkräfte den OMON-Sondereinheiten helfen. Schon das war für Beobachter ein Indiz, dass dem Staat die Kontrolle entgleitet.
Trotz Gewalt, Massenverhaftungen und anderer Einschüchterungsversuche ist der Mut der Opposition ungebrochen. Autofahrer blockieren wichtige Straßen, um die Beweglichkeit der Polizei einzuschränken und in den Wohngebieten warnen sich die Menschen über Telegram-Gruppen vor herannahenden Sicherheitskräften und ziehen sich dann in ihre Wohnungen zurück.
Seit Mittwoch wird auch tagsüber demonstriert - vor allem von ganz in Weiß gekleideten Frauen mit Blumen in der Hand. Die Polizei greift inzwischen nicht mehr ein.
Gefangene berichten von Folter
Und doch wurden in den ersten Tagen der Proteste Tausende verhaftet. Hinter den Mauern der Gefängnisse müssen sich grausame Szene abgespielt haben. Woher die Bevölkerung das weiß? Um den Druck der Straße zu reduzieren, ließ das Regime seit Donnerstag rund 2000 Gefangene frei. Sie berichten, wie sie von Wärtern geschlagen und gefoltert wurden. Ihre Beweise: blaue Flecken in den Gesichtern, Blutergüsse am ganzen Körper und lange Striemen auf den Rücken von den Knüppeln der Wärter.
Selbst auf den Höfen von Polizeistationen mussten sie den Berichten zufolge liegen, weil der Platz in den überfüllten Zellen nicht mehr ausreichte. Dokumentiert ist auch, wie eine halbnackte Frau im Hof einer Minsker Polizeistation um Gnade flehte.
Skeptiker befürchten, die Polizei könnte die Gefangenen nur deshalb entlassen haben, weil sie Platz für neue Insassen braucht. Ob es so kommt, wird sich wohl an diesem vielleicht vorentscheidenden Wochenende zeigen. Am Sonntag will die Opposition einen riesigen Marsch durch Minsk veranstalten.
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Die folgenden 3 Mitglieder haben sich bei MotherFocker bedankt:
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15.08.20, 16:40
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#19
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Freigeist
Registriert seit: Sep 2010
Ort: München
Beiträge: 11.319
Bedankt: 23.584
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Mir macht die Haltung Russlands tiefe Sorgen, da Belarus ein treuer Vasall des Kremls war. Grundsätzlich sieht Russland Belarus als assoziertes Gebiet an, der Unionsstaat Russland und Weißrussland. Eine Intervention Russlands zum "Schutze der Zivilbevölkerung", alleine um die 1,5 Millionen der russischen Minderheit zu schützen, halte ich für möglich.
Geändert von MunichEast (15.08.20 um 19:39 Uhr)
Grund: Danke muavenet, natürlich meinte ich das so.
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15.08.20, 19:20
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#20
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Are YOU a people person?
Registriert seit: Apr 2015
Beiträge: 2.776
Bedankt: 4.869
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Zitat:
Zitat von MunichEast
Eine Intervention Russlands "zum Schutze der Zivilbevölkerung", alleine um die 1,5 Millionen der russischen Minderheit "zu schützen", halte ich für möglich.
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Jetzt passt es.
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Folgendes Mitglied bedankte sich bei muavenet:
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16.08.20, 05:54
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#21
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Freigeist
Registriert seit: Sep 2010
Ort: München
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Zitat:

Russland bietet Belarus „umfassende Hilfe“ an
Die Massenproteste gegen Wahlbetrug und Willkür in Belarus halten an. Präsident Lukaschenko fürchtet einen Umsturz und wendet sich Putin zu.
Angesichts der Protestwelle in Belarus hat Staatschef Alexander Lukaschenko nach eigenen Angaben von Russlands Präsident Wladimir Putin umfassende Unterstützung zugesichert bekommen. Er habe in dem Telefonat mit Putin vereinbart, dass "auf unsere erste Bitte hin umfassende Hilfe geleistet wird, um die Sicherheit von Belarus zu gewährleisten", sagte Lukaschenko am Samstag laut der amtlichen Nachrichtenagentur Belta.
Lukaschenko verwies auf ein bestehendes Verteidigungsbündnis mit Moskau: "Was die militärische Dimension angeht, haben wir ein Abkommen mit der russischen Föderation im Rahmen der Union" zwischen Russland und Belarus. "Derartige Situationen fallen unter das Abkommen", fügte er hinzu.
Beide Seiten hätten sich zuversichtlich gezeigt, dass die Probleme bald gelöst würden, teilte der Kreml in Moskau danach mit. Diese Probleme sollten nicht von „destruktiven Kräften“ ausgenutzt werden, um die Zusammenarbeit beider Länder zu beinträchtigen, hieß es weiter. Belarus ist wirtschaftlich von Russland abhängig.
Zuvor hatte Lukaschenko Angebote aus dem Ausland zur Vermittlung im Streit um die mutmaßlich gefälschte Präsidentenwahl abgelehnt. „Wir haben eine Regierung, die gemäß der Verfassung gebildet wurde“, sagte er am Samstag bei einem Treffen mit Militärs in Minsk der Staatsagentur Belta zufolge. Er sagte dem Militär, er werde das Land „nicht hergeben“. Es habe ausreichend Ressourcen, um sich zu verteidigen und für Sicherheit im Staat zu garantieren, sagte der Regierungschef dem russischen Medium „Meduza" zufolge.
Lukaschenko macht Ausland für Proteste verantwortlich
Lukaschenko hatte am Samstagmorgen vor einem Umsturz gewarnt. „Wir lesen bereits die Anleitungen für eine farbige Revolution“, sagte der Präsident am Samstag in Minsk der Staatsagentur Belta zufolge. Es gebe bereits „Elemente äußerer Einmischung“.
„Wir sehen, was passiert. Wir dürfen uns nicht von den friedlichen Aktionen und Demonstrationen einlullen lassen“, sagte Lukaschenko. Mit „farbigen Revolutionen“ meinte er die Umstürze in anderen ehemaligen Sowjetrepubliken wie der Ukraine.
Lukaschenko hatte bereits am Freitag das Ausland für die Proteste verantwortlich gemacht. Er zählte dabei die Niederlande, Polen, Russland und die Ukraine auf. Namentlich nannte er aber nur den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny, der mit seinem Team regelmäßig über die Ereignisse im Nachbarland berichtet.
Die Wahlkommission hatte Lukaschenko bei der Wahl am vergangenen Sonntag 80,1 Prozent der Stimmen zugesprochen. Viele Menschen in der Ex-Sowjetrepublik haben erhebliche Zweifel daran.
Tausende gedenken eines toten Demonstranten
Am Samstag versammelten sich in Minsk erneut Tausende Menschen, um gegen Gewalt und Willkür unter Lukaschenko zu demonstrieren. Eine große Menschenmenge befand sich in der Nähe der U-Bahnstation Puschkinskaja, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die Menschen gedachten eines Demonstranten, der Anfang der Woche in der Nähe der Station bei der Niederschlagung der Proteste durch die Polizei zu Tode gekommen war.
Viele Menschen aus der Menge legten Blumen an der Stelle nieder, an der Alexander Taraikowskij am Montag starb. Einige der Teilnehmer riefen "Geht!", andere trugen Schilder mit der Aufschrift "Nein zur Gewalt" und "Keine Folter mehr". Es wurden auch Bilder von misshandelten Demonstranten hochgehalten.
Zuvor hatten zahlreiche Demonstranten darüber berichtet, wie sie während der Haft von der Polizei gefoltert und schwer misshandelt wurden. Der Tod von Taraikowskij sei durch einen Sprengsatz verursacht worden, hatten die Behörden erklärt. Dieser sei in der Hand des 34-jährigen Demonstranten explodiert. Videos, die den Moment zeigen, an dem Taraikowskij verletzt wurde, widerlegen diese Darstellung jedoch. Darauf sind mehrere Schüsse zu sehen, bevor der Demonstrant taumelnd zu Boden fällt.
In den vergangenen Tagen legten auch immer mehr Beschäftigte in Staatsbetrieben ihre Arbeit nieder. Lukaschenko warnte am Samstag erneut vor den wirtschaftlichen Folgen von Streiks. Lukaschenko wolle am kommenden Montag den staatlichen Lastwagenhersteller besuchen und dort mit Arbeitern sprechen, kündigte der 65-Jährige an.
Opposition hält EU-Sanktionen für verfrüht
Die Opposition in Belarus sieht die neuen Sanktionen der EU gegen Unterstützer des Staatschefs Alexander Lukaschenko skeptisch. Die Zeit sei noch nicht reif dafür, sagte Maria Kolesnikowa vom Wahlkampfstab der Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanowskaja der „Welt am Sonntag“. „Wirtschaftssanktionen würden sowieso vor allem die einfachen Menschen in Belarus treffen, das hat die Vergangenheit gezeigt.“ Auch Strafmaßnahmen gegen einzelne Personen hält die 38-Jährige im Moment für nicht sinnvoll. „Es ist jetzt noch viel zu früh für Sanktionen, glaube ich“, sagte Kolesnikowa.
Ihrer Ansicht nach werden Sanktionen gegen bestimmte Politiker und Regierungsvertreter die Chancen der EU, aber auch die der Opposition in Belarus auf einen Dialog mit den Behörden verschlechtern. „Wir suchen schon seit Tagen einen effektiven Dialog mit der Regierung, aber wir haben noch keine Antwort erhalten“, sagte sie.
Die EU-Außenminister hatten die Strafmaßnahmen am Freitag auf den Weg gebracht. Sie richten auch gegen Personen, denen eine Fälschung der Präsidentenwahl am vergangenen Sonntag vorgeworfen wird. „Die EU akzeptiert die Wahlergebnisse nicht“, teilte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Abend mit.
Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat persönliche Sanktionen gegen Lukaschenko gefordert. „Mit Blick auf Belarus muss die Europäische Union jetzt klar Farbe bekennen“, sagte Baerbock am Samstag am Rand eines Landesparteitag der nordrhein-westfälischen Grünen in Dortmund.
Es reiche nicht aus, dass die EU angesichts der Gewalt in Belarus Sanktionen für Lukaschenkos Unterstützer auf den Weg gebracht habe. Sanktionen müssten sich gerade gegen „denjenigen, der dafür verantwortlich ist“, richten. „Und das ist Herr Lukaschenko“, sagte die Grünen-Chefin. Denkbar seien etwa Einreisebeschränkungen für den Diktator oder das Einfrieren seiner Konten im Ausland.
Weitere Proteste am Wochenende
Lukaschenkos Herausforderin Swetlana Tichanowskaja hatte am Freitag aus ihrem Exil im EU-Land Litauen zu neuen friedlichen Massenaktionen aufgerufen. „Lasst uns zusammen unsere Stimmen verteidigen“, sagte sie in einer Videobotschaft. Viele Menschen sind auch wegen des brutalen Vorgehens der Polizei gegen friedliche Demonstranten wütend.
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Auch die Staatspräsidenten von Litauen und Estland betonten am Abend, das Wahlergebnis könne nicht anerkannt werden. Die von Fälschungsvorwürfen überschattete Abstimmung sei nicht frei und demokratisch gewesen, sagten Gitanas Nauseda und Kersti Kaljulaid nach einem Treffen in Vilnius. Es reiche nicht aus, nur zur Situation vor der Wahl zurückzukehren. Es müssten freie und demokratische Wahlen abgehalten werden.
Doch Lukaschenko hat noch seinen Sicherheitsapparat auf seiner Seite.
Anfangs ging die Polizei sehr brutal gegen die Demonstranten vor, teilweise tut sie es immer noch, auch wenn sich die Beamten zuletzt zurückhielten. Fast 7000 Menschen wurden seit Sonntag im ganzen Land festgenommen, mehr als 2000 von ihnen kamen am Freitag frei.
Einige berichteten von unmenschliche Bedingungen in den Gefängnissen. So schilderte der russischer Journalist Nikita Telizhenko nach seiner Freilassung, dass die Gefangenen – mit ihren Händen auf dem Rücken gefesselt – auf den Bauch gelegt wurden. Als die Zellen voller wurden, wurden die Menschen aufeinander gestapelt. Wollten sie sich bewegen, wurde sie von den Polizisten geschlagen. Rund 60 Gefangene mussten sich eine Flasche Wasser und einen Laib Brot teilen.
Eine freigelassene Demonstrantin schilderte am Freitag in einem Video, dass zehn Beamte der Sondereinheit „OMON" sie verprügelten, ihr die Hose auszogen und drohten, sie zu vergewaltigen und zu töten. „Sie behandelten uns wie Hunde...es ist wie 1941“, sagt die Frau in die Handykamera eines Journalisten. Freigelassene Demonstranten wurden teils direkt vor dem Minsker Gefängnis von Krankenwägen abgeholt.
Der Präsident ordnete am Abend der Staatsagentur Belta zufolge an, dass Polizisten auf dem Boden liegende Demonstranten nicht verprügeln dürften. Die Uniformierten hätten es nicht nötig, auf ihre Mitbürger einzuschlagen, behauptete er. Er bezeichnete die Demonstranten erneut als Ex-Kriminelle.
UN will Prüfung von möglicher Folter und Misshandlung
UN-Generalsekretär António Guterres rief die Bürger von Belarus indes zum friedlichen Dialog über die Wahl auf. Der Generalsekretär betonte, wie wichtig es sei, dass alle Belarussen ihre politischen und Bürgerrechte ausüben dürften. „Dazu gehört es, ihre Ansichten friedlich und im Rahmen des Gesetzes auszudrücken“, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric am Freitagabend (Ortszeit) in New York. Die Behörden müssten in ihrer Reaktion auf die Demonstrationen Zurückhaltung üben. „Vorwürfe der Folter oder anderer Misshandlungen von Menschen in der Haft müssen gründlich untersucht werden.“
Auch am Freitagabend demonstrierten wieder Tausende Menschen in vielen Städten des Landes. Sie bildeten Menschenketten und sangen friedlich. Auf Videos in sozialen Netzwerken war zu hören, wie Autos hupend durch die Städte fuhren. Besonders Frauen organisierten sich zu friedlichen Protesten. Ihr Erkennungszeichen ist weiße Kleidung, viele haben Blumen als Ausdruck des friedlichen Protests in der Hand.
Allerdings gab es wieder Berichte über Störungen im Internet. Die Behörden setzen dies als Taktik ein, um Proteste kleinzuhalten. Bereits am Wahltag hatten die Behörden das Internet gedrosselt, Plattformen wie Facebook, Whatsapp, Instagram und zeitweise auch der Messenger Telegram waren nicht abrufbar.
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Ich hatte es leider schon befürchtet ...
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Die folgenden 5 Mitglieder haben sich bei MunichEast bedankt:
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16.08.20, 08:07
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#22
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AZOR AHAI
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Experten gehen davon aus, dass aus Russland keine Hilfe zu erwarten ist. Eine [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ] steht noch aus.
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Folgendes Mitglied bedankte sich bei MotherFocker:
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16.08.20, 08:24
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#23
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Freigeist
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Zitat:
Zitat von MotherFocker
Experten gehen davon aus, dass aus Russland keine Hilfe zu erwarten ist.
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Ich hoffe Du hast recht, mein Bauch sagt etwas anderes.
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17.08.20, 19:40
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#24
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Freigeist
Registriert seit: Sep 2010
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Zitat:
Bis zu 40 Lastwagen der russischen Nationalgarde sind laut einem Medienbericht in Richtung Belarus unterwegs. Die Fahrzeuge sollen Platz für knapp 600 Soldaten und keine Abzeichen haben.
In Russland sind offenbar Lastwagen der russischen Nationalgarde auf dem Weg in Richtung Belarus gesehen worden. Das berichtet die Kreml-kritische Seite "meduza" unter Berufung auf Video- und Bildaufnahmen von Augenzeugen.
Die Fahrzeuge sollen keine Nummerierungen und keine Abzeichen haben. Die Darstellung erinnert an die Krim-Annexion in der Ukraine, wo auch Soldaten ohne Hoheitsabzeichen im Einsatz waren, um im Auftrag Russlands die Halbinsel zu sichern.
Auch die Leser der russischen Zeitung Fontanka berichteten von 30 bis 40 Lastwagen, die zwischen St. Petersburg und Pskow unterwegs gewesen seien und Platz für über 600 Soldaten hätten. Gegenüber der Zeitung dementierten die russischen Streitkräfte und bekräftigten, dass die Lastwagen nicht im Dienst der russischen Truppen stehen.[ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
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Update
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18.08.20, 03:12
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#25
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Erfahrener Newbie
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Aus mehreren Quellen.
Die Proteste dauern an. Immer mehr Firmen schließen sich den Protesten an.
Es gibt immer noch Menschen, die festgehalten werden.
Menschen die entlassen wurden, berichten von Übergriffen und Folter.
Swetlana Tichanowskaja hat sich aus Litauen gemeldet und würde das Land gern bis zur Neuwahl unterstützen.
Präsident Alexander Lukaschenko will nicht aufgeben. Es bleibt spannend.
Deutschland und EU: Ihr wisst ja, viel bla bla, doch bis die den Arsch hoch bekommen, ist das Ding gelaufen.
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18.08.20, 08:19
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#26
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Master of Desaster
Registriert seit: Dec 2014
Beiträge: 4.304
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Was sollte denn blablabla Deutschland und die EU deines Erachtens als erstes unternehmen..,das waere interessant zu erfahren??
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24.08.20, 23:48
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#27
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Silent Running
Registriert seit: Feb 2010
Beiträge: 7.191
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Zitat:
titel - thesen - temperamente

Video: Belarus vor dem Aufbruch?
23.08.20 | 06:19 Min. | Verfügbar bis 23.08.2021
Belarus, das kleine Land zwischen dem Westen und Russland hat in den 26 Jahren von Präsident Lukaschenkos Diktatur schon einige "Wahlen" und Proteste dagegen erlebt. Seit dem 9. August 2020 ist alles anders: Belarus steht am Scheideweg.
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Quelle:
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Hier Textzusammenfassdung: >>>
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Die folgenden 4 Mitglieder haben sich bei pauli8 bedankt:
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25.08.20, 08:51
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#28
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Banned
Registriert seit: Jul 2019
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Was da in Weißrussland passiert macht mich traurig. Ich hoffe die schaffen es den Konflikt bald zu beenden. Aber ich glaube dieser Wunsch ist utopisch und dass es dort noch sehr blutig werden wird.
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28.08.20, 00:39
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#29
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Silent Running
Registriert seit: Feb 2010
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Noch was zum Thema...
Zitat:
Hangover Belarus - 26 Jahre schlechte Party
27.08.2020 - 23:05 Uhr
Videoclip - 4 min.
Die Proteste in Belarus werden immer lauter, bleiben aber friedlich. Es ist sehr offensichtlich, dass die Bevölkerung Lukaschenko nach 26 Jahren einfach satt hat. Und der Präsident? Wird immer irrer.
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Quelle:
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Die folgenden 4 Mitglieder haben sich bei pauli8 bedankt:
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28.08.20, 21:15
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#30
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Silent Running
Registriert seit: Feb 2010
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Zitat:
Fünf vor acht / Wladimir Putin
Belarus gehört mir
Eine Kolumne von [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
Moskau

Im Kreml prangert man immer schön Einmischungen von außen an. Auch bei Belarus warnt Moskau den Westen – doch Wladimir Putin hat in die Proteste längst eingegriffen.
28. August 2020, 8:07 Uhr
Vielleicht geht es Russlands Präsident Wladimir Putin ja einfach wie den meisten von uns: Es ist leichter, seinem Mann gesunde Ernährung zu predigen und selbst Chips zu futtern. Der Freundin Sport zu empfehlen und die eigenen Laufschuhe bei eBay zu verkaufen. Andere Regierungen davor zu warnen, sich in Angelegenheiten souveräner Länder einzumischen, aber im Nachbarland Belarus eine Sonderoperation zu planen.
Wladimir Putin, der oft fremde Mächte, westliche Agenten und Farbenrevolutionen am Werk sieht, hat sich entschieden: Er will vorerst den Autokraten Alexander Lukaschenko an der Macht halten und habe auf dessen Bitte eine Reserve Silowiki in Bereitschaft gebracht – also Sicherheitskräfte, Omon-Sonderpolizei, Nationalgarde, Geheimdienstler. Die würden nach Belarus geschickt, sollten dort "extremistische Elemente" mit "Räubereien" beginnen.
Muss man eigens erwähnen, dass die Proteste von einer beeindruckenden Friedlichkeit sind, obwohl die Sonderpolizei mit furchtbarer Brutalität gegen die Demonstranten vorgeht? Auch dafür fand Putin ein paar Worte: "Nach meinem Eindruck handelten die Polizisten bei den Ereignissen in Belarus wesentlich zurückhaltender und neutraler als in vielen anderen Ländern in Europa und als die Amerikaner."
Mehr als 6.000 Menschen wurden in Belarus festgenommen und tagelang ohne Essen eingesperrt. Viele wurden geprügelt, gequält und gefoltert. 450 Opfer haben bereits ausgesagt und ihre Verletzungen mit Fotos und Videos kommentiert. Allein in den ersten Tagen des Protests wurden zwei Menschen getötet, aber es könnte viel mehr Opfer geben – immer noch werden etliche vermisst. So sieht für Wladimir Putin "neutral und zurückhaltend" aus.
Die Proteste sind rein innenpolitisch
Während der Kreml den Westen warnt, der bei diesem Aufstand nur ein Zaungast ist, schafft er Tatsachen. Nachdem belarussische Staatsjournalisten in den Streik getreten sind, übernehmen die Kollegen aus Russland die Staatspropaganda: Swetlana Tichanowskaja, vermutlich die Siegerin der Wahl, wolle das schöne Belarus zerstören, Polen wolle sich Teile von Belarus einverleiben, Nato-Länder stünden bereit. Nun wird auch ganz offiziell der russische Sicherheitsapparat helfen, sollte Alexander Lukaschenko allzu sehr wackeln. Um jeden Preis gilt es, einen Regimewechsel zu verhindern.
Auf keinen Fall, schreibt der russische Politologe Dmitri Trenin, werde Moskau das strategisch wichtige Belarus hergeben. Doch das müsste es gar nicht: Die Proteste in Belarus sind rein innenpolitisch.
Mitglieder des gerade gegründeten Koordinationsrats in Belarus verurteilen die Einmischungen, weil das, was in Belarus passiert, eine innenpolitische Angelegenheit sei. Wieder und wieder versichern sie, dass man an den guten Beziehungen zu Russland nichts ändern wolle. Sie sind eben eng, wirtschaftlich, vertraglich, politisch und kulturell. Russisch ist ebenfalls Amtssprache in Belarus, mehr als 600.000 Belarussen arbeiten in Russland. Belarus ist Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion, man teilt sich den Binnenmarkt, und die Kredite, die Belarus bekommt, zahlt faktisch Moskau.
Es gibt seit über 20 Jahren einen Unionsvertrag zwischen Russland und Belarus, auch wenn er nur zum Teil umgesetzt wurde, weil Alexander Lukaschenko immer schön gebremst hat aus Angst, Russland könnte sich Belarus einverleiben.
Aber die Sorge um seine eigene Zukunft wiegt schwerer, und nun bittet Alexander Lukaschenko Putin direkt um Hilfe. Den Preis dafür wird er später bezahlen.
Und Putin gewährt sie, ganz so, als sei Belarus nicht Ausland, sondern ein russischer Hinterhof. Eine innere Angelegenheit Russlands eben. Dabei war Wladimir Putin nie ein großer Freund von Alexander Lukaschenko. Der ist gewieft, laviert gern, spielt aus. Manchmal gibt er sich frivol und indiskret, erzählt, dass Putin ihm in den Neunzigerjahren in Sankt Petersburg begegnet sei – er sich daran aber nicht erinnern könne.
Doch auf die Menschen zu hören, die noch immer in so vielen Städten in Belarus auf die Straße gehen, ihnen nachzugeben, freie Wahlen durchzusetzen – das wäre für den Kreml dann doch zu riskant, der seit Wochen die Proteste im eigenen Land, im fernen Osten Sibiriens, in den Griff zu kriegen versucht. So wird über die Außenpolitik eigentlich Innenpolitik gemacht. Wladimir Putin stützt mit allen Mitteln Alexander Lukaschenko – aber er meint eigentlich sich selbst.
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Quelle:
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Geändert von pauli8 (28.08.20 um 21:20 Uhr)
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Die folgenden 5 Mitglieder haben sich bei pauli8 bedankt:
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13.09.20, 20:26
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#31
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working behind bars
Registriert seit: Apr 2013
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Bedankt: 13.793
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Da ich Maria Kalesnikava aus meiner Stuttgarter Zeit persönlich kenne, würde ich mich freuen, wenn sich ein paar Leute dazu aufraffen könnten, diese Petition zu unterzeichnen:
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Ich danke für die Aufmerksamkeit.
Geändert von Uwe Farz (13.09.20 um 21:14 Uhr)
Grund: korrektur
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Die folgenden 7 Mitglieder haben sich bei Uwe Farz bedankt:
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15.09.20, 03:36
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#32
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Ist öfter hier
Registriert seit: Apr 2018
Beiträge: 217
Bedankt: 259
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G. Soros Regime changes halt mal wieder. Deren hochaggressive NGoS mit ihren hypermoralin-arrogante Allmachtsphantasien hüpfen von einem Maidan- bzw. Tahrier-Platz zum anderen. Mit einem Multimilliardär im Rücken geht das immer recht locker.
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Folgendes Mitglied bedankte sich bei Steuerkartoffel:
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15.09.20, 12:30
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#33
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working behind bars
Registriert seit: Apr 2013
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Der übliche ausgelutschte Textbaustein aus der rechten VT Ecke. Das ist inzwischen gähnend langweilig. Bei euch wäre auch ein 14tägiger Intensivkurs in Sachen Empathie völlig zwecklos.
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Die folgenden 5 Mitglieder haben sich bei Uwe Farz bedankt:
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17.09.20, 22:42
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#34
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Chuck Norris sein Vater
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Zitat:
Belarus
Alexander Lukaschenko schließt Grenzen zu Litauen und Polen
Der belarussische Präsident hat die Armee in Alarmbereitschaft versetzt und lässt Grenzen zur EU schließen. Von den Nachbarländern sieht sich Lukaschenko provoziert.
Belarus Präsident Alexander Lukaschenko spricht auf einem Frauenforum in Minsk.
© Uncredited/dpa
17. September 2020, 22:26 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, als
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat die Grenzen zu den EU-Ländern Litauen und Polen geschlossen. Zudem sei der Grenzschutz in Richtung Ukraine verstärkt worden. Das sagte Lukaschenko der Staatsagentur Belta zufolge. "Wir sind gezwungen, Truppen von den Straßen abzuziehen, die Armee in Alarmbereitschaft zu versetzen und die Staatsgrenzen nach Westen zu schließen, hauptsächlich die nach Litauen und Polen", sagte Lukaschenko. Zuvor hatte er behauptet, dass der Westen die regierungskritischen Proteste in Belarus antreibe.
In Litauen und der Ukraine werden derzeit Militärmanöver mit Nato-Truppen abgehalten. Parallel dazu trainiert die belarussische Armee mit russischen Streitkräften im Westen von Belarus an der EU-Grenze. Dieses Manöver wird Lukaschenko zufolge nun verlängert. Angesichts der aktuellen Situation werde es eine zweite Phase geben. Ursprünglich sollte die Übung Ende nächster Woche beendet sein.
Zu den Menschen in den drei Nachbarländern sagte der belarussische Präsident: "Stoppt Eure verstandslosen Politiker, lasst sie keinen Krieg entfesseln." Er wolle nicht, dass sich sein Land im Krieg befinde. Ebenso wenig wolle er "dass Belarus und eben jenes Polen, Litauen sich in einen Schauplatz von Kriegshandlungen verwandeln, auf dem nicht unsere Probleme gelöst werden". Er sei "kein Angreifer", sondern , "ein sehr friedlicher Mensch", sagte Lukaschenko. Er sei im Dorf aufgewachsen, "wo jeder den anderen verteidigte".
Grenzschließung trifft auch die Opposition
An der südlichen Staatsgrenze stecken derzeit Hunderte ultraorthodoxe jüdische Pilger fest, die wegen eines Einreisestopps nicht in die Ukraine gelangen dürfen. Sie wollten anlässlich des jüdischen Neujahrsfests zum Grab des Rabbi Nachman pilgern.
Die Grenzschließung dürfte auch die Opposition in Belarus treffen. Namhafte Oppositionelle wie Swetlana Tichanowskaja halten sich in den westlichen Nachbarländern auf. Bei geschlossener Grenze dürfte eine Rückkehr nicht ohne Weiteres möglich.
Seit der Präsidentenwahl in Belarus am 9. August kommt es jeden Tag zu Protesten. Lukaschenko erhielt nach offiziellen Angaben 80,1 Prozent der Stimmen, er will im November eine sechste Amtszeit antreten. Die Opposition in Belarus zweifelt das Ergebnis an, Lukaschenko wird schwerer Wahlbetrug vorgeworfen.
Auch die EU erkennt Lukaschenko nicht mehr als legitimen Präsidenten an. Bei der Wahl Anfang August sei betrogen worden, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell im Plenum des Europaparlaments in Brüssel. Die EU hatte bereits erklärt, die Wahl – wie die meisten anderen Länder – nicht anzuerkennen. Nun zieht sie also auch den Präsidenten persönlich in Zweifel.
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Quelle:[ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
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Die folgenden 2 Mitglieder haben sich bei BLACKY74 bedankt:
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25.10.20, 20:33
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#35
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working behind bars
Registriert seit: Apr 2013
Beiträge: 3.222
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Update:
Sie geben nicht auf
Zitat:
Proteste in Belarus: Ultimative Demo in Minsk
Lukaschenko lässt das Rücktrittsultimatum von Oppositionsführerin Tichanowskaja verstreichen. Hunderttausende drohen mit Streik.
Gut gelaunt, mit Gruppen von Trommlern, Rufen nach „Streik!“ und weiß-rot-weißen Fahnen, dem Symbol der Opposition, demonstrieren am Sonntag wieder Tausende im Minsker Stadtzentrum und anderen Städten gegen Alexander Lukaschenko. Damit waren sie einem über die sozialen Medien verbreiteten Aufruf zum „Marsch des Ultimatums“ gefolgt. Das Portal Radio Swaboda schreibt auf seiner Facebook-Seite von 100.000 bis 200.000 Menschen allein in Minsk.
Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja hatte Machthaber Alexander Lukaschenko am 13. Oktober ein Ultimatum gestellt: Wenn er nicht bis zum Abend des 25. Oktober zurücktrete, alle politischen Gefangenen freilasse und die Gewalt auf den Straßen beende, werde es ab dem 26. Oktober im ganzen Land zu Aktionen zivilen Ungehorsams und zu Streiks kommen.
Vor Beginn der Minsker Demonstration hatten schwarz gekleidete und vermummte Polizisten Demonstranten gejagt. Auch in anderen belarussischen Städten hatten Bewohner für einen Rücktritt Lukaschenkos und sofortige Neuwahlen demonstriert. Um 17 Uhr Ortszeit berichtet die belarussische Menschenrechtsorganisation Wjasna von 32 Festnahmen in Minsk, Pinsk, Witebsk, Hrodno, Brest, Lida, Gomel, Mogilew und Nowopolozk.
Bei dem Versuch, einen Marsch in Hrodno aufzulösen, wurde, so das Portal belaruspartisan.by, ein Demonstrant am Kopf verletzt. In Nowopolozk war ein Demonstrant so schwer verletzt worden, dass er ärztlich behandelt werden musste, berichtet Nexta.
Angebliche Pro-Lukaschenko-Demo
Beinahe hätten zeitgleich und fast am gleichen Ort auch Anhänger von Lukaschenko demonstriert. Zwischen 250.000 und 300.000 Menschen aus dem ganzen Land habe man erwartet, berichtete Alexander Lukaschenko der staatlichen Nachrichtenagentur Belta.
Doch er persönlich habe die Demonstration abgesagt. Die Demonstranten hätten das Stadtzentrum völlig überfüllt. Dieser „Kollaps“, so Lukaschenko, hätte die Innenstadt paralysiert. Sie alle hätten natürlich „Batka“ (deutsch: Väterchen, wie er sich gerne nennen lässt) sehen wollen. Aber nur 15.000 hätten das geschafft. Außerdem hätten sich die Teilnehmer mit Covid anstecken können.
Doch unabhängige Quellen bezweifeln, dass die Pro-Lukaschenko-Demonstration wirklich aus diesem Grund abgesagt wurde. Im Gegenteil, meint das Portal tut.by: Trotz massiven Drucks auf Arbeiter und Angestellte sei es Lukaschenkos Machtapparat offensichtlich nicht gelungen, auch nur annähernd so viele Leute wie angekündigt zu mobilisieren.
Lukaschenko habe sich einfach eine Blamage ersparen wollen, erklärt sich Lew Margolin von der „Bürgerpartei von Belarus“ auf dem Portal belaruspartisan.by die Absage von Lukaschenkos Großdemonstration. Außerdem hätten es Lukaschenkos Polizeieinheiten bei ihrer Jagd auf Demonstranten schwer gehabt, die Unterstützer von Gegnern auseinanderzuhalten, so Margolin.
Druck auf Studierende
Unterdessen halten Drangsalierung und Kriminalisierung der Regimegegner an. Bei einem Gespräch mit Studierenden der Staatlichen Universität für Informatik und Radioelektronik drohte Generalstaatsanwalt Andrei Schwed seinen Gesprächspartnern mit Exmatrikulation, wenn sie wegen Arreststrafen nicht bei den Vorlesungen erscheinen würden.
Derzeit sitzen in belarussischen Gefängnissen 102 politische Gefangene. Dies geht aus einer gemeinsamen Erklärung von elf belarussischen Menschen**rechtsorganisationen hervor. Zugleich, so berichtet tut.by, seien bei den Behörden über 1.800 Anzeigen wegen *Polizeigewalt eingegangen.
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Quelle mit Links:
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Die folgenden 4 Mitglieder haben sich bei Uwe Farz bedankt:
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