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galuskafiv 09.07.18 13:10

Trotz Lehrermangel - Tausende Lehrer gehen arbeitslos in die Sommerferien
 
Zitat:

Die Bildungsgewerkschaft GEW beklagt, dass zahlreiche Lehrer mit befristeten Verträgen in den Sommerferien entlassen werden. Dadurch sollen offenbar Kosten eingespart werden.

Trotz des Lehrermangels halten manche Bundesländer an der Praxis fest, Lehrer mit befristeten Verträgen in den Sommerferien in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. „Es zeichnet sich wieder deutlich ab“, sagte die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, mit Blick auf die Sommerferien 2018. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Kultusministerien der Länder ergab, dass dies vor allem Vertretungslehrer im Angestelltenverhältnis betrifft.

In Baden-Württemberg sind es nach Angaben eines Sprechers des Kultusministeriums 3300 Lehrer, deren Arbeitsvertrag spätestens mit dem Beginn der diesjährigen Sommerferien endet. Ein Beschäftigung und Bezahlung dieser Vertretungslehrer auch in den Sommerferien würde das Land nach seinen Worten 12,5 Millionen Euro kosten.

Bundesweit meldeten sich nach einem Bericht der Bundesagentur für Arbeit in den Sommerferien 2017 rund 4900 Lehrkräfte arbeitslos. Der Bericht vermerkt, „dass die Zahl arbeitsloser Lehrkräfte regelmäßig in den Sommerferien stark ansteigt. Nach den Sommerferien geht die Arbeitslosenzahl wieder zurück“.

Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, forderte 50.000 neue Planstellen. „Ich halte es für skandalös, dass sich trotz Lehrermangel und massivem Unterrichtsausfall viele Bundesländer weigern, befristete Verträge in dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse umzuwandeln“, sagte er der „Bild“-Zeitung“. „Junge motivierte Lehrkräfte werden damit als beliebig verschiebbare Manövriermasse missbraucht.“
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Mokgor 09.07.18 13:44

Lehrer, eine neue Form der Zeitarbeit.
Bald mit max. 1200€ Netto bei A16.

Uwe Farz 09.07.18 14:02

Ist nicht immer Bildung eines der zentralen Themen bei jedem Wahlkampf?
Dann geht man her und behandelt Lehrer wie Zeitarbeiter und wälzt Kosten auf die Arbeitsagentur ab. Wann merken die eigentlich mal, dass Kostendämpfung nach Methoden aus Lehrbüchern der Betriebswirtschaft nicht immer sinnvoll ist?
Das ist ein veritabler Skandal!

Origami 09.07.18 15:38

Das ist so eine Sauerei sondergleichen. Von Halbjahr zu Halbjahr hangelt man sich mit Verträgen durch ohne sichere Aussicht auf Verlängerung, daher auch die vielen präventiven Arbeitslosenmeldungen - die Dunkelziffer ist natürlich höher.
Dass man in den Sommerferien, also 6 Wochen lang, kein Gehalt bekommt, ist nicht weniger schamlos. Desweiteren haben Angestellte natürlich viel weniger Rechte und die mögliche Verbeamtung wird auch hinausgezögert.
Gleichzeitig wird man vom Land NRW erpresst (ist einer Freundin so ergangen), als Gymnasiallehrer verpflichtend für 2 Jahre an eine Grundschule zu gehen (wo man niemals hin wollte) und anschließend das Angebot erhält, an irgendeinem (!) Gymnasium irgendwo im Landkreis versetzt werden zu können. Woher will man in 2 Jahren plötzlich tausende Planstellen haben, die man bislang nicht aufbringen konnte? Es ist ein verlogenes, nicht kalkulierbares Angebot. Manchmal denk ich das Bildungsministerium ist total druff oder sehr, sehr unpädagogisch erzogen.

Der Herr Farz hat Recht, das ist wirklich ein Skandal.

Thorasan 09.07.18 20:00

Der eigentliche Hohn ist, dass die Lehrer ja nur Alibi-mäßig arbeitlos sind. Denn in den Sommerferien müssen sie trotzdem alles vorbereiten, genauso wie im Winter. Lehrpläne, Weiterbildung, Arbeitsmaterial usw. muss trotzdem alles für das neue Jahr gerichtet werden. Und das unbezahlt.
Absolute Sauerei.

Uwe Farz 10.07.18 14:46

Sommerferien. Das ist die Zeit, in der viele in den Urlaub fahren, sich vom Stress und den Strapazen des Jahres erholen. Zumindest für ein paar Wochen mal nicht an Arbeit denken, ans Geld verdienen. Für Katarina S.* hingegen ist es die Zeit der Anspannung, der Unsicherheit und der Geldknappheit.

Zum dritten Mal in Folge erlebt die 36-jährige Realschullehrerin aus Baden-Württemberg das jetzt schon. Das erste Mal direkt nach dem Referendariat. Da geht es allen so. Am Ende dieser zwei Jahre, nach dem zweiten Staatsexamen, werden alle entlassen und frühestens zum Beginn des folgenden Schuljahres wieder eingestellt. Etwa 5000 bis 6000 Referendare betrifft das in Baden-Württemberg jedes Jahr.

Hartz IV in den Ferien

Katarina S. hat in dieser Zeit Hartz IV beantragt, weil sie anders nicht über die Runden gekommen wäre. In den letzten beiden Schuljahren hatte sie jeweils nur befristete Verträge, die zum Ende des Schuljahres liefen. Da sie in den letzten Sommerferien noch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I hatte, hat sie die Zeit mit ihren Ersparnissen überbrückt. Dieses Jahr meldet sie sich für die sechs Wochen arbeitslos. "Das heißt, meine Kollegen können Urlaub machen und ich mache Termine auf dem Arbeitsamt", sagt sie im Gespräch mit tagesschau.de.

Quelle:

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HartzIV für Lehrer - und das in BW, wie wenn es da kein Geld geben würde. Das ist eine "grüne" Fehlleistung sondergleichen. In jedem Wahlkampf - BILDUNG! BILDUNG! BILDUNG!
Wenn sie dann gewählt sind, tritt eine spontane Amnesie ein.
So sieht also die Investition in die Zukunft aus. Das ist erbärmlich!


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