Willkommen |
|
myGully |
|
Links |
|
Forum |
|
|
|
 |
11.03.13, 22:19
|
#1
|
Legende
Registriert seit: Aug 2011
Ort: in der Wildnis
Beiträge: 15.518
Bedankt: 34.775
|
Mordprozess gegen falschen Rockefeller aus Bayern
Zitat:
30 Jahre US-Behörden genarrt
In Los Angeles wird seit Montag ein nicht nur spektakulärer Mordfall aus dem Jahr 1985 verhandelt - auch die Biografie des Angeklagten klingt nahezu hollywoodreif. Mehr als 30 Jahre soll es dem aus dem bayrischen Traunstein stammenden Christian Karl Gerhartsreiter gelungen sein, die US-Behörden mit falschen Identitäten in die Irre zu führen. Ungeachtet der schweren Vorwürfe hält der 52-Jährige an dieser Vorgangsweise fest und gibt sich nun auch vor Gericht weiter als selbst erklärter Spross des Rockefeller-Clans aus.
Leiche erst Jahre nach Tat gefunden
Seit Montag steht ein gebürtiger Bayer, der jahrelang als „falscher Rockefeller“ Schlagzeilen gemacht hat, wegen eines 28 Jahre zurückliegenden Mordfalls vor einem Gericht in Los Angeles. Der 52-Jährige mit dem bürgerlichen Namen Christian Karl Gerhartsreiter sorgte bereits in der Vergangenheit für Schlagzeilen. Über 30 Jahre soll er die US-Behörden mit falschen Identitäten genarrt haben.
Geht es nach der Staatsanwaltschaft von Los Angeles, steht außer Frage, dass nur Gerhartsreiter als Täter in Frage kommt - ungeachtet dessen, dass es weder Waffe noch Blut oder DNA-Spuren gibt, mit denen der über die US-Grenzen hinaus bekannte Hochstapler überführt werden könnte. Bei dem Mordopfer soll es sich um den Sohn seiner früheren Vermieterin handeln. Die Überreste von John Sohus wurden erst neun Jahre nach der mutmaßlichen Tat zufällig bei Bauarbeiten für ein Schwimmbecken im Garten eines Hauses in San Marino nahe LA gefunden. Den Ermittlungen zufolge erlitt er tödliche Schläge auf den Kopf. Auch von Sohus’ Frau fehlt seit 1985 jede Spur.
Allerdings erhielten Freunde und Verwandte Postkarten unter ihrem Namen, die vermutlich in Frankreich abgeschickt wurden. Ob diese tatsächlich von der jungen Frau geschrieben wurden oder von jemand anderem, muss erst geklärt werden. Die Ermittler verdächtigen den Deutschen jedenfalls auch, für das Verschwinden der Frau verantwortlich zu sein.
„Rockefeller“-Autogramme im Gefängnis
Der Mordprozess begann nun mit der Auswahl der Juroren. Insgesamt müssen der Richter, die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung rund 90 Jurykandidaten überprüfen. Die zwölf Geschworenen sollen laut einem Gerichtssprecher bis Freitag feststehen. Die Eröffnungsplädoyers könnten dann am kommenden Montag oder Dienstag gehalten werden.
Die Anklage will schließlich Dutzende Zeugen aufrufen, die Gerhartsreiter aus den 1980er Jahren kennen, als sich der Deutsche als Christopher Chichester in San Marino einquartierte. Gerhartsreiters Anwalt wies die Vorwürfe im Vorfeld vehement zurück. Der Angeklagte selbst hält unterdessen ungeachtet der Aufdeckung seiner wahren Identität vor rund fünf Jahren weiter am Namen Clark Rockefeller fest und signierte mit diesem laut Bayerischem Rundfunk selbst im Gefängnis noch Autogramme.
Wegen Kindesentführung verurteilt
Der gebürtige Oberbayer reiste nach Erkenntnissen der US-Behörden bereits vor drei Jahrzehnten in die USA ein und gab sich eine ganze Reihe falscher Namen und gefälschter Identitäten: Zuletzt nannte er sich Clark Rockefeller und behauptete, er gehöre der legendären US-Milliardärsfamilie an. Nach eigener Darstellung wuchs er in großem Luxus in New York auf, wurde mit 18 zum Waisen - nachdem ihm bereits mit 14 der Zugang zur Eliteuni Yale gewährt wurde.
Unter dem Namen Rockefeller soll sich Gerhartsreiter seit 1993 in die High Society eingeschlichen haben. Zwischen 1993 und 2007 war „Rockefeller“ in zweiter Ehe mit der wohlhabenden Unternehmensberaterin Sandra Boss verheiratet. Boss beschrieb Gerhartsreiter vor rund vier Jahren bei einem Gerichtstermin als „sehr attraktiv“: „Er war sehr intelligent, sehr gut erzogen, und er konnte über einfach alles reden.“ Gerhartsreiter sei „wirklich interessant“ gewesen „und außerdem wirklich sehr charmant“. Was das vermeintliche Rockefeller-Vermögen anging, hielt sich ihr Mann demnach bedeckt und sagte, es liege wegen Streitigkeiten auf Eis.
Im Juli 2008 entführte Gerhartsreiter bei einem beaufsichtigten Besuch seine eigene Tochter - den Sozialarbeiter soll er dabei zu Boden geschlagen haben. 2009 wurde er in der Causa zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Vom Vorwurf, gegenüber der Polizei einen falschen Namen genannt zu haben, wurde er damals freigesprochen.
|
Quelle: [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
2010 wurde das Leben des "Clark Rockefeller" sogar verfolmt: [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
|
|
|
Forumregeln
|
Du kannst keine neue Themen eröffnen
Du kannst keine Antworten verfassen
Du kannst keine Anhänge posten
Du kannst nicht deine Beiträge editieren
HTML-Code ist Aus.
|
|
|
Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 22:52 Uhr.
().
|