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20.01.18, 00:16
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Die Russen sind da!
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Kingdom Come: Deliverance - Kontroverse um Rassismus- und Sexismus-Vorwürfe
Zitat:
Die im Februar bevorstehende Veröffentlichung des Mittelalterspiels Kingdom Come: Deliverance wird derzeit von Vorwürfen über Rassismus und Sexismus gegen den zuständigen Creative Director Daniel Vávra überschattet, die auch auf das Spiel abfärben sollen. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück.
Angestoßen wurde die Rassismus- und Sexismus-Debatte rund um Kingdom Come: Deliverance von einem Eintrag des Bloggers Jan Heinemann, indem der Mitgründer der tschechischen Spieleschmiede Warhorse Studios, Daniel Vávra, als "Rassist und Sexist mit revisionistischen Geschichtsvorstellungen" bezeichnet wird, dessen Ansichten sich zudem auch auf das Spiel niederschlagen würden. Dieses wird bekanntlich mit einem hohen Grad an Authentizität durch die Entwickler beworben.
Als Grundlage für die Vorwürfe hält unter anderem ein von Vávra auf der Gamescom 2017 getragenes T-Shirt mit Aufdruck zu einem Album der Black-Metal-Band Burzum her, deren Kopf Varg Vikernes ein bekannter Rechtsextremist und Straftäter ist. Darüber hinaus habe Vávra in seinem Youtube-Account diverse Videos mit fragwürdigen Inhalten geliked und genervt reagiert, sobald man ihn über Twitter mit der Frage zu farbigen Spielfiguren in Kingdom Come: Deliverance konfrontierte. Auch ein Interview mit dem rechtsgerichteten Nachrichtenportal Breitbart wird kritisiert.
Der Creative Director hat sich im Rahmen der Vorwürfe gegenüber Gamestar.de in einer ausführlichen Stellungnahme geäußert und beispielsweise den Vorwurf von sich gewiesen, dass er und sein Team "das Vorhandensein von Menschen anderer Hautfarbe oder Ethnizität aktiv in unserem Spiel verleugnen würden und damit einem rassistischen Weltbild Vorschub leisten". Demnach seien gemäß eigenen Recherchen im als Vorlage dienenden Böhmen des frühen 15. Jahrhunderts historisch vorrangig Bevökerungsgruppen mit heller Hautfarbe aus Mitteleuropa vertreten gewesen, abseits der im Spiel enthaltenen Kumanen als asiatische Volk. Mit Hinblick auf die eigene Einflussnahme auf das Spiel betont Vávra zudem nur für circa 10 Prozent der Quests im Spiel inhaltlich verantwortlich zu sein.
Kingdom Come: Deliverance sieht sich zudem in der Kritik ein "männliches Weltbild" zu propagieren und Vávra wird für seine Haltung im Rahmen der sogenannten "Gamergate"-Debatte kritisiert. Der Entwickler betont hier, dass er zu Gamergate in der Vergangenheit einige kontroverse oder unzureichende Äußerungen gemacht habe und entschuldigt sich dafür. Er selbst halte die Redefreiheit sowie Kunstfreiheit hoch und sehe sich als liberale Person "deren höchstes Gut die maximale Freiheit aller Menschen ist, solange diese Freiheit nicht die Rechte und die Unversehrtheit anderer Menschen beeinträchtigt", wobei er sich gegen Kunstformen ausspricht, die klar Rassismus oder Diskreditierung von Minderheiten betreiben.
Darüber hinaus entschuldigte er sich für den "Mangel an Sorgfalt und meine Gedankenlosigkeit in meiner persönlichen Kommunikation, der in der Vergangenheit zu Missverständnissen geführt hat. Sollte ich damit Gefühle verletzt oder den Eindruck erweckt haben, eine wie auch immer geartete Ideologie zu propagieren, bitte ich dafür um Verzeihung." Für das Tragen des Burzum-Shirts entschuldigte er sich ebenfalls und wollte damit keineswegs einen ideologischen oder politischen Hintergedanken verfolgen, sondern sei lediglich ein Fan der Musik, die zudem bei großen Anbietern verfügbar ist und ein anerkannter Genre-Meilenstein sei.
Auch die Spielepresse wurde in dem als Stein des Anstoßes fungieren Blog-Eintrag gegen Vávra adressiert und solle mit Hinblick auf die Vorwürfe generell eine Berichterstattung mit genauerem Blick auf Entwickler fahren und dahingehend "guten Journalismus" betreiben. Die Kollegen von PC Games betonen angesichts dessen, dass man sich natürlich ebenfalls von den kritisierten Geisteshaltungen distanziere, bei der Berichterstattung nunmal aber das Spiel im Vordergrund stehe und die eingehende Prüfung der privaten Gesinnung eines jeden Entwicklers letztlich schlichtweg zu viel wäre, weswegen dies nur in Einzelfällen zur Debatte stehe. Kingdome Come: Deliverance müsse sich derweil im Test erst noch in seiner Gesamtheit, auch angesichts der Vorwürfe, beweisen. Ähnlich sehen die Angelegenheit auch die Kollegen von 4Players und Gamestar.
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