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Vanessa Nakate: Klimaaktivismus in Afrika

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Ungelesen 11.07.20, 18:30   #1
Wornat1959
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Standard Vanessa Nakate: Klimaaktivismus in Afrika

Dazu habe ich zwei Artikel.
Der erste Artikel ist vom RND aus dem letzten Monat:

Zitat:
Afrika - Klimawandel - Umweltschutz
Klimawandel: Afrikanische Umweltschützer fordern mehr Aufmerksamkeit
  • Mit nur etwa drei Prozent trägt Afrika sehr wenig zum globalen CO₂-Ausstoß bei.
  • Trotzdem wird kein Kontinent so stark unter den Folgen des Klimawandels leiden.
  • Gerade in der Corona-Krise fordern Aktivistinnen wie Vanessa Nakate aus Uganda mehr Beachtung.

05.06.2020, 10:38 Uhr



Kampala. "In der Schule wird der Klimawandel unterrichtet als etwas, das in der Zukunft passieren wird", sagt Vanessa Nakate. "Und, dass man sich darum keine Sorgen machen muss." Doch dann hat die 23-Jährige angefangen, sich in ihrer Heimat Uganda umzuschauen. "Ich merkte, dass die Folgen jetzt schon in meinem Land zu spüren sind."

Nakate wird oft mit Greta Thunberg verglichen. Sie ist eine der bekanntesten jungen Klimaaktivisten und -aktivistinnen in Afrika. Vor mehr als einem Jahr hat sie Thunbergs Klimabewegung Fridays for Future erstmals in ihrer Heimat umgesetzt; im Corona-Lockdown macht sie nun in den sozialen Netzwerken weiter. Doch Nakate kämpft nicht nur gegen den Klimawandel, sondern auch um mehr Aufmerksamkeit für den Kontinent, der am meisten unter den Folgen leidet - und für mehr Beachtung auf der globalen Bühne des Klimaaktivismus.

Umweltkatastrophen könnten sich verschlimmern

Afrika hat bislang nur etwa drei Prozent zum globalen CO2-Ausstoß beigetragen. Doch die Zukunft sieht unverhältnismäßig düster aus: “Kein Kontinent wird so stark unter den Folgen von Klimawandel leiden wie Afrika”, heißt es vom UN-Umweltprogramm (UNEP). In Afrika werden die Temperaturen Prognosen zufolge stärker ansteigen als in anderen Regionen der Welt. Dürren, Überschwemmungen und Zyklone könnten sich verstärken. Sollten die globalen Temperaturen um zwei Grad steigen, werden laut UNEP mehr als die Hälfte der Menschen Afrikas von Unterernährung bedroht sein.

Auch die wirtschaftlichen Folgen werden enorm sein. In den vergangenen 30 Jahren haben die meisten afrikanischen Länder wegen der Klimaveränderungen bereits jährlich 10 bis 15 Prozent an Wachstum des Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukts verloren, wie eine Studie unter anderem des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zeigt. Länder, in denen Landwirtschaft eine große Rolle spielt, leiden demnach bereits wirtschaftlich am meisten und werden es auch in der Zukunft tun. “Die meisten der afrikanischen Volkswirtschaften sind schlecht an ihre derzeitigen Klimabedingungen angepasst”, heißt es.

Wissen um den Klimawandel in Afrika oft gering

Trotzdem ist es schwer, für ihren Kampf Beachtung zu bekommen, sagt Nakate - vor allem dort, wo der Diskurs um den Klimawandel am lautesten ist, in Europa und Nordamerika. Internationale Medien sind erst durch ein schlecht zugeschnittenes Foto auf die 23-Jährige aufmerksam geworden. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar hatte die US-Nachrichtenagentur AP Nakate aus einem Bild mit Thunberg und anderen europäischen Aktivistinnen entfernt. Dagegen hatte sich die Uganderin ausgesprochen und viel Zuspruch bekommen. Doch der Hype - und das Interesse an ihrem Aktivismus - ist seitdem wieder abgeebbt.

In der Heimat haben es Nakate und ihre Mitstreiter nicht einfacher. Die Herausforderungen sind zwar groß, das Wissen um den Klimawandel aber gering. "Die Menschen haben so viele andere Probleme", sagt Happy Khambule, ein Experte für Klima- und Energiepolitik bei Greenpeace. Und noch verstünden die meisten nicht die Verbindung zwischen den Klimaveränderungen und ihren täglichen Problemen wie dem Mangel an Zugang zu sauberem Wasser oder der Heuschrecken-Plage in Ostafrika, die durch extrem viel Regen verstärkt wurde.

Corona-Krise zum Umdenken nutzen

Obwohl afrikanische Länder wenig zum globalen CO2-Ausstoß beitragen, fordert Khambule mehr Handlung von den Regierungen auf dem Kontinent. Der Klimawandel sei wie Covid-19: Ein Problem, das nicht vermieden werden könne. "Die Länder müssen reagieren und sie müssen hart sein" - weg von Industrien, die auf fossilen Brennstoffen beruhen; stärkere Maßnahmen, um die Bevölkerungen gegen die Klimawandel-Folgen zu wappnen. Aus Sicht von Khambule und Nakate ist die Corona-Krise eine einmalige Gelegenheit für dieses Umdenken.

Aktivismus mit eigenem Ansatz

Doch das muss auch in der Bevölkerung passieren. "Im globalen Norden gibt es ein gewisses Privileg", sagt Nakate. Die meisten Menschen wüssten, was der Klimawandel ist; die Klima-Botschat von Thunberg und Co. treffe dort auf fruchtbaren Boden. Nakate trifft nach eigenen Angaben oft auf Widerstand, wenn sie mit Menschen in ihrer Heimat Uganda redet. "Warum kümmerst du dich nicht um andere Probleme?", bekomme sie etwa zu hören. Deswegen geht es Nakate mit kleinen Schritten an: Sie geht in Schulen und spricht mit der jüngeren Generation. Sie setzt sich für Solaranlagen und energieeffiziente Öfen ein. Sie organisiert in ihrem Heimatort Aufräumaktionen und redet dabei mit Menschen. "Wir nutzen eine Sprache, die den Menschen zu verstehen gibt, dass wir in einer Krise stecken."

Khambule glaubt daher, dass das Greta-Modell des Klimaaktivismus in Afrika nicht unbedingt funktionieren würde. "Eine Bewegung rund um einen Personenkult würde sich hier schwer tun", sagt der Greenpeace-Experte. Die Probleme der Menschen seien zu unterschiedlich, als dass eine große Botschaft Wirkung haben würde. "Der Aktivismus hier hat einen eigenen Ansatz": keine Massenproteste oder Reden vor einem Millionenpublikum; dafür gezielte Kampagnen, die die akuten Probleme der Menschen ansprechen. Vielleicht braucht Afrika also gar keine Greta, sondern viele, viele Vanessas.

RND/dpa
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Der zweite ist vom Time-Magazin von vorgestern - ein Interview das Angelina Jolie dort mit Vanessa Nakate geführt hat zum Thema "Klimabewegung in Afrika".

Zitat:
Angelina Jolie Interviews Vanessa Nakate About Activism and the Power of African Voices

Zitat:

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By [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
July 9, 2020 2:11 PM EDT

Concerned about her country’s rising temperatures, Ugandan climate activist Vanessa Nakate, 23, spent months protesting alone outside the gates of Parliament in Kampala. Her Rise Up Movement seeks to amplify voices from Africa.

The work you’re doing is really teaching all of us because, as you know more than anyone, the conversation about the climate crisis has been very limited to a few voices. How did you get involved?

Before my graduation, I started carrying out research to understand the challenges that people [in my community] were facing, and I was really surprised to find that climate change was actually the biggest threat facing humanity right now. I realized every part of my country, Uganda, is affected by the climate crisis: when you go to the north, the people are suffering with long dry spells; when you go to the eastern part of the country, they’re suffering with landslides and floods. I decided that I had to become a voice in the climate movement and try to get justice.

Often you hear people are going hungry because of conflict or bad governments. But it’s often linked, as you point out, to climate.

Some of the conflicts arise from shortages in resources. For example, Lake Chad, in Africa, has shrunk to a tenth of its size in just 50 years. The population keeps growing. So there is definitely going to be a struggle for resources. And this will disrupt the peace in the area. When you look at the root of all of this, sometimes it starts [with] climate change.


Nakate photographed at her home in Kampala
Isaac Kasamani—AFP/Getty Images


Climate activism is not easy in many places, but you’re in a place where you could be arrested. You are really very courageous to do what you do.

It is not easy to go out there, especially in the beginning when I was doing these strikes by myself. My family didn’t really understand what I was doing. Most of my friends found it very, very weird. But later on, many of them started understanding why I was doing this. And some of them decided to get involved.

You’re not only speaking out and raising awareness, but you’re also looking for practical solutions, [working] with young people [and] schools.

I decided to start a project that involves the installation of solar energy and institutional stoves in schools. We need a transition to renewable energy, and many of these schools are in the rural communities, and they can’t afford the solar panels or stoves and all the costs that are involved in the installation. They helped to reduce the amount of firewood that these schools use in a term. For example, if a school is to use five trucks of firewood, they use two trucks of firewood with the stove, hence reducing the amount of firewood used. And it’s also a learning experience for the students, teachers and parents.

I know you’re passionate about the effects of [climate change] on girls. And with so many girls out of school [because of the pandemic], things are, sadly, very dangerous.

I have seen it especially in this period of time that more girls got pregnant during this lockdown. And it is really heartbreaking to see how vulnerable the girl child is. It’s very, very, very disturbing. Women are the ones who put food on the table. They provide all these things for their families. And yet in a disaster, they suffer the most. In my country, they never allowed girls to climb trees, mainly because it would take their dignity and values, as we were told. But then during a flood, the fastest way to survive, if you cannot swim, or if you cannot escape, is by climbing a tree until help comes. And that makes me realize that women are really affected the most in the climate crisis. We could not get climate justice without addressing the challenges that women are facing in their daily lives.

I’m living in the U.S., and there’s a lot happening with Black Lives Matter. Would [you] speak about the inequality that you see when it comes to the way these global issues are handled?

This inequality, of course, starts from the kind of system that we are in. It is the system that needs to be completely shattered. Because if we continue in this kind of system, we are continuously going to see inequalities, and we are going to see the most affected people continuously being traumatized, continuously being destroyed and being left with nothing. In regards to Black Lives Matter, when I found out about that, it was very, very heartbreaking and very disturbing to think that there are actually people out there who are suffering terrible, terrible actions of racism. It is something that I experienced to some extent, but it wasn’t as deep as what is happening in the States. I remember in January I happened to be cropped out of a photo with other climate activists, and to me that was a form of racism, and it felt like I had been robbed of my space. And I wasn’t the first. This is continuously going to happen unless you put an end to a system that promotes white saviorism. If we don’t address the issue of racial justice, we won’t be able to get climate justice. So every climate activist should be advocating for racial justice because if your climate justice does not involve the most affected communities, then it is not justice at all.


In January, the AP cropped Nakate out of a photo of young climate activists in Davos
Markus Schreiber—AP


Are there ways we need to change our education systems or ways we can further educate people about Africa?

I think what people really need to first understand is that Africa is not just a country. It’s actually a continent with 54 countries. I remember the history that we learnt about [in school], and it talked so much of slavery and all that. I think that that is a narrative that needs to change. We don’t need to learn about all that cruelty that our people went through, because to me it completely lowers your value as a person. I think African children or any other children should be told about the power that lies within Africa. The African continent is not just about the history of slavery. It’s about the young people who grew up and became doctors, who became professionals in their own careers. The other thing they need to know: that when an African voice speaks, then it’s really an important matter, because for a very long time, we have [had so] few voices coming out of the African continent that are amplified. But [so many others] never get a chance for their stories to be heard. I personally believe that every person who demands justice or advocates for change in their community, they have a story to tell. And I believe that their story has a solution to give. People need to understand that the African people have solutions that will change the world.

This interview has been condensed and edited for clarity

This appears in the July 20, 2020 issue of TIME.
Quelle: [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
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"Mitleid und Erbarmen hielten Bilbos Hand zurück. Viele, die leben, verdienen den Tod und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben, Frodo? Dann sei nicht so rasch mit einem Todesurteil bei der Hand. Selbst die ganz Weisen erkennen nicht alle Absichten. Mein Herz sagt mir, dass Gollum noch eine Rolle zu spielen hat, zum Guten oder zum Bösen, ehe das Ende kommt." (Gandalf zu Frodo)
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