Fast zehn Jahre für den Haupttäter - Hohe Strafen im Brunner-Prozess
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Im Prozess um die tödliche Prügelattacke auf den Manager Dominik Brunner verhängt das Landgericht München I langjährige Haftstrafen. Der Haupttäter wird wegen Mordes zu neun Jahren und zehn Monaten Jugendhaft verurteilt. Seim Komplize erhält sieben Jahre.
Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Managers Dominik Brunner ist der 19-jährige Markus S. wegen Mordes zu neun Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Gegen den 18-jährigen Sebastian L. verhängte das Landgericht München I sieben Jahre wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge.
Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre für S. gefordert, die Höchststrafe für Jugendliche. Dem damals 18-Jährigen war Mord aus niederen Beweggründen zur Last gelegt worden. Sein Komplize L. war zur Tatzeit 17 Jahre alt. Bei ihm ging es primär um schwere Körperverletzung mit Todesfolge.
Brunner hatte sich schützend vor eine Gruppe jüngerer Schüler gestellt, die von den Angeklagten bedroht und erpresst wurden. Der Fall hatte bundesweit für Bestürzung gesorgt. Das 50-jährige Opfer wurde für seine Zivilcourage posthum mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Im Prozess stellte sich heraus, dass Brunner am Bahnhof Solln als erstes zuschlug und an einem Herzstillstand starb. Sein Herz war, wie er selbst nicht wusste, krankhaft vergrößert. Die Verteidigung hatte Brunner eine Mitschuld an der Eskalation gegeben, während die Staatsanwaltschaft den ersten Schlag als Notwehr einstuft.