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myGully |
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15.09.11, 10:02
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#1
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Ist öfter hier
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Was wäre, wenn Griechenland pleite ginge?
Zitat:
Griechenland rückt immer näher in Richtung Zahlungsunfähigkeit. Bundeswirtschaftsminister Rösler hält auch eine "geordnete Insolvenz" für denkbar. Doch was bedeutet das? Wie sähen die Konsequenzen aus? Können die Griechen aus der Eurozone geworfen werden oder austreten? tagesschau.de beantwortet die wichtigsten Fragen.
Ist ein "geordnetes Insolvenzverfahren" für Griechenland möglich?
Für eine "geordnete Staatsinsolvenz" nach etablierten Regeln und Verfahren fehlen derzeit innerhalb der Euro-Zone noch die Rahmenbedingungen und auch die Erfahrung: Etwas Vergleichbares hat es bislang in der Euro-Zone noch nicht gegeben und war in der europäischen Verträgen auch nicht vorgesehen. Vorschläge für eine geordnete Staatsinsolvenz von Euro-Staaten stehen deshalb unter dem Vorbehalt, dass sich die Regierungen der Euro-Zone auf Regeln für ein solches Insolvenzverfahren einigen.
Grundsätzlich funktioniert ein Insolvenzverfahren nach dem immer gleichen Schema: der Schuldner, also derjenige der sich Geld geliehen hat, kann ab einem bestimmten Zeitpunkt die an ihn gestellten finanziellen Forderungen nicht mehr erfüllen. Er ist damit zahlungsunfähig. Die Gläubiger - sie haben dem Schuldner Geld geliehen - versuchen daraufhin, das noch ausstehende Geld möglichst komplett zurückzubekommen. Jetzt kommt der Insolvenzverwalter ins Spiel. Sein Ziel ist es, entweder die Zahlungsfähigkeit des Schuldners wieder herzustellen - etwa durch eine Sanierung, während der die Forderungen der Gläubiger zeitweise zurückgestellt werden. Oder die Situation wird geordnet abgewickelt, bei Unternehmen etwa durch deren Auflösung.
Da eine Auflösung Griechenlands bei der Insolvenz eines Staats natürlich nicht zur Debatte steht, kann es im Insolvenzverfahren letztlich nur darum gehen, die Zahlungsfähigkeit des Landes wieder herzustellen. Etwa durch einen Schuldenschnitt, bei dem die Gläubiger auf einen Teil ihres geliehenen Geldes verzichten müssen.
Was passiert, wenn Griechenland zahlungsunfähig ist?
Ähnlich wie bei einem privaten Insolvenzverfahren müsste sich dann der Schuldner, in diesem Fall also Griechenland, mit seinen Gläubigern zusammensetzen, um einen Ausweg aus der Zahlungsunfähigkeit zu finden. Gläubiger sind alle diejenigen, die dem griechischen Staat Geld geliehen haben, zum Großteil also Banken aus dem In- und Ausland. Da es im Falle einer Staats-Pleite keinen Insolvenzverwalter geben kann, wäre der Ansprechpartner der Gläubiger die griechische Regierung. Deren Verhandlungsziel wäre klar: die noch offenen Forderungen der Gläubiger so gering zu halten wie nur irgendwie möglich. Die Verhandlungsposition wäre für den griechischen Staat dabei übrigens komfortabler als für private Schuldner. Ein souveräner Staat zahlt nur, was er glaubt zahlen zu müssen. Pfändungen, wie bei privaten Schuldnern, sind weitgehend ausgeschlossen. Allerdings muss ein Staat auch im Blick haben, dass er in Zukunft wieder darauf angewiesen ist, sich an den Finanzmärkten Geld zu leihen. Deshalb muss er daran interessiert sein, die Forderungen der Gläubiger so weit wie möglich zu erfüllen und Vertrauen für die Zukunft aufzubauen.
Welche Folgen hätte ein Staatsbankrott für Griechenland?
Ist ein Staat pleite, kommt ein Großteil des Landes erst einmal zum Stillstand - und die Gläubiger müssen ganz oder zu einem großen Teil auf ihr Geld verzichten. Doch das ist bei weitem noch nicht alles. Griechenland wäre auf absehbare Zeit von den Finanzmärkten abgeschnitten und würde keine neuen Kredite mehr bekommen. Ohne diese könnte das Land seine laufenden Ausgaben kaum finanzieren. Darunter leiden müssten insbesondere Beamte, Rentner und Arbeitslose.
Eine Pleite Griechenlands wäre aber auch für die Banken des Landes verheerend. Sie haben der Regierung mehr als 50 Milliarden Euro geliehen, indem sie etwa griechische Staatsanleihen - also gewissermaßen die Schuldscheine des Landes - gekauft haben. Doch mit der Bankrotterklärung wären eben diese Staatsanleihen schlagartig nichts mehr wert. Das Geld wäre größtenteils verloren, die Banken könnten sich selbst nicht mehr refinanzieren und stünden vor dem Kollaps.
Käme es tatsächlich zum Banken-Crash, hätte das auch für die griechische Real-Wirtschaft dramatische Folgen. Ohne Bankkredite könnten dringend notwendige Investitionen nicht mehr getätigt werden, es droht ein massiver Verlust von Arbeitsplätzen.
Welche Folgen hätte ein griechischer Staatsbankrott für Europa?
Genau darüber wird seit Monaten in Europa heftig diskutiert. Einige Experten fürchten, dass eine Staatspleite Griechenlands zu einem generellen Vertrauensverlust in den Euro und damit zu einer Gefährdung der gesamten Euro-Zone führen könnte. Länder wie Spanien oder Italien könnten dann zunehmend Schwierigkeiten bekommen, sich an den Finanzmärkten Geld zu leihen, ohne bei der Verzinsung enorme Risikoaufschläge zahlen müssen. Doch nicht nur das. Würde Griechenland Bankrott gehen, käme dies auch eine Reihe von Banken außerhalb Griechenlands richtig teuer zu stehen. Auch sie besitzen griechische Staatsanleihen in Milliardenhöhe und müssten dieses Kapital abschreiben. Gleiches gilt für die Europäische Zentralbank (EZB). Zur Stabilisierung der Finanzmärkte hat sie in den vergangenen Wochen ebenfalls massiv griechische Staatsanleihen angekauft.
Die Befürworter einer griechischen Staatspleite argumentieren, dass sich eine solche ohnehin nicht mehr verhindern lasse und deshalb jegliche Form von weiteren Krediten nichts anderes als Insolvenzverschleppung sei. Die sorge für unnötige Unruhe an den Finanzmärkten - und belaste damit auch die anderen Euro-Länder.
Wenn es im Zuge einer Staatsinsolvenz zu einem Schuldenschnitt käme, wären auch Kredite aus dem ersten Rettungspaket für Griechenland betroffen. Die Folge wären Milliardenverluste für die Euro-Staaten, die die Griechen seit 2010 mit bilateralen Kredithilfen unterstützen.
Sollte Griechenland aus dem Euro-Raum austreten?
Der Plan klingt einfach und fast schon perfekt. Griechenland tritt aus dem Euro aus, führt die griechische Drachme wieder ein und wertet dann - um den eigenen Schuldenberg zu verkleinern - die eigene Währung ab. Doch nicht nur das wäre ein gewünschter Effekt. Auch die griechische Wirtschaft würde von einer schwachen Drachme profitieren. Griechische Produkte, die exportiert werden, würden sich verbilligen und auch eines der Hauptstandbeine Griechenlands - die Tourismusbranche - könnte davon profitieren. Das Urlaubsland Griechenland würde schlicht billiger werden.
Doch so einfach ist es dann doch nicht. Denn ein Euro-Austritt würde das Schuldenproblem der Hellenen nicht lösen, sondern verschärfen. Die in Euro aufgenommenen Altschulden würden im Zuge der Abwertung der neuen eigenen Währung nämlich drastisch steigen. Für die Griechen würde es also teuer, mit der billigen Drachme die alten Schulden in Euro zurückzuzahlen. Gläubigern - und das würde vor allem den griechischen Banken zum Verhängnis werden - droht dann ein Totalausfall ihrer Forderungen. Es könnte zudem zu einem "Bank-Run" kommen. Die Griechen würden versuchen, ihre Konten bei den heimischen Banken zu räumen. Das könnte die nationalen Banken ruinieren und sich im Extremfall zu einer neuen, globalen Finanzkrise auswachsen.
Lässt sich Griechenland aus dem Euro-Raum ausschließen?
Nein, das ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich. Denn gemäß dem EU-Vertrag von Lissabon ist eine Mitgliedschaft in der Währungszone "unwiderruflich". Allerdings mehren sich die Stimmen aus den Ländern mit gesünderen Staatsfinanzen, die sich zunehmend daran stören.
Wer nun auf den Gedanken kommt, dass Griechenland ja nicht zwingend rausgeworfen werden müsste, sondern auf sanften oder auch etwas härteren Druck hin freiwillig austreten könnte, gerät ebenfalls in juristisch schwieriges Terrain. Denn dass eine Mitgliedschaft in der Euro-Zone "unwiderruflich" ist, bedeutet nach Auffassung der EU-Kommission auch, dass ein Austritt nicht möglich ist.
Welche Alternativen gibt es?
Denkbar wäre ein Modell, nachdem die Griechen im Euro bleiben und ihnen etwa die Hälfte ihrer Staatsschuld erlassen wird. Ein Teil dieser Kosten müssten die Banken tragen, indem sie auf eine vollständige Rückzahlung der Kosten verzichten. Alle Banken würden diesen "Verzicht" sicher nicht überstehen. Hier käme nun der von den europäischen Staats- und Regierungschefs noch nicht ratifizierte neue, massiv erweiterte europäische Rettungsschirm ins Spiel. Er müsste die Banken finanziell stützen, die durch den Ausfall griechischer Staatsanleihen in ihren Büchern vor dem Kollaps stehen. Falls Anleger nach einer Griechenland-Pleite etwa auch keine spanischen oder italienischen Anleihen mehr kaufen wollen, könnten in bestimmten Fällen bereits im Vorfeld Hilfen ausbezahlt werden: an Banken, die vom Zusammenbruch betroffen sind, aber auch an Euro-Staaten, die sich Rücklagen verschaffen müssen.
Auch die sogenannten Euro-Bonds wären langfristig eine denkbare Alternative. Das würde bedeuten, dass die Staaten der Euro-Zone gemeinsame Anleihen herausgeben und somit gemeinsam für die Schulden aller haften. Doch solche Euro-Bonds bräuchten eine längere Vorlaufzeit, weil sie gemäß den derzeitigen Verträgen nicht möglich sind.
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Wahnsinnig interessant wie ich finde und brand aktuell... wie geht es wohl mit Europa weiter? Was meinen denn die myGully-User zu diesem Problem und wie findet ihr Rösslers vorschlag Griechenland die Insolvenz zu gewähren?? Es hagelt derzeit viel Kritik von den "ach so weisen" Politikern ....
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15.09.11, 10:12
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#2
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aktiver Eisenbahner
Registriert seit: May 2011
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Beiträge: 361
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Solange Tante Merkel von uns durch Sparmaßnahmen noch Geld abzocken kann, geht Griechenland nicht pleite.
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Alle Angaben ohne Gewehr
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15.09.11, 10:22
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#3
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Ist öfter hier
Registriert seit: Oct 2010
Beiträge: 194
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Wenn dem so ist, würde uns Griechenland mitnehmen. Glaube nicht daran, dass wir noch mehr Geld reinpumpen.
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15.09.11, 11:44
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#4
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Ist öfter hier
Registriert seit: Oct 2010
Beiträge: 194
Bedankt: 209
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Unsere Politik ist in letzter Zeit ohnehin, ziemlich fraglich geworden. Politiker dürfen jetzt ja nicht mal ihre Meinung öffentlich verbreiten.... Herr Rössler von der FDP gibt Vorschläge zur Besserung und gibt Anstoß zum Denken und Handeln. (siehe Mögliche Insolvenz Griechenlands) Ergebis ist aber lediglich ein Sturm aus Vorwürfen anderer politiker... "In der gegenwärtigen Situation kann Politik nicht öffentlich über alles philosophieren, was einem so einfällt" (Michael Hüther) , "Wenn verantwortliche Regierungsmitglieder die bisherige Strategie der Bundesregierung in Frage stellen, dann rufen sie verstärkte Unsicherheit in einem ohnehin verunsicherten Umfeld hervor", "Das ist der Stoff, aus dem Finanzmarktkrisen entstehen." , "Dieses Verhalten ist unverantwortlich" (Gustav Horn) , "Alle schauen auf uns", "Und da darf man nicht daher reden wie am heimischen Küchentisch." , "Aber das steht einem Wirtschaftsminister und Vizekanzler in dieser schwersten Krise Europas nicht zu." , Die Entlassung Röslers "drängt sich fast auf", sagte Steinmeier.
Werden unsere politker Mundtot gemacht??? Ich finde es sollte grundsätzlich laut gedacht werden... schließlich sind diese Menschen UNSERE Vertreter, die Vertreter des VOLKES, von UNS allen gewählt. Also sollten doch die Bürger wissen was ihre Verteter behandeln, oder etwa nicht?
Rössler meinte dazu; "Die Menschen erwarten von ihrer Regierung Ehrlichkeit" , "Gerade in meinem Amt muss ich offen sprechen" , "Politik muss Vertrauen schaffen", "Eine Regierung muss sagen, was sie für richtig hält, und darf sich dabei nicht von Märkten treiben lassen"...
Richtig so sage ich! Realität sieht leider anders aus.
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15.09.11, 12:10
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#5
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White And Nerdy!
Registriert seit: Sep 2009
Ort: In A Gadda Da Vida
Beiträge: 465
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Es wird so kommen das nach Griechenland weiter Länder folgen werden.
Italien, Portugal, usw...
Die EU zerbröselt bereits und wird m. M. n. früher oder später von der Bildfläche verschwinden.
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Baby come… Papa gonna be am I... Hospital must we get now!
Season 7, Episode 23: "The Magician’s Code 1"
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15.09.11, 12:26
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#6
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Ist öfter hier
Registriert seit: Oct 2010
Beiträge: 194
Bedankt: 209
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Die EU wird dies verhindern... soviel ist sicher. DIE lassen sich doch nicht ihr Machtinstrument wegnehmen ...
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15.09.11, 12:34
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#7
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Ist öfter hier
Registriert seit: Oct 2010
Beiträge: 194
Bedankt: 209
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Drachmen Euros oder Knöpfe ... die Schulden blieben gleich nur der Kurs wäre ein Anderer. Wichtiger wäre es die Wirtschaft anzukurbeln und nicht schnaufend auf der Staße zu toben... Die Leute sollten es vielleicht einfach so machen die die lybischen Rebellen. *Bum* und eine neue Regierung erschaffen... die Schulden hätten Andere verzapft. Die Gläubiger haben eh reichlich schlechte Karten.
Ich als Grieche würde mich aktuell eher um meine eigenen Kartoffeln kümmern und meine Schäfchen ins trockene holen als auf ein Wunder zu warten... Wenn nichts passiert steht Griechenland alleine da... und wir ohne Feta
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15.09.11, 13:37
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#8
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ERROR 404
Registriert seit: Sep 2010
Ort: Duisburg
Beiträge: 820
Bedankt: 980
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Zitat:
Zitat von LordBanks69
Die Leute sollten es vielleicht einfach so machen die die lybischen Rebellen. *Bum* und eine neue Regierung erschaffen...
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Das wird nicht lange dauern, durch diese ganzen Sparmaßnahmen aus Brüssel usw. helfen niemand in Griechenland und Demokratie sieht auch anders aus, das Volk hat da doch garnichts mehr zu sagen, alles was da passiert entscheiden doch andere und die gr. Politiker können nichts anderes als zustimmen..
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15.09.11, 21:56
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#9
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Chuck Norris
Registriert seit: Sep 2009
Beiträge: 3.738
Bedankt: 5.859
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Zitat:
Zitat von LordBanks69
Werden unsere politker Mundtot gemacht??? Ich finde es sollte grundsätzlich laut gedacht werden... schließlich sind diese Menschen UNSERE Vertreter, die Vertreter des VOLKES, von UNS allen gewählt. Also sollten doch die Bürger wissen was ihre Verteter behandeln, oder etwa nicht?
Rössler meinte dazu; "Die Menschen erwarten von ihrer Regierung Ehrlichkeit" , "Gerade in meinem Amt muss ich offen sprechen" , "Politik muss Vertrauen schaffen", "Eine Regierung muss sagen, was sie für richtig hält, und darf sich dabei nicht von Märkten treiben lassen"...
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Mal zum ernst der Lage: Jedes Wort verantwortlicher Politiker wird buchstäblich auf die Goldwaage gelegt. Rösler ist ein ideologisch verbohrter Schwachkopf, der das Geschehen immer noch in seine "der Markt regelt alles" Ideologie pressen will. Genau diese Ideologie hat Europa in eine Krise gebracht.
Hinzu kommt das seine Partei in die politische Bedeutungslosigkeit abdriftet (am Sonntag ein Stück weit mehr) und er wohl so die "Lufthoheit über die Stammtische" zurückerlangen will. Das hat Merkel letztes Jahr in NRW gemacht. Die Historiker werden sich wohl eines Tages darüber streiten ob dieser Todeskampf nur zwei- oder dreistellige Milliardensummen gekostet hat. "Die teuerste Partei aller Zeiten"
Oder was hat er nun eigentlich sinnvolles gesagt? Insolvenzverschleppung? Schonmal bemerkt, dass jeder mögliche Ausweg einem Spießrutenlauf gleichkommt? Wir haben die Wahl zwischen Pest und Cholera in verschiedenen Ausprägungen.
Ein Ausschluss Griechenlands würde lediglich wirtschaftlich fruchten. Was der Artikel ein Stück weit ausführt, aber letztlich verschweigt ist folgendes: Die Schulden bleiben erhalten, weil in Euro. Und wer investiert in eine neue Drachme (Anleihen) die garantiert abgewertet wird? Eben, das gleiche in grün. Insofern hat sich nichts am "Vertrauen" geändert.
Drehen wir die Uhren nur ein Jahr zurück: Wir hätten noch Möglichkeiten gehabt. Wir hätten den Griechen eine Garantie aussprechen sollen, und uns weitere Rettungsschirme erspart. Dann hätten wir in aller Ruhe reformen einleiten können (wie zB Bekämpfung der Schattenwirtschaft). Wir hätten noch eine saubere Kurve schaffen können, wenn wir uns vergegenwärtigt hätten wieso dies doch alles geschah.
Das Problem ist die Ursache und der Auslöser. Die Ursache der Griechenlandkrise sind, neben der jahrhundertealten Kleptokratie, makroökonomische Ungleichgewichte. Während man sich in Deutschland den Arsch abfreut Exportüberschüsse zu erzielen, ärgert man sich über Defizitländer, die aber brav Schulden machen um unsere Überschüsse zu kaufen. Wer würde es denn sonst tun?
Der Auslöser, der diese Zusammenhänge erst wirklich sichtbar machte, war aber die Finanzkrise. Auch Griechenland musste sich verschulden, um die Finanzmärkte zu stützen. Also hatten wir die "Finanzkrise" zur "Staatsschuldenkrise" gemacht, als wäre es ein reines Haushaltsproblem gewesen.
Die geretteten zeigten sich dankbar indem sie nun gegen die Defizitländer wetteten. Genau diese Leute werden in dem Artikel ja lobend erwähnt. Man müsse ja das "Vertrauen in die Finanzmärkte" zurückgewinnen. Das sind die für die Billionen(!) Euro schulden gemacht wurden, weil sie versagt haben. Sie haben in der Krise versagt, und jeder der versucht ihr "Vertrauen" wieder zu gewinnen wird ebenfalls von ihren "Kompetenzen" abhängen. Wir haben es hier mit einem Marktversagen zu tun, und nicht mit einer Staatsschuldenkrise.
Und jetzt tut man so als wäre es ein Staat mit 10 Millionen Einwohnern und der Wirtschaftsleistung von Hessen, an der der Euro bzw die ganze Welt abhinge. Selbst in Peking schaut man wie das Kaninchen auf die Schlange Richtung Griechenland.
Wir müssen sowohl Ursache als auch den Auslöser beseitigen, bevor wir überhaupt an eine Lösung denken können. Das bedeutet Koordinierung (vor allem) im Bereich der Wirtschaftspolitik und Regulierung der Finanzmärkte.
Was Rösler macht ist keine Insolvenzverschleppung, sondern eine Insolvenz um noch eine Weile so weiter zu machen wie bisher. In der Krise, die die ganze Eurozone erfassen wird, werden wir alles auf die Defizitländer, insbesondere Griechenland, schieben. In dieser Atmosphäre kann man die Nutznießer schützen, und die Opfer noch mehr gegeneinander aufstacheln.
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16.09.11, 08:03
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#10
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Ist öfter hier
Registriert seit: Oct 2010
Beiträge: 194
Bedankt: 209
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Was kann der Mensch denn für seine Vergangenheit? - Vieles! Was kann er dagen tun? - Nichts! Es ist wie mit dem Hund und dem Hasen. Hätte der Eine nicht geschissen, wäre der Andere drauf gegangen. Zugegeben du hast nicht gänzlich Unrecht, wir sollten nicht sitzenbleiben und mit dem Finger auf Andere zeigen, dies führt zu nichts. Vielmehr sollte gehandelt werden, doch nicht überstürzt, sondern mit "bedacht" und dazu sollte auch "gedacht" werden und war laut, so dass es jeder hört! Dann darf auch laut disskutiert werden und nicht still und heimlich im politischen Kämmerlein sondern vor den Augen des Volkes. Es geht uns alle was mit "Unserem Europa" passiert, es ist schlißlich nicht wie das Schiff, das nur mit seinem Kapitän unter geht.
Europa geht nicht unter, Griechenland geht nicht unter, wir alle werden den Boden unter den Füßen behalten ... soviel ist sicher. Auch wenn die Politik scheitert wird das Leben für uns weiter gehen, ob wir nun den Kopf in den Sand stecken (was bei Einigen sicher besser wäre) oder nach vorne schauen!
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18.09.11, 10:00
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#11
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Newbie
Registriert seit: May 2011
Beiträge: 49
Bedankt: 2.501
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die Einführung der EU und des Euro´s war schon ein Fehler,2002 wußte man das schon als Normalbürger,doch diese Politiker haben es auf biegen und brechen durchgezogen,nicht nur im eigenen Interesse,sondern auch für ihre Lobbyisten !! Man wollte Macht haben und sich bereichern und vielleicht auch mehr in der Welt zu sagen haben als die Ami´s.
Seit 2002 geht es doch leise und ständig bergab,hätte damals jemand gedacht,das der Liter Sprit umgerechnet 3,00 DM kosten würde oder das man in Vollzeit arbeiten geht und extra noch Zuschüsse beantragen muß,um leben zu können ? ... ganz bestimmt nicht
von den Erhöhungen für Strom,Versicherung,Miete,Fahrpreise der Bahn,Lebensmittel ganz zu schweigen ... eigentlich alles ist immens gestiegen,das ist Irrsinn
Was passiert nun mit oder ohne Griechenland ? .... gute Frage,die Menschen dort,die die es können , bringen ihre Schäfchen ins trockene,die anderen gehen auf die Strasse und machen ihren Ärger Luft und was passiert wenn massig Menschen nicht mit der Regierung einverstanden sind,haben wir bei der ehemaligen DDR gesehen ... es wird einen Umbruch geben,raus aus der EU,die Drachme zurück und sie sollten sich mit China in Verbindung setzen.
Es gab schon mal eine Zeit,da wollten welche erst Europa und später die Welt beherrschen ... das ging deutlich nach hinten los und so wird es auch wieder kommen ...
damals hießen die " Befreier " USA, Frankreich , UDSSR und England ... diesesmal wird es China sein
der Irrsinn EU ist gescheitert !!
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" ich war Atheist bevor ich erkannte, das ich Gott bin "
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18.09.11, 10:51
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#12
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Erfahrener Newbie
Registriert seit: Aug 2009
Beiträge: 110
Bedankt: 1.431
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Diese Regierung spart Deutschlang Kaputt
(Kita & Schulen werden geschlossen, Unis sind überfüllt,Polizei wird abgebaut)
aber Hauptsache der Grieche bekommt sein 14. Monatsgehalt + Zuschläge...
Jeder Weiß es, keiner sagt es. Griechenland ist längst Pleite und wird seine Schulden niemals zurück bezahlen können.
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21.09.11, 22:22
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#13
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Ist öfter hier
Registriert seit: Jun 2011
Beiträge: 248
Bedankt: 62
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Haha, nur wie? ausm Flugzeug? Der Pilot würde mit draufgehen.
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21.09.11, 23:40
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#14
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Stammi
Registriert seit: Jul 2011
Beiträge: 1.247
Bedankt: 1.130
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Ein interessanter Aspekt ist wie ich finde im Gegensatz zu Griechenland im Augenblick die Schweiz. Der Schweizer Franken war noch nie so stark. Haben die Schweizer es richtig gemacht sich nicht in den €uroraum zu integrieren?
Meiner Meinung nach kann Griechenland sowie die anderen Ländern sich selber aus der Misere befreien. Nur müssten alle Bürger Griechenlands von Reich bis Arm an einem Strang ziehen, dann wäre spätestens in 2 Jahren das gröbste überstanden. Die Problematik bei der ganzen Geschichte ist doch viel mehr, dass die Leute alle nur gierig sind, weil sie es so gewohnt sind.
Das ist ähnlich wie in Rumänien, wenn da einer etwas hat zB. einen Mercedes und einer möchte diesen gerne kaufen, dann kann es passieren, dass der Besitzer des Wagens, egal welche Summe man ihm bieten diesen nicht verkauft. Der Grund ist ganz einfach, die Leute können sich nicht vorstellen, sich einfach durch die neue gewonnen Freiheit ein besseres Auto(Nachfolge Modell zB.) zu kaufen. So bleibt man bei seinen alten anerzogen und angewöhnten Gewohnheiten und schafft nicht Platz für eine Marktwirtschaft.
Was hat Griechenland als Export zu bieten? Was kennt ihr?
Der Feta ist es nicht, der wird in Deutschland hergestellt. Der Uzo bestimmt auch nicht.
Ist doch das gleich mit Italien und Spanien. Bis auf ein paar Weine, Tomaten, Gurken und teurer Schinken. Okay gut bei den Spaniern ist es immerhin noch eine Automarke die mit einem Konzern aus Deutschland kooperiert bzw. geleitet wird.
Was ich mir denken könnte, dass sich diese Länder neu orientieren müssten, aber wir Verbraucher in Deutschland genauso.
Wir machen uns das Leben manchmal etwas zu einfach und kaufen zu viel Schrott welcher aus Fernost kommt und dieser fliegt nach ein paar wenigen Zyklen in den Müll.
Die meisten sind doch total weg von dem Gedanken ein paar €uro mehr für Qualität auszugeben. Die "Mehrausgabe" würde ja auch dem Staat helfen, denn darauf werden Umsatzsteuer berechnet. Es ist ein Teufelskreislauf, den es gilt neu zu steuern, da bringt es nichts einen Staat in die Insolvenz zu führen.
Mein Fazit: aus dem Teufelskreislauf wieder ein Wirtschaftskreislauf zu machen, dass gilt es jetzt und jeder muss daran mitwirken, alleine schon im Namen unserer Kinder und Kindeskinder! Die Umwelt sollte natürlich auch nicht außer acht gelassen werden, denn die ist genauso wichtig wie das Andere. Griechenland und ihre Bewohner haben ein großes Potential, sie müssen es nur zu nutzen wissen. Immerhin fängt die Regierung an schnell zu handeln, auch wenn es manchmal zu spät erscheint, aber wie sagt man so schön: besser spät als nie.
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