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30.03.15, 23:28
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Legende
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"Schtonk"-Regisseur Helmut Dietl ist tot
Zitat:
Bayerns „melankomischster“ Regisseur
Mit „Schtonk“, „Rossini“ und „Monaco Franze“ hat er seine wohl größten Erfolge gefeiert - am Montag ist der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Helmut Dietl nach langer Krankheit verstorben. 2013 machte der Filmemacher in einem „Zeit“-Interview publik, an Krebs erkrankt zu sein. Dietl, der im Vorjahr seinen 70. Geburtstag feierte, wurde mit etlichen Preisen ausgezeichnet - zuletzt 2014 mit dem deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk. Nun hat das Land - so der Bayerische Rundfunk - seinen „melankomischsten“ Regisseur verloren.
„Großer des deutschen Filmschaffens“
Mit „Monaco Franze“ und „Kir Royal“ hat er deutsche Fernsehgeschichte geschrieben, mit „Schtonk!“ und auch in den Kinos große Erfolge gefeiert. Nun ist der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Helmut Dietl im Alter von 70 Jahren verstorben.
Dietl starb nach Angaben der „Zeit“ und des Bayerischen Rundfunks (BR) am Montag im engsten Familienkreis in seiner Münchner Wohnung. Mit großer Begeisterung und viel Ironie deckte der im oberbayerischen Bad Wiessee geborene Dietl menschliche Schwächen auf und beleuchtete gesellschaftliche Kuriositäten. Laut „Spiegel“ war Dietl einer der Großen des deutschen Film- und Fernsehschaffens, der BR spricht von Bayerns „melankomischsten“ Star und die „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“) verabschiedete sich von einem „Virtuosen des Hintersinns“.
Sein Kollege Michael „Bully“ Herbig, der die Hauptrolle in Dietls letztem Film „Zettl" spielte, wandte sich auf seiner Facebook-Seite mit bewegenden Worten an seinen Freund: "Ich muss Dir ja wohl nicht sagen, wie unfassbar traurig ich bin“, schrieb er: „Du warst und bist mein Held“. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) würdigte Dietl, den Träger des Bayerischen Verdienstordens, als einen „der ganz großen deutschen Regisseure und Drehbuchautoren“.
Krankheit 2013 publik gemacht
Dietl litt seit längerem an Lungenkrebs. Er hatte seine Erkrankung 2013 in einem bewegenden „Zeit“-Interview publik gemacht. Nur einen Monat zuvor hatte er die erschütternde Diagnose erhalten: Lungenkrebs mit Heilungschancen von höchstens zehn Prozent - „eher drunter“. Überrascht war er von der Krankheit nicht, wie er sagte. „Wenn man bedenkt, wie viel ich geraucht habe, dann ist es geradezu ein Wunder, dass es so lange gut gegangen ist.“ Sechs Jahre zuvor hatte er mit dem Rauchen aufgehört und bis dahin nach eigener Berechnung ungefähr eine Million Gitanes geraucht.
Goldene Lola für Lebenswerk
Im Mai des Vorjahres hat Dietl seine Chemotherapie abgeschlossen, wie seine Ehefrau Tamara der Zeitschrift „Gala“ sagte. Kurz zuvor war Dietl beim Deutschen Filmpreis in Berlin mit der Goldenen Lola für sein Lebenswerk geehrt und mit Standing Ovations gefeiert worden. „Danke, danke, danke! Bitte setzen Sie sich hin, sonst muss ich weinen“, sagte Dietl, als sich die 1.800 Galagäste respektvoll von ihren Plätzen erhoben. Er dankte ausdrücklich seiner Frau. Die Tatsache, dass er an diesem Abend auf der Bühne stehe, habe er ihrer Pflege in den vergangenen Monaten zu verdanken.
Hitler-Tagebücher und Münchner Schickeria
Dietls letzter, mit Spannung erwarteter Film „Zettl“, die Fortsetzung seiner Kultserie „Kir Royal“, floppte 2012 zwar grandios, früher aber, zur Zeit seiner ganz großen Erfolge, wurde der Regisseur von Filmkritikern als deutsche Antwort auf Woody Allen gefeiert. Er ist der geistige Vater von Kultfilmen wie „Schtonk“ (1992), der sich über die gefälschten Hitler-Tagebücher lustig macht, und „Rossini oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“ (1997), mit dem Dietl der Münchner Schickeria den Spiegel vorhielt.
Ebenso wie Allen deckte der am 22. Juni 1944 geborene Dietl mit Vorliebe und Ironie menschliche Schwächen auf und beleuchtete gesellschaftliche Kuriositäten. Berühmt wurde er mit den Serien „Monaco Franze“ (1983) und eben „Kir Royal“ (1986).
Zu dieser sechsteiligen ARD-Gesellschaftssatire sei Dietl von Papst Benedikt XVI. inspiriert worden, sagte der WDR-Redakteur Jörn Klamroth Jahre später. Im Jahr 1984 hätten Dietl und er in einem Cafe ein Foto betrachtet, auf dem der damalige Kardinal Joseph Ratzinger, der CSU-Politiker Franz-Josef Strauß und ein in München bekannter Gauner abgebildet waren. „Wir beschlossen daher: Das ist Stoff für eine neue Gesellschaftssatire“, erinnerte sich Klamroth einmal.
Enge Freundschaft mit Patrick Süskind
Doch es sind nicht nur die anderen, die Dietl in seinen Filmen beschäftigen. Im Jahr 2005 kam mit „Vom Suchen und Finden der Liebe“, einer modernen Adaption des Orpheus-und-Eurydike-Stoffes, eine sehr persönliche Komödie in die Kinos. Das Drehbuch dazu schrieb „Das Parfum“-Autor Patrick Süskind, der eng mit Dietl befreundet ist.
Dietl selbst war viermal verheiratet und hatte drei Kinder mit verschiedenen Frauen. „Man darf nicht den Glauben an die große Liebe verlieren, selbst wenn die Erfahrung das Gegenteil lehrt“, sagte der Regisseur, der zehn Jahre auch an der Seite von Veronica Ferres verbrachte, einmal. „Oder man kann sich gleich hinsetzen und auf den Tod warten.“
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