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[Recht & Politik] Das süsse Gift der Anarchie

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Ungelesen 10.07.17, 07:45   #1
TinyTimm
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Standard Das süsse Gift der Anarchie

Zitat:
Die Gewaltausbrüche in Hamburg sind durch nichts zu rechtfertigen. Trotzdem dürfen die kriminellen Randalierer damit rechnen, von der Öffentlichkeit und der Justiz milde beurteilt zu werden. Kein Wunder, wiederholt sich dieses traurige Spiel immer wieder.

Das letzte Mal, als Europa ähnliche Verwüstungen in einer seiner Weltstädte sehen musste wie nun in Hamburg, war im Sommer 2011 in London. Tausende Randalierer waren damals völlig ausser Rand und Brand geraten. Mehrere Nächte lang zogen Horden Jugendlicher und junger Erwachsener durch die Strassen Londons, lieferten sich Schlachten mit der Polizei, schlugen Scheiben ein, plünderten Geschäfte, brannten Hunderte Autos und Dutzende Häuser nieder. Drei Tage und Nächte lang liess die völlig überrumpelte Polizei ein Gefühl der Anarchie auf Londons Strassen entstehen, das erst durch die Entsendung von 16000 Polizisten aus dem ganzen Land vertrieben werden konnte.

Der Gewaltausbruch damals in London war rechtlich und moralisch inakzeptabel, aber er hatte noch halbwegs nachvollziehbare politische Hintergründe. Der Auslöser war die Erschiessung eines schwarzen Kleinkriminellen durch die oft der Diskriminierung beschuldigte Londoner Polizei. Die meisten Randalierer entstammten benachteiligten sozialen Schichten. Trotzdem folgte die britische Gesellschaft und Öffentlichkeit eindeutig der Darstellung der Regierung und der Justiz, bei den Unruhen habe es sich um nichts anders als kriminelle Gewalt gehandelt. Entsprechend konsequent und hart wurden die Randalierer und Plünderer bestraft. Viele wurden durch die in London omnipräsente Videoüberwachung identifiziert. Die Gerichte führten noch während den Unruhen nächtliche Schnellprozesse durch und wendete erheblich höhere Strafmasse als üblich an. Keine drei Monate nach Ende der Unruhen zählte ein Parlamentsbericht 4000 Festnahmen, 2000 Gerichtsprozesse, 864 im Gefängnis einsitzende Straftäter.

Bei den in faschistoider schwarzer Kleidung und Vermummung auftretenden Hamburger Chaoten gibt es keinerlei nachvollziehbare Hinweise auf politische Motive oder Beweggründe. Die Gewalt selbst scheint das Programm zu sein, das vorübergehende Aushebeln der gesellschaftlichen Ordnung und des Rechtsstaats durch das massierte Auftreten gleichgesinnter, enthemmter Gewalttäter. Die sogenannten Autonomen schaffen sich einen Moment der Anarchie, der sie in einen Rausch von Allmacht und Überheblichkeit versetzt.

Für solch rücksichtsloses Treiben gibt es keinerlei Rechtfertigung. Dennoch dürfen diese Gewalttäter in Deutschland regelmässig von einem hohen Mass an Verständnis und Nachsicht ausgehen. Die Herausforderung des staatlichen Gewaltmonopols geniesst in dem Land der sonst so perfekten Ordnung, Disziplin und Bürokratie erstaunliche Sympathie. Schon die gängigen Bezeichnungen als Autonome oder Schwarzer Block lassen gewisse Assoziationen mit romantischen Helden aufkommen. Doch was sich an diesem Wochenende in Hamburg ereignete, war kein Schauspiel von Pippi Langstrumpf oder Robin Hood. Hier ging es um rohe, inakzeptable Gewalt, die Staat und Gesellschaft in Deutschland grundlos herausforderte.

Diese Straftäter gehören entschlossen verfolgt und bestraft. Doch dass das geschieht, ist anders als in Grossbritannien ziemlich unwahrscheinlich. «Ganz Hamburg hasst die Polizei» skandierten «Demonstranten» während ihrer Raubzüge durch die Stadt. Dass sie überhaupt auf die Idee kommen konnten, die Bevölkerung stehe hinter ihnen, war nicht völlig aus der Luft gegriffen. Wenn Grossmütter den Demonstranten viel Glück wünschen, wenn eine führende Tageszeitung noch am Freitag, nach der ersten Krawallnacht, nicht die Kriminellen, sondern die Polizei rügt, weil sie die Gewaltausbrüche angeblich provoziert habe, dann wird hier gefährlich mit Sympathien für Anarchisten gespielt. Doch was Anarchie in Wahrheit bedeutet, davon gibt Hamburg am Tag danach eine Ahnung: nicht Demokratie, sondern Rechtlosigkeit, Gewalt, Zerstörung.

Vor zehn Jahren hatten im Vorfeld des G-8-Gipfels von Heiligendamm 2000 schwarz vermummte Chaoten die Innenstadt von Rostock verwüstet und Hunderte Verletzte hinterlassen. Als ein halbes Jahr später die Staatsanwaltschaft in Rostock Bilanz zog, hatten knapp 1500 Ermittlungsverfahren bloss zu 157 Anklagen und zu drei Verurteilungen zu Freiheitsstrafen geführt. Alle wurden zur Bewährung ausgesetzt. Trotz des milden Vorgehens protestierten im gleichen Jahr 500 Demonstranten in Rostock gegen «Überwachungsstaat und Justizwillkür». Man muss sich nicht wundern, wenn sich diese sinnlosen Gewaltausbrüche immer und immer wiederholen.
Quelle: https://www.nzz.ch/international/g20...hie-ld.1305011
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Ich bin nicht rechts und ich bin nicht links. Ich denke selber.
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Walker2017 (12.07.17)
Ungelesen 10.07.17, 08:30   #2
SUNWARRIOR
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SUNWARRIOR gewöhnt sich langsam dran | 75 Respekt Punkte
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Zitat:
"Bei den in faschistoider schwarzer Kleidung und Vermummung auftretenden Hamburger Chaoten.."


Zitat:
"Die Scheinheiligkeit und der widerlicher Ruf nach Autorität und Repression, ja teilweise sogar Hinrichtung, kotzt mich an. Wenn dann auch noch live auf N24 von einem „Holocaust“ in der Sternschanze gesprochen wird, dann ist der Deutschen Vernunft genüge gegeben. .. Der Weg in den Autoritarismus beginnt da, wo Politiker und Publizisten den Faschismusbegriff so einsetzen, wie es ihnen gerade ins Kalkül passt."
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Ungelesen 12.07.17, 12:54   #3
Walker2017
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Übersetzung: Das Staatskonstrukt hat Angst, nicht dass der Michel noch erkennt, dass er den Staat gar nicht benötigt. Im Gegenteil, der Staat ihn überall parasitär ausnimmt und der Michel mehr Lohnsklave als andere ist. Der Begriff Anarchie wurde über die Dekaden so missbraucht und misshandelt, dass er heute nichts mehr mit dem Ursprung zu tun hat. Wie auch in diesem einseitigen Artikel (vermutlich eher Diktat) deutlich zu erkennen, wie der Begriff heute rein negativ benutzt wird.

Für die Menschen, die es nicht wissen, es bedeutet "keine Herrschaft"... Aber all die Verwirrten wollen ja beherrscht werden, da schlicht zu dumm sich selbst zu beherrschen bzw. Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen. Dieses Missstand findet sich ja praktisch in jeder Steuerfarm (Land/Nation) auf der Welt. Schwer das wieder in den Normalzustand zu bringen, besonders da die meisten zu den sehr gläubigen Verwirrten gehören. Sie glauben an den Staat, an Steuern, an Politik usw., obwohl ununterbrochen bewiesen wird, dass sie nur dazu existieren, das Volk systematisch auszunehmen.

Diese Chaoten sind dagegen keine Anarchisten, eher Faschisten, geurteilt anhand ihrem Verhaltens.

Geändert von Walker2017 (12.07.17 um 13:07 Uhr)
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Ungelesen 13.07.17, 08:03   #4
Melvin van Horne
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Moin,

Zitat:
Zitat von Walker2017 Beitrag anzeigen
Übersetzung: Das Staatskonstrukt hat Angst, nicht dass der Michel noch erkennt, dass er den Staat gar nicht benötigt.
Viele der Staatsbekämpfer würden dumm gucken, wenn sie ihr Leben ohne die Leistungen eben jenes Staates bestreiten müssten, den sie bekämpfen.

Mit dem wachsenden Umweltbewusstsein hat sich vielleicht in manchen Köpfen so eine Art Kausalkette gebildet. Alles was von alleine wächst, ist natürlich. Geld ist natürlich immer vorhanden. Also wächst Geld von alleine.

Ich habe noch eine andere Erklärung für solche Gedankengänge. Aber so scharf darauf gebannt zu werden, bin ich dann doch nicht.
__________________
Wenn Kik den Preis pro Shirt um einen Euro erhöht um seinen Mitarbeitern ein besseres Gehalt zu zahlen, dann finden wir das alle gut.

Und dann gehen wir zu Takko einkaufen ...

Geändert von Melvin van Horne (13.07.17 um 10:32 Uhr)
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nachtmasse
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Zitat:
Zitat von Walker2017 Beitrag anzeigen
Übersetzung: Das Staatskonstrukt hat Angst, nicht dass der Michel noch erkennt, dass er den Staat gar nicht benötigt. Im Gegenteil, der Staat ihn überall parasitär ausnimmt und der Michel mehr Lohnsklave als andere ist.
Schau mal morgens in den Spiegel. Da steht der Staat vor dir. Staat bist auch du. Ist nicht böse gemeint.

"Lohnsklave" hat nichts mit dem Begriff Staat zu tun. Eher damit was die Regierenden zu lassen. Ich habe da einen wirklich sehr guten Kurzfilm parat. Den sollte man echt gesehen haben.

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