Hallo zusammen,
ich habe 2 Ausbildungsangebote und bin etwas verunsichert. Ist natürlich klar, dass ich meine Entscheidung nicht aufgrund anonymer Forenbeiträge irgendwelcher Fremden treffe, dennoch würde ich gerne mal ein paar Meinungen hören. Texte wie "sei doch froh, dass du überhaupt was hast" etc. sind allerdings unerwünscht. Natürlich weiß ich, dass ich glück habe, aber es hat auch viel mit Vorbereitung zu tun.
So, jetzt zur Situation: Ich muss mich entscheiden zwischen der Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten (
SoFa) bei der TK und Bachelor of Arts - Arbeitsmarktmanagement (
AMM) bei der Arbeitsagentur.
Interesse für beide Ausbildungen ist gleichermaßen. Beide haben viel mit Menschen, Wirtschaft und Rechtswissenschaften (SGB) zu tun. Und mit beiden verbindet mich was. Und beide haben für mich persönlich ihre Vor- und Nachteile. Um diese nachvollziehen zu können ist auch meine Situation wichtig. Ich lebe zusammen mit meiner über alles geliebten Freundin zusammen in einem Haushalt und sie hat hier auch eine Arbeit mit einem Nettolohn von 1000 Euro. Ich verdiene im Nebenjob grad 400 und das Geld wird auch alles zum Leben benötigt.
SoFa:
- Brutto während der Ausbildung 770-950, danach im Schnitt 2100
- Transfermöglichkeiten: Behörden und Krankenhäuser
- Zusammenleben mit der Freundin weiterhin möglich
- 35 Stundenwoche und die Freiheit, Urlaub zu nehmen, wann man will
- gute Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten (Behauptung von Arbeitgeber, dessen Wahrheitswert ich eigentlich auch nicht anzweifel. Aber wenn man was erreichen will, wird auch hier ein Studium von nöten sein und ich bezweifel, dass man das neben dem Beruf machen kann)
- ca. 70 km pendeln mit dem Zug (eine gute Stunde morgens und abends)
- Kosten fürs pendeln ca. 150 bis 200 Euro monatlich (Arbeitgeberzuschüsse, z.B. Jobticket unbekannt)
- Lage des Arbeitsgebers: Weit und breit keine Gelegenheit, eine gesunde und vernünftige Mittagsmahlzeit zu sich zu nehmen
AMM:
- Nettogehalt mit Woghnungszuschüssen etc. rund 1100, danach unbekannt
- Duales Studium (studieren und dafür bezahlt werden): Höherwertiger Abschluss
- Gute Mittagsverpflegung (Mensa/Cafeteria)
- Transfermöglichkeiten: Arbeitsdienstleister und Personalbeschaffung in Unternehmen
- Höhere Kosten (zusätzliche Miete, Neuanschaffungen wie z.B. zweiter Laptop)
- 22 Monate Studium an den Hochschulen in Mannheim (rund 300 km Entfernung zur Freundin) und Schwerin (rund 600 km Entfernung)
- 40 Stundenwoche und kein Urlaub in den Studienphasen (Trimester �* 4 Monate)
- Erhöhter Schwierigkeitsgrad
- Entwicklungsmöglichkeiten weitesgehend undbekannt: Sackgasse Arbeitsagentur?
- Artikel der FAZ: Stellenabbau (10.000 von 115.000) durch Nichtbesetzen wieder frei werdender Stellen (also keine Entlassungen) bis 2015... als Gegenargument kommen natürlich die hohen Kosten des Studiums in betracht (Warum teure Ausbildungen wenn Arbeitskräfte nicht eingesetzt werden?)
Kann natürlich sein, dass ich was vergssen habe, aber der Text ist eh schon lang genug. Das sind so die wichtigstens Sachen, die in meine Überlegungen einfließen.
Was meint Ihr dazu? Fallen jemanden vielleicht noch mehr Punkte ein? Oder gibt es hier vielleicht sogar jemanden, der als SoFa oder AMM arbeitet und bereit ist, seine Erfahrungen mit mir zu teilen?
Gruß