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Unfallzeuge und das drüber Nachdenken danach...

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Ungelesen 21.07.17, 19:09   #1
dreamboylpz
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Standard Unfallzeuge und das drüber Nachdenken danach...

Heute hatte ich so ein Erlebnis auf welches man gern auch verzichtet.

Bei der Fahrt von der Arbeit nach Hause (langgezogene breite Landstraße) kam von hinten ein Golf und drängelte mit so ziemlich allem was die Autoelektrik hergab.
Lichthupe, Blinker, gestikulierend…. Was den Abstand angeht verschätzt man sich als vorausfahrender gern mal, aber ich sage jetzt mal es war deutlich unter 3 Metern. Es herrschte in dem Moment einiges an Gegenverkehr, er kam demnach nicht vorbei.
Geschwindigkeit meinerseits zwischen 90 und 100, also einer Landstraße durchaus angemessen. Als die Gegenspur frei war zog er dann endlich wild schimpfend und gestikulierend an mir vorbei (wobei auch der ein oder andere Mittelfinger zu erkennen war) um kurz vor mir wieder einzuscheren und dann Gas zu geben. Zack war er weg.

Ich dachte mir so: ARSCH. Ein paar Kilometer weiter sah ich sein Fahrzeug in einer langgezogenen Kurve wieder. Im Straßengraben aufm Dach, er grabbelte grad aus dem Auto. Das Auto sah jetzt eher weniger nach weiterfahren aus, er hatte sich nichts getan.

Mein erster Gedanke war: „Siehste, das haste davon“ und eigentlich hatte ich null Bock anzuhalten.

Er war jetzt weder ein Jüngelchen, noch ein typischer Checker, vom Alter in etwa wie ich zwischen 35 und 40. Normal eigentlich. Also hab ich sozusagen Ersthelfer gespielt, ihn gefragt ob mit ihm alles ok ist, Dreiecke mit ihm aufgestellt, andere Fahrzeuge vorbeigeleitet und sowas.
Die Drängelei davor nicht weiter erwähnt. Kurz drauf kam dann zufällig auch die Polizei vorbei. Ich musste natürlich als potentieller Zeuge herhalten und habe der Polizei zugestimmt, dass es nach Unfall wegen unangepasster Geschwindigkeit aussieht.
Sie wollten dann wissen ob er mich vorher überholt hätte, was ich bejahte, aber nix von der Drängelei sagte. Irgendwann haben die den Unfall weiter aufgenommen, meine weiteren Daten erhalten und ich hab mich verabschiedet.
Auf der weiteren Fahrt hab ich noch ziemlich über die ganze Sache gegrübelt, hab ich jetzt den „Gutmenschen“ raushängen lassen, hätte ich eher dem Kerl eins reindrehen sollen.
Irgendwie denke ich auf der einen Seite, dass es okay so war wie ich gehandelt habe, ich sehe dann den Typ vor Augen, wie er völlig betröpelt vor seinem umgedrehten Auto steht und alles irgendwie nicht realisieren kann. Auf der anderen Seite denke ich aber auch wieder, endlich hat es mal den richtigen erwischt…
Vorhin hab ich von ihm ne Whatsapp (Telefonnummer hatte er sich glaub ich bei der Unfallaufnahme mitgeschrieben) bekommen, in der er sich für die Hilfe bedankt hat….

Okay, es ist jetzt nicht so, dass mich das Ereignis jetzt psychisch belastet, aber irgendwie bin ich zwiegespalten. Spätestens in ein paar Tagen ist es eh nicht mehr wirklich präsent.

Normalerweise sage ich bei solchen Geschehnissen recht schnell „recht so, dass ihm das passiert ist“, aber wenn man es selbst erlebt ist es doch irgendwie anders.

Es gibt sicher hier den ein oder anderen der ähnliches erlebt hat, wie gings euch damit?
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Ungelesen 21.07.17, 19:22   #2
SuperPlasma115
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Meiner Meinung nach ist es schwierig zu sagen was du am besten gemacht hättest, die Entscheidung liegt bei dir. Ich weiß nur das jeder Mensch eine zweite Chance verdient hat, und eventuell hat er durch den Verlust seines Autos gelernt, dass er so etwas in Zukunft nicht mehr macht. Ich kann mir vorstellen, dass der Unfallverursacher eventuell vorher eine Situation erlebt hat, die Ihm wütend gemacht hat und dies der Auslöser für sein Verhalten war. (z.b. Freundin macht schluss, Kündigung erhalten, usw. Solche Sachen sind gerne mal Auslöser für Kurzschlussreaktionen) Klar ist so ein Benehmen natürlich unter aller Sau, aber ich kann mir vorstellen, dass bei Ihm eine kurze Phase aufgetreten ist, die dafür verantwortlich war.


Mir ist so etwas glücklicherweise noch nicht passiert. Leider habe ich mich in der Vergangenheit bei Überholvorgängen schon mal verschätzt und andere Leute mussten wegen mir stark bremsen. Seitdem denke ich jedes mal, wenn ich wegen verschätzen Überholvorgängen von anderen Personen stark bremsen muss, zweimal, ob ich jetzt Hupe oder ob ich es dabei lasse. Denn was wenn ich in so einer Situation mal wieder bin? Dann wünsche ich mir auch, dass der Gegenverkehr abbremst und ich mich aus meiner misslichen Lage schnell befreien kann.

/Edit: Habe jetzt erst gesehen dass es ein Mann mittleren Alters war. Fahranfänger würde ich eigentlich normalerweise verzeihen, aber das macht die Sache schon anders.
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Ungelesen 21.07.17, 20:06   #3
Thorasan
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Auch wenn es arschig wirkt.. Ich würde es der Polizei so sagen, wie es war. Und es ihm auch ehrlich sagen. Denn: Dieses mal war es nur sein Fahrzeug, was aufm Dach lag. Nächstes mal isses vielleicht ne 4köpfige Familie, die frontal reinraucht. Wer sich so unvorsichtig benimmt, sollte auch so hart wie möglich bestraft werden. Ein kaputtes Auto kann man neu kaufen. Potentiell zerstörte Leben kann man aber nicht wieder herstellen.

Und: Fahranfänger hat nix mitm Alter zu tun.. Bereits in der Fahrschule lernst du (bzw solltest es lernen), das du nicht emotional geladen in ein Fahrzeug steigen sollst. Und so ein Verhalten gefährdet nicht nur dich, sondern auch viele andere Menschen.. Ich persönlich würde es mir nicht verzeihen, wenn ich hier gnade zeige, und dann irgendwann mitbekomme, das es erneut einen Unfall gab mit seiner Beteiligung und evtl nicht nur er betroffen ist. Es war sein Fehler, sein Verhalten. Egal wieso, es war falsch. Und da sollte er auch in ganzer Form dafür gerade stehen müssen..
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Ungelesen 21.07.17, 20:28   #4
dreamboylpz
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Ich muss wahrscheinlich eh nochmal aufm Revier antanzen, zumindest wurde mir das angekündigt.
Du hast schon recht, im Grunde ist es völlig egal, ob Fahranfänger oder "alter Hase", aus Scheisse wird auch durch Schönreden keine Sahne.
Irgendwie fällt mir auch jetzt erst ein, dass ich wahrscheinlich anders reagiert hätte wenn es ein Fahranfänger, im Sinne von Checker, gewesen wäre, der die üblichen Klischees bedient.
Naja ich schlaf mal drüber, mal sehen was mein Hirn aus der Geschichte über Nacht macht
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Ungelesen 21.07.17, 21:08   #5
Tuxtom007
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Ich habe mal einen ähnlichen Unfall erlebt, genaus, erst wurde mehrere Autofahrer genötig, Lichthupe, dichtes Auffahren und halsbrecherische Überholmanöver und am Ende lang der feine Herr mit schicken Anzug im Strassengraben.

Die Polizei hatte mich und die anderen 3 Fahrer als Zeugen befragt und jeder hat ausgesagt, das der Kerl in halsbrecherischer Weise vorher alle bedrängt und genötigt hat, zudem waghalsige Überholmanöger durchführte.

Das Ende vom Lied war, das der gute seine Führerschein auf der Stelle abgeben musste und dann 1 Jahr Fahrverbot mit anschliessender MPU zur Fahreinungsprüfung und eine saftige Geld-Strafe bekommen hat.
Zwei der anderen Fahrer hatten Anzeige erstattet, kamm daher auch zu einem Gerichtsprozess.

Ich meinen Augem wer so fährt und andere dabei nötigt und gefährdet hat im Strassenverkehr nichts zu suchen und ich würde heute wieder so aussagen und nichts verschweigen.
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Die folgenden 2 Mitglieder haben sich bei Tuxtom007 bedankt:
Pop3y3 (21.07.17), Thorasan (21.07.17)
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