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26.04.20, 13:38
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Silent Running
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Skandal in Russland Sängerin rechtfertigt Gewalt gegen Frauen
Zitat:
Skandal in Russland
Sängerin rechtfertigt Gewalt gegen Frauen
Die Sängerin und Moderatorin Regina Todorenko findet, Frauen seien selbst schuld an Misshandlungen durch Männer. Vertreter der orthodoxen Kirche geben ihr auch noch recht.
26.04.2020, 13:25 Uhr

Regina Todorenko bei der Verleihung des Titels "Frau des Jahres" durch die Zeitschrift "Glamour" (November 2019)
Sergei Bobylev/ dpa
Etwa 12.000 Frauen sterben Jahr für Jahr in Russland durch die Hand eines Angehörigen. Häusliche Gewalt gegen Frauen ist in dem Land so verbreitet und weithin akzeptiert, das Phänomen hat sich sogar als Dreizeiler fest in Sprachgebrauch und kollektivem Gedächtnis festgesetzt: "Bjot, snatschit ljubit", lautet eine russische Redensart.
Übersetzt heißt das etwa: "Wenn er schlägt, heißt das, er liebt dich."
Wie weitverbreitet die Verharmlosung von häuslicher Gewalt ist, zeigen auch Äußerungen der in Russland beliebten Sängerin und TV-Moderatorin Regina Todorenko. Sie hatte behauptet, Frauen seien vor allem selbst schuld daran, wenn sie von ihren Männern geschlagen würden: "Irgendwann sollte doch ein kritischer Punkt kommen, um zu fragen: Warum schlägt er dich?"
"Jede Art von Gewalt ist inakzeptabel"
In der Moskauer Medien- und TV-Welt löste das immerhin einen Skandal aus. Die Mode- und Frauenzeitschrift "Glamour" entzog Todorenko deshalb jetzt den Titel "Frau des Jahres", den das Magazin der 29-Jährigen Ende 2019 verliehen hatte. "Jede Art von Gewalt, auch Bullying, ist inakzeptabel", teilte "Glamour" mit.
Zitat:
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Morde an Frauen in Russland: Wo Gewalt zu Hause ist Von Christina Hebel
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In der russischen Politik ist diese Auffassung allerdings deutlich weniger verbreitet. So wurde 2017 ein neues Gesetz verabschiedet, das Schläge in der Partnerschaft entkriminalisiert. Prügel werden demnach nur wie eine Ordnungswidrigkeit zum Beispiel mit Geldstrafen geahndet. Erst Wiederholungstäter müssen sich nach dem Strafrecht verantworten.
Kirche: Frauen sollen sich selbst bestrafen
Ein Grund für solche Regelungen ist die harte Position der russisch-orthodoxen Kirche, deren Einfluss auf gesellschaftspolitische Entscheidungen seit Jahren immer stärker wächst. Kirchenvertreter betonten auch mit Blick auf den Todorenko-Skandal erneut, Frauen müssten zur Konfliktvermeidung in einer Beziehung gehorsam sein.
So sollten sie "für den Anfang" damit aufhören, ihre Männer zu tadeln oder kritische Bemerkungen zu machen, sagte Bischof Panteleimon der Agentur Interfax zufolge. Frauen sollten sich selbst beobachten und "kleine Strafen" gegen sich selbst verhängen: Sich etwa als Buße zehn Mal verneigen, einen Tag lang auf Schokolade oder auf das Internet verzichten.
Regina Todorenko hat sich inzwischen nach der massiven Kritik für ihre Äußerungen entschuldigt.
beb/dpa
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