Willkommen |
|
myGully |
|
Links |
|
Forum |
|
|
|
26.02.15, 23:53
|
#1
|
Legende
Registriert seit: Aug 2011
Ort: in der Wildnis
Beiträge: 15.518
Bedankt: 34.775
|
IS zerstört Kulturschätze im Irak
Zitat:
Dschihadisten wüten in Museum in Mossul
Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat am Donnerstag ein Video veröffentlicht, das Extremisten im Nordirak bei der Zerstörung jahrtausendealter Kulturschätze zeigt. In dem fünfminütigen Video sind Kämpfer im Museum der nordirakischen Großstadt Mossul zu sehen, wie sie Statuen von ihren Podesten stoßen und mit Vorschlaghämmern in Stücke schlagen. In einer anderen Szene ist zu sehen, wie sie einen Presslufthammer verwenden, um die große Statue eines assyrischen geflügelten Bullen in einer Ausgrabungsstätte der Stadt zu zerstören.
„Als würde jemand die Sphinx zerstören“
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im Norden des Irak einzigartige Kulturgüter aus altorientalischer Zeit zerstört. Darunter ist eine assyrische Türhüterfigur, die mehr als 2.600 Jahre alt ist. Ein Internetvideo der Extremisten zeigt, wie IS-Anhänger laut Fachleuten im Museum der Stadt Mossul und an der Grabungsstätte Ninive bedeutende Bildwerke aus der Antike zertrümmern.
Auch Quellen in Mossul berichteten von der Zerstörung. Experten bestätigten, dass es sich bei vielen der zerstörten Stücke um Originale handelt. Die Türhüterfigur sei eine „Ikone der altorientalischen Bildkunst“, sagte Markus Hilgert, Direktor des Vorderasiatischen Museums in Berlin, am Donnerstag. „Das ist so, als würde jemand die Sphinx in Ägypten zerstören.“ Der Verlust sei eine Katastrophe.
Figur mit Presslufthammer zerstört
Die sunnitischen Extremisten zerstörten die Figur mit einem Presslufthammer. Die Statue stellt ein Mischwesen mit menschlichem Gesicht dar, das die Assyrer als Schutzgottheit verehrten. Sie ist laut Experten Teil des assyrischen Nergal-Tores aus dem siebenten Jahrhundert vor Christus. Es gehörte zur Befestigung der Stadt Ninive, des Zentrums des assyrischen Reiches.

Ein neues IS-Video inszeniert die Zerstörung durch Dschihadisten
Unter den zerstörten Kulturgütern sind auch zahlreiche weitere assyrische Statuen, teilweise größer als ein Mensch. Der etwa fünf Minuten lange Film zeigt, wie Islamisten im Museum in der IS-Hochburg Mossul mit großen Hämmern auf die Stücke einschlagen oder sie umstürzen, so dass sie zu Bruch gehen. Zu sehen sind auch Reliefs. Ob sie ebenfalls zerstört wurden, ist unklar.
Kunstschätze für Terrorfinanzierung verkauft
Nach Einschätzung von Experten handelt es sich bei den zerstörten Statuen teils um Originale oder um Rekonstruktionen anhand von Fragmenten, teils um Kopien von Originalen. Demnach stammten die Statuen aus der Epoche der Assyrer oder der Parther mehrere Jahrhunderte vor Christus. Die Dschihadisten hatten Mossul und die umliegenden Provinzen bei einer Blitzoffensive im Sommer in ihre Gewalt gebracht.
Seitdem sollen sie zahlreiche Kunstschätze aus Museen und Ausgrabungsstätten entwendet und verkauft haben, um ihren Kampf zu finanzieren. Mit Hilfe von Mittelsmännern werden die geraubten Kunstwerke über die Grenze geschmuggelt, in den Libanon zum Beispiel oder in die Türkei. Für jedes Stück, das seinen Besitzer wechsle, erhebe der IS bis zu 20 Prozent Steuern, heißt es in einem BBC-Bericht. Die Kostbarkeiten werden aus den Nachbarländern weiterverkauft, oft nach Europa.
Irakischer Minister: „Großes Verbrechen“
Nach den Worten des irakischen Antikenministers Adil Fahd Scharschab ist die Zerstörung der einzigartigen Statuen eines der größten Verbrechen der Gegenwart. Die Tat bedeute nicht nur für den Irak einen riesigen Verlust, sondern für die gesamte Menschheit, sagte er am Donnerstag irakischen Medien zufolge.

Vor allem auf assyrische Statuen haben es die Extremisten abgesehen
Extremist rechtfertigt Zerstörung
Ein Extremist sagt in dem Video, die zerstörten Statuen seien früher an der Stelle Gottes angebetet worden. Er rechtfertigt die Taten damit, dass auch der islamische Prophet Mohammed in Mekka Götterbilder beseitigt habe. Im Islam ist die Anbetung von Götterbildern verboten. Die Dschihadisten machten in den vergangenen Monaten im Irak und Syrien wiederholt Schlagzeilen mit der Zerstörung von antiken Kunstschätzen, islamischen Heiligengräbern und den Heiligtümern religiöser Minderheiten wie der Jesiden und Christen.
Der Fall erinnert an die Buddha-Statuen von Bamian, die den Taliban in Afghanistan zum Opfer fielen. Am kommenden Sonntag vor genau 14 Jahren begann das damals in Kabul herrschende radikalislamische Regime damit, die beiden 38 und 55 Meter hohen Statuen aus dem 6. Jahrhundert zerstören zu lassen.
Auch weltweite Proteste konnten die Taliban nicht stoppen. Die UNESCO erklärte die Überreste der Buddhas 2003 zum Weltkulturerbe. Die Statuen wurden nicht wiederaufgebaut.
|
Quelle: [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
|
|
|
Forumregeln
|
Du kannst keine neue Themen eröffnen
Du kannst keine Antworten verfassen
Du kannst keine Anhänge posten
Du kannst nicht deine Beiträge editieren
HTML-Code ist Aus.
|
|
|
Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 22:41 Uhr.
().
|