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myGully |
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23.08.10, 19:13
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#1
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Erfahrener Newbie
Registriert seit: Nov 2009
Beiträge: 118
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Diskussion zum NC von Humanmedizin
Nabend,
ich hab gestern mal rein interessehalber auf "hochschulstart.de" nach den Ergebnissen des Vergabeverfahrens fürs WS 10/11 geschaut und irgendwie regt es mich auf, dass der BundesNC wieder bei ca 1,1 liegt.
Ich meine, das kann doch nicht so recht sein oder? Macht ein gutes Abitur nen guten Arzt? Sicher nicht. Andererseits ist es aber auch keinfesfalls so, dass schlechte Schulnoten einen schlechten Arzt machen. Genausowenig kann man doch auch nur minimal anhand der Abinote auf die Intelligenz schließen, Stichwort Auswendiglernen.
Schlecht wurde mir dann als ich gelesen habe, dass man um an der Charité in Berlin oder an den Unis Heidelberg bzw. Würzburg studieren zu können mindestens 804 von 840 Punkten im Abi braucht. Natürlich sind das in diesem Bereich die besten Institute, aber das ist doch absolut krank... Laufen dort denn nur Fachidioten, die gut auswendig lernen können und Naturtalente rum?
Vor allem als Arzt kommt es doch auch auf soziale Kompetenzen an, mir ist klar, dass nicht jeder, der sonen gutes Abitur hat ein Kellerkind oder Freak ist, aber ich find das System absolut bescheiden, wie die Studienplätze in diesem Fachbereich vergeben werden. Einerseits beschwert man sich über Ärztemangel, dass Praxen geschlossen und immer mehr Überstunden geschoben werden müssen, andererseits lehnt man (fast) jedem ab, der in den vergangenen Jahren nicht die Schule an absolut erster Stelle gesehen hat. Das ist doch schwachsinnig
Ein Aufnahmetest(EMS), der auch den Studienerfolg und die Studiendauer recht gut vorhersagen kann, wie er z.B. in Österreich und der Schweiz durchgeführt wird, wäre nur eine der Maßnahmen, die man ergreifen könnte.
So, jetzt bin ich mal gespannt, was ihr dazu zu sagen habt.
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24.08.10, 00:35
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#2
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Macianer
Registriert seit: Apr 2010
Beiträge: 139
Bedankt: 49
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Ich finde, das gerade im Bereich der Humanmedizin, wo es um Menschenleben geht, nur die besten der besten zugelassen werden sollten. Schliesslich haben die sich durch Ehrgeiz, Können, Interesse und Intelligenz die guten Noten erarbeitet. Denn mit stupidem Auswendig-Lernen kriegt man sicherlich (meiner Meinung nach, falls doch, bitte Beweise  ) keine 1,1 im Abitur!
Natürlich sagt die Abiturnote nicht alles über einen Arzt aus, gerade über die soziale Ader nicht, aber man kann ja schlecht jeden "Hampel" an nem Menschen rum"doktern" lassen ^^
Grüße MH
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24.08.10, 03:02
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#3
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Erfahrener Newbie
Registriert seit: Nov 2009
Beiträge: 118
Bedankt: 74
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Damit nicht jeder Hampel zugelassen wird und an nem Menschen "rumdokert" gibt es Prüfungen während dem Studium...bzw. Bewertungen bei Klinikaufenthalten etc. das hat garnichts damit zutun ob man zum Studium zugelassen wird oder nicht.
Schau dir mal die Statistiken der Zulassungen an und vergleich das damit wieviele Leute ihren Abschluss machen, das ist meist nichtmal die Hälfte, das Argument, dass man nur die besten zulassen sollte ist also eher hinfällig, das hat nichts damit zutun wie man im Studium abschneidet, da auch die besten regelmäßig in diesem Bereich versagen.
Zumal die wenigsten Abiturrelevanten Fächer was mit Medizin zutun haben.
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24.08.10, 11:34
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#4
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Erfahrener Newbie
Registriert seit: Jul 2010
Ort: Bern, Switzerland
Beiträge: 159
Bedankt: 63
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Bei uns in der Schweiz wird der NC anders gehandhabt. Man wird grundsätzlich mit jeder genügenden Abinote zu jedem Studium zugelassen. Bei Humanmedizin, Vet.Med, Zahnmedizin existieren Numeri Clausi (ja!!!! es hat sich endlich mal gelohnt Latein gehabt zu haben  ), die als eine Art "Intelligenztest" durchgeführt werden, bevor man dann zugelassen wird. Also völlig unabhängig von der Abinote...Der NC beinhaltet dann verschiedenste Aufgaben aus Kombinatorik, räumlichem Vorstellungsvermögen, Auffassungsgabe etc. Meiner Meinung nach eine ideale Lösung, da Fertigkeiten getestet werden, die man als angehender Mediziner (mind. teilweise) haben muss und die v.a. trainiert werden müssen. Somit kein stures Auswendiglernen wie beim Abi gefragt
Mach mal eurer Bildungsdirektion den Vorschlag
MfG
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"Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott." - Werner Heisenberg
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24.08.10, 20:11
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#5
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Mitglied
Registriert seit: Feb 2009
Beiträge: 280
Bedankt: 95
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Zitat:
Zitat von brady
Nabend,
ich hab gestern mal rein interessehalber auf "hochschulstart.de" nach den Ergebnissen des Vergabeverfahrens fürs WS 10/11 geschaut und irgendwie regt es mich auf, dass der BundesNC wieder bei ca 1,1 liegt.
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Zuersteinmal gibt es keinen NC von 1,1 les mal bitte "numerus Clausus" bei Wikipedia nach.
Zitat:
Genausowenig kann man doch auch nur minimal anhand der Abinote auf die Intelligenz schließen, Stichwort Auswendiglernen.
Schlecht wurde mir dann als ich gelesen habe, dass man um an der Charité in Berlin oder an den Unis Heidelberg bzw. Würzburg studieren zu können mindestens 804 von 840 Punkten im Abi braucht. Natürlich sind das in diesem Bereich die besten Institute, aber das ist doch absolut krank... Laufen dort denn nur Fachidioten, die gut auswendig lernen können und Naturtalente rum?
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In meinem Geschichte Abitur (und auch davor) sind die Auswendiglerner nicht über eine 4 hinausgekommen.
Ebenso in Physik und genauso in Mathe
Man kann sehr gut von der Note auf die Belastbarkeit, Lernverhalten, Lernfähigkeit etc. schließen.
Bei jedem Einstellungsgespräch (auch für Ausbildungen etc. ) wird ab einem gewissen Schnitt ungelesen weggeworfen.
Für schlechtere die sich beweisen möchten, gibt es ja stets das Losverfahren oder aber die Wartezeit. Irgendwas muss mir mein gutes Abitur doch auch bringen? Wenn ab sofort jeder alles studieren darf können wir gleich auchnoch die Real und Hauptschüler zulassen.
Zitat:
Vor allem als Arzt kommt es doch auch auf soziale Kompetenzen an, mir ist klar, dass nicht jeder, der sonen gutes Abitur hat ein Kellerkind oder Freak ist, aber ich find das System absolut bescheiden, wie die Studienplätze in diesem Fachbereich vergeben werden. Einerseits beschwert man sich über Ärztemangel, dass Praxen geschlossen und immer mehr Überstunden geschoben werden müssen, andererseits lehnt man (fast) jedem ab, der in den vergangenen Jahren nicht die Schule an absolut erster Stelle gesehen hat. Das ist doch schwachsinnig
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Also mein Arzt braucht keine soziale sondern lediglich fachliche Kompetenz. Mir ist es egal wie er mir meine Krankheit beibringt, hauptsache er kann sie diagnostizieren. Oder der Chirurg muss operieren können und nicht blöd daherreden.
Das ist ein Thema bei dem ich ausnahmsweise der Meinung bin: Hat nachweislich in Deutschland sehr gut funktioniert.
Die wenigsten mit schlechten Abischnitten die über die Warteliste oder Losverfahren reinkommen packen das Studium überhaupt also von daher.
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24.08.10, 20:43
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#6
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Anfänger
Registriert seit: Jan 2009
Beiträge: 29
Bedankt: 24
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hmm, dann sollten allerdings die Prüfungen der angehenden Ärzte mal gründlich überprüft werden.
Ich musste bei einer Prüfung mal unter anderem Aufsicht machen und was seh ich der ganze Test war Multiplechoice.....selbst wenn man also keine Ahnung hat kann man raten und mit etwas Glück bestehen
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24.08.10, 22:06
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#7
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Erfahrener Newbie
Registriert seit: Nov 2009
Beiträge: 118
Bedankt: 74
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Zitat:
Zitat von Thraciel
Zuersteinmal gibt es keinen NC von 1,1 les mal bitte "numerus Clausus" bei Wikipedia nach.
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Oh, eine Korinthe *plop*
Zitat:
Man kann sehr gut von der Note auf die Belastbarkeit, Lernverhalten, Lernfähigkeit etc. schließen.
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Ich glaube damit stehst du ziemlich alleine. Du kannst anhand von Noten in Schulfächern nicht darauf schließen wie jemand als Arzt und in Drucksituationen reagiert. Lernfähigkeit hat damit auch nicht unbedingt so viel. Das Lernverhalten ist wohl mit das einzige, was dadurch gemessen werden kann, wenn auch nur begrenzt, da es ja auch hochbegabte gibt, die übrigens auch nicht unbedingt nen guten Schnitt haben müssen, weil sie utnerfordert sind und sich langweilen. Von daher ist deine Aussage da mehr als fragwürdig
Zitat:
Zitat von Thraciel
Die wenigsten mit schlechten Abischnitten die über die Warteliste oder Losverfahren reinkommen packen das Studium überhaupt also von daher.
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Hast du dafür irgendwelche Quellen?
Wie gut das in Deutschland funktioniert sieht man ja daran, dass es immer weniger Ärzte gibt und Praxen geschlossen werden, habe ich aber oben alles schon angesprochen.
Zitat:
Zitat von Thraciel
Also mein Arzt braucht keine soziale sondern lediglich fachliche Kompetenz. Mir ist es egal wie er mir meine Krankheit beibringt, hauptsache er kann sie diagnostizieren.
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Ja stimmt, jeder wünscht sich einen Arzt, der einen ohne Fingerspitzengefühl solange er nur gesund wird. Kannst du dir überhaupt vorstellen was das Klagen hageln würde, wenn jeder Arzt so wäre, wie "deiner"?
Gerade im Krankenhaus kannst du dich als Arzt nciht aufführen wie 'n schießwütiger Cowboy.
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25.08.10, 16:05
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#8
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Mitglied
Registriert seit: Feb 2009
Beiträge: 280
Bedankt: 95
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Zitat:
Zitat von brady
Oh, eine Korinthe *plop*
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Es ist halt nunmal so.
Zitat:
Ich glaube damit stehst du ziemlich alleine. Du kannst anhand von Noten in Schulfächern nicht darauf schließen wie jemand als Arzt und in Drucksituationen reagiert.
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Das kannst du vorher nie wissen. Ich spreche hier auch von Lern- und Leistungsdruck.
Zitat:
Lernfähigkeit hat damit auch nicht unbedingt so viel. Das Lernverhalten ist wohl mit das einzige, was dadurch gemessen werden kann, wenn auch nur begrenzt, da es ja auch hochbegabte gibt, die übrigens auch nicht unbedingt nen guten Schnitt haben müssen, weil sie utnerfordert sind und sich langweilen. Von daher ist deine Aussage da mehr als fragwürdig
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Ich halte diese Unterforderung für fragwürdig. Wenn er so hochbegabt ist müsste es ja auch so klappen, wenn nicht wars wohl Essig mit irgendeiner Hochbegabung. Ich war bis jetzt bei Dingen die mich gelangweilt haben immer zumindest gut...
Zitat:
Wie gut das in Deutschland funktioniert sieht man ja daran, dass es immer weniger Ärzte gibt und Praxen geschlossen werden, habe ich aber oben alles schon angesprochen.
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Brauchen wir unbedingt mehr Ärzte?
Woran sterben die Praxen denn? Wohl eher an mangelndem Einkommen.
Zitat:
Ja stimmt, jeder wünscht sich einen Arzt, der einen ohne Fingerspitzengefühl solange er nur gesund wird. Kannst du dir überhaupt vorstellen was das Klagen hageln würde, wenn jeder Arzt so wäre, wie "deiner"?
Gerade im Krankenhaus kannst du dich als Arzt nciht aufführen wie 'n schießwütiger Cowboy.
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Worauf willst du ihn denn bitte verklagen? 
Ich bin oft genug im Krankenhaus und ich frage mich wo da sozialkompetente Leute zu finden sein sollen.
Ist aber eigentlich überall so. Manche tuns unter "sind halt Akademiker" ab und wenden sich an Schwestern...
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25.08.10, 16:21
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#9
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Erfahrener Newbie
Registriert seit: Nov 2009
Beiträge: 118
Bedankt: 74
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Wie schön du meine Forderung nach Quellen übergangen hast.
Zitat:
Zitat von Thraciel
Brauchen wir unbedingt mehr Ärzte?
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Kurz und knapp: Ja, nachzulesen unter
[ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ] und
[ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
Das hättest du dir aber auch mit 5 Sekunden Google selbst beantworten können. Ich fänds außerdem ganz nett, wenn du deine Behauptungen solangsam mal untermauern würdest, ich hab den Text immerhin auch nicht in 3 Sekunden hingeklatscht.
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25.08.10, 16:43
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#10
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Banned
Registriert seit: Dec 2009
Beiträge: 517
Bedankt: 493
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Und? Der Arztberuf bzw. das Studium hat doch auch viel mit auswendig lernen zu tun, oder nicht?
Und wenn man "hochbegabt" ist; weiß, dass man Arzt werden will und nen gutes ABI dafür brauch, und trotzdem den Mindest-Schnitt nicht schafft, ist man vielleicht doch nicht so helle?
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25.08.10, 17:49
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#11
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Mitglied
Registriert seit: Feb 2009
Beiträge: 280
Bedankt: 95
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Zitat:
Grund für die düstere Prognose seien die schlechte Bezahlung und die vielen Überstunden
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Man sollte seine eigenen Quellen lesen...das hat wohl nichts aber rein garnichts mit dem Studium zu tun. Lässt du jetzt mehr zu hast du zwar Dumping Lohn Ärzte in Deutschland aber die guten wandern weiterhin ab. Super, Operation erfolgreich, System im Eimer!
Da hab ich doch den Artikel Wiedergefunden:
Stern-Spezial "Campus und Karriere":
Sowohl Human- als auch Zahnmedizin kann man nur an Universitäten studieren. Die Zahl der Studienanfänger ist in der Humanmedizin mit 12.000 seit Jahren relativ konstant, was auch an den Zulassungsbeschränkungen liegt. Mediziner sind ehrgeizig: 80 Prozent der Studenten schließen ihr Studium ab, das ist die mit Abstand beste Erfolgsquote an deutschen Hochschulen; in den 90er Jahren lag sie sogar noch etwas höher. In den kommenden Jahren werden sich die Absolventenzahlen bei ungefähr 8000 einpendeln. Bei den Zahnärzten kommen auf 2.000 Studienanfänger rund 1.500 Absolventen, die Erfolgsquote liegt bei 70 Prozent. In beiden Studienfächern stellen Frauen mittlerweile die Mehrheit. Noch in den 90er Jahren war das anders. Über die Gründe kann man nur spekulieren - einerseits verspricht der Arztberuf nicht mehr die gleichen Karriereaussichten und das gleiche Prestige wie früher - ein Kriterium, das für Männer wichtiger ist als für Frauen. Andererseits rückt die Familienplanung immer weiter nach hinten, und deshalb schrecken Frauen nicht mehr vor einem langen Studium zurück. Ein durchschnittliches Medizinstudium dauert 13 Semester, wer noch ein AIP dranhängt, ist nach rund acht Jahren fertig und im Schnitt 30 Jahre alt. Zahnmediziner studieren durchschnittlich 12 Semester.
Wir sehen: Hat schon seinen Sinn. Schau dir doch mal Ingenieurfächer an mit einem NC von 2,5 bis 3,5 da liegen die Abbruchquoten bei über 50%. Wenn du dafür aber eine Quelle willst suchs dir selber, ich komm nicht an die PPPen ran.
Und wie sich Ärzte benehmen brauch ich nicht untermauern, da lad ich dich gerne mal am Wochenende zu mir ein, ich hab die Ehre nämlich fast jedes Wochenende.
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25.08.10, 18:23
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#12
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Erfahrener Newbie
Registriert seit: Nov 2009
Beiträge: 118
Bedankt: 74
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Ich hab doch nicht gesagt, dass es zwangsläufig mit dem Studium zutun hat, allerdings auch, denn wenn viele von den wenigen die zugelassen werden durchfallen, siehts schlecht aus. 
Ich hab auch meine Quelle gelesen, aber es ging mir um den hohen NC, ja ich habs wieder getan. Ich habe die Überstunden ja auch schon angesprochen...die Löhne spielen da natürlich auch ne große Rolle.
Willst du jetzt sagen alle (Politiker) die niedrigere Zulassungsbeschränkungen fordern sind Idioten, weil dann das System zunichte gemacht wird?
Werde mir deinen Post nachher in Ruhe durchlesen, hab noch zutun.
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26.08.10, 17:38
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#13
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cand. med.
Registriert seit: Apr 2010
Beiträge: 76
Bedankt: 71
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Nun muss ich auch einmal meinen Senf zum Thema dazu geben.
Ich bin selbst Medizinstudent ... momentan PJler
Hauptsächlich möchte ich an dieser Stelle folgendes zu Bedenken geben, nämlich dass die Abiturnote gar nichts über das weitere Abschneiden im Studium aussagt.
Viele Kommilitonen mit einem 1,0 Abi-Schnitt sind schon in den ersten Semestern gegangen.
Während des Abiturs, was ja mittlerweile nach 12 Schuljahren abgelegt wird, stecken viele Jugendliche noch in der individuellen "Orientierungsphase", nicht nur was Alkohol, Drogen und Sex angeht sondern auch was ihre Berufsfindung betrifft. Sehr oft sind einfach andere Dinge wichtiger als Schule, Lernen und das Abitur.
Wenn ich noch einmal zurückdenke, was für Leute damals auf meiner Schule ein 1,0 Abitur geschafft haben ... nein besser doch nicht!
Leute, die aufgrund eines Interessenkonfliktes während der Abiturzeit einen 2er- oder 3er-Schnitt im Abitur haben sind im Studium oft besser als jene 1,0 Kandidaten.
Generell gilt: Im Studium ist gut, wer sich für die Materie interessiert und sich einfach gesagt durchbeissen kann. Medizin zu studieren heißt stupide viele dicke Bücher von der ersten bis zur letzen Seite auswendig zu lernen.
Und nun zum Abschluss:
Ich selber habe auch keinen 1,0 Abiturschnitt, habe das Studium sowie meine Doktorarbeit bis zum jetzigen Zeitpunkt sehr gut geschafft.
Unteranderem habe ich auch an zwei internationalen Forschungswettbewerben an Unis wie der Harvard University und Johns Hopkins University mit Auszeichnung teilgenommen.
In diesem Sinne
euer
n. trigeminus
"Habe nun, ach! Philosophie, // Juristerei und Medizin, // Und leider auch Theologie! // Durchaus studiert, mit heißem Bemühn. // Da steh ich nun, ich armer Tor! // Und bin so klug als wie zuvor." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust I
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26.08.10, 18:22
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#14
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Mitglied
Registriert seit: Feb 2009
Beiträge: 280
Bedankt: 95
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Naja du relativierst es selber. Wenn die mit 1.0 freiwillig gehen liegt es eventuell an der Motivation an sich. Das sagt aber nichts darüber aus ob jemand mit schlechterem Schnitt ders zwar lernen will es einfach nicht schafft.
Ich sehe doch bei uns auch Leute 90 Stunden schuften und es kommt nichts bei rüber weil sie einfach falsch lernen. Das haben die meisten schlechteren eben nie gelernt. Wie man richtig zu lernen hat.
Natürlich hauts auch mal einen 1er Kandidaten auf die Schnauze weil er das zu locker und easy nimmt. Genausowenig sagt die Note im Studium etwas über die späteren Fähigkeiten aus, sondern ist eben ein Breitenbild über alle Fächer.
Aber wie schon geschrieben gibt es eben keine Alternative
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27.08.10, 09:55
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#15
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Anfänger
Registriert seit: Jun 2010
Beiträge: 11
Bedankt: 18
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Meiner Meinung nach wäre der einzige Punkt an dem man ansetzten könnte, mehr Studienplätze zur Verfügung zu stellen. Somit würde sich der NC automatisch senken, da auch Bewerber mit schlechterer Punktzahl in die Studiengänge rutschen würden. Klar kann man hier wieder sagen, das würde die Abbruchrate enorm erhöhen, aber ist das nicht total nebensächlich? Diejenigen, die ihr Studium 13 Semester durchziehen wollen auch Arzt werden und studieren nicht nur aus Langeweile.
Ich bin auch der Ansicht das der NC keinerlei Aussage über die spätere Leistung im Beruf gibt, aber wie schon gesagt muss es leider ein Auswahlverfahren geben. Gründe hierfür wurden ja ebenfals schon genannt.
Dann finde ich gut, dass sich auch ein angehender Arzt zu Wort gemeldet hat und er hat auch nur meine Meinung bestätigt, dass die Studenten mit vergleichsweise "schlechterem" Abitur im Studium meist besser abschneiden.
Das hat meiner Meinung nach auch einen einfachen Grund.
Ich zB. möchte auch Medizin studieren, da mein NC allerdings nicht ausreicht um direkt einen Platz an einer Uni zu bekommen muss ich warten. Meine Wartezeit überbrücke ich mit Arbeit im Rettungsdienst und alleine in unserem Kreis gibt es an die 10 Beispiele von Kollegen die es genauso halten. Ist es nicht selbstverständlich, dass sie Studenten, die 5-6 Semester auf einen Platz gewartet haben und in der Zwischenzeit auch nicht von ihrem Plan Medizin zu studieren abzubringen waren, sich im Studium viel mehr anstrengen als solche, die nach dem Abi sofort einen Platz bekommen haben? Für mich und diese Leute geht es einfach um viel mehr, unsere Motivation ist einfach komplett anders. Und Thraciel, wer sagt dir denn das die Studenten mit einem schlechteren Abi versagen? Du hast die Aussage eines Medizinstudenten und zweifelst sie trotzdem noch an.
Zum Schluss noch zum Thema soziale Kompetenzen...es tut mir wirklich sehr Leid für dich Thraciel, wenn du einen solchen Arzt bzw. sogar mehrer solcher Ärzte kennen gelernt hast. Du solltest ersthaft in Erwägung ziehen den Hausarzt oder das KKH zu wechseln.. Für mich ist die soziale Kompetenz eines Arztes keine Frage, sondern ein Anspruch den man haben MUSS! Ebenso wie im Rettungsdienst. Würdest du dich bei 2 weiß gekleideten Person die dich die ganze Zeit nur anschweigen und eventuell noch über die schlimmst mögliche Diagnose diskutieren wohler und sicherer fühlen oder bei Menschen die auf deine Probleme eingehen, mit dir reden und versuchen dich zu beruhigen? Das gleiche gilt für den Arztberuf...
Best regards,
Mergi
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29.08.10, 23:18
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#16
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Anfänger
Registriert seit: Dec 2009
Beiträge: 1
Bedankt: 0
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Sei doch lieber froh, dass man überhaupt über die Wartezeit einen Platz bekommt. Ist in anderen Ländern nicht unbedingt der Fall.
Aber wenn man mehr Bewerber als Plätze hat muss man die eben irgendwie verteilen und da die wenigsten Unidekane zukünftige Studienleistungen in ihrer Glaskugel sehen können und auch keine Zeit haben, jeden der 4000 Bewerber auf Softskill hin abzuprüfen ,nimmt man eben das objektivste Kriterium, das man zu diesem Zeitpunkt hat. Die Abinote. Nach dem Motto "wer schon mal ne gute Leistung erbracht hat, kann sie bestimmt auch bei uns erbringen."
Die Abbrecherquote bei Medizin ist auch sehr gering, so zwischen 5%-8%. So falsch scheint das Auswahlverfahren also nicht zu sein.
Und ürbigens: Man brauch nicht 840 Punkte im Abitur um an der Charite angenommen zu werden, sondern 840 Punkte im Uniinternen Auswahlverfahren (Stand letztes Semester).
Ich habe meine Abi mit 1,4 gemacht und wurde im SoSe 2010 über das AdH zugelassen.
Also locker bleiben. Wer wirklich will bekommt auch seinen Platz.
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31.08.10, 07:11
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#17
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Anfänger
Registriert seit: Sep 2009
Beiträge: 20
Bedankt: 13
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Die wenigsten Medizinstudenten haben ne 1,1; geht sogar ohne Abi(!!). Solzialkriterien, Wartesemester, etc...da kommst im Notfall auch noch mit ner 2 und höher rein.
Die besten Schnitte unter den Erstsemestern haben Mathe, Physik, Chemie, etc... Medizin, muss man fairerweise sagen, ist aber auch nicht so weit abgeschlagen. Und Mathe, Physik, uws. z.B. liegt glaub so um die 1,6-1,8 oder so, meine ich mich zu erinnern.
Hab grad keine Zeit ne Quelle zu suchen, aber stand mal so in Zeit-Campus oder so.
Medizin gilt auch nichtmal als besonders schwer: Ja, die 80% Durchkommer sind sicher einerseits auf die hohe Involviertheit und die Zielstrebigkeit der Studenten zurückzuführen, andererseits aber sicher auch darauf, dass Medizin kein Überfach ist, was den intellektuellen Anspruch betrifft. Aufwändig klar - sehr!
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27.09.10, 03:18
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#18
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Anfänger
Registriert seit: Jun 2010
Beiträge: 6
Bedankt: 3
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Ich studiere Medizin in Österreich, genauer gesagt in Graz! Wir haben wie oben schon mal erwähnt wurde einen Aufnahmetest für Medizin, eine Zugangsbeschränkung mit NC gibt es bei uns (gott sei dank) nicht! Ich war auch nicht immer der Beste Schüler, und ich hätte nen Notendurchschnitt bei 1,8 gehabt! Allerdings hab ich den Aufnahmetest geschafft und im Studium hab ich auf jede meiner Prüfungen 1er und bei den Anatomie Prüfungen sogar jedes mal die Höchstpunkteanzahl!
Ich finde es ziemlich unfair, anhand der Noten die man bei der Matura (Abitur) bekommt die Aufnahme in gewisse Studienrichtungen zu beschränken! Ein weiterer Angenehmer Nebeneffekt ist der, das alle die den Test geschafft haben, höchst motiviert sind für das Studium und es da alle einen fixen Studienplatz haben, so gut wie kein Konkurrenz und neid denken gibt, sondern jeder für jeden da ist und auch jeder jedem gerne hilft!
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27.09.10, 11:15
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#19
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Anfänger
Registriert seit: Aug 2010
Beiträge: 27
Bedankt: 0
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Glaub mir du kriegst auch mit 2,3 noch einen Platz, zwar auf einer Dorfuni, aber du kriegst einen einfach mal suchen.
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18.09.11, 04:10
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#20
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Erfahrener Newbie
Registriert seit: Nov 2009
Beiträge: 118
Bedankt: 74
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ja sicher
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18.09.11, 09:13
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#21
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Chuck Norris
Registriert seit: Jan 2009
Ort: Southpark
Beiträge: 4.611
Bedankt: 1.847
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Es kommt auch einfach darauf an, wie groß der anturm auf bestimmte Studienrichtungen ist. Und je höher der ist, deste mehr muss eben selektiert werden.
In so einem Fall nimmt man dann eben lieber die besten, anstatt zu sagen niemand mit nem 1er Schnitt darf studieren.
Meier Meinung/Meines Wissens nach ist das ne einfache und schlichte regulierung. Und das Medizin Studium ist nunmal ziemlich anspruchsvoll, also brezelt es auch da einige nieder -> wenig Ärzte.
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18.09.11, 11:34
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#22
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Erfahrenes Mitglied
Registriert seit: Mar 2011
Beiträge: 604
Bedankt: 317
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Finde es vollkommen inordnung mit dem NC. Aus den Noten lässt sich relativ vieles sagen. Wie zb. Lernfähigkeit! Deshalb sind nur diejenige berechtigt Humanmedizin zu studieren, welche diesen NC erleisten! Und das ist der einzig richtige Weg, da es sich hier nicht um Maschinenbau oder BWL handelt. Es handelt sich hier nunmal um Humanmedizin!
,, andererseits lehnt man (fast) jedem ab, der in den vergangenen Jahren nicht die Schule an absolut erster Stelle gesehen hat. Das ist doch schwachsinnig"
Mal ganz ehrlich, was ist daran schwachsinnig ? Willst du Humanmedizin studieren und dein Durchschnit ist mehr als miserabel? Dann tust du mir leid.
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Kansas City Shuffle? "Ein Kansas City Shuffle ist, wenn alle Welt nach rechts kuckt, während du links rum gehst."
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