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Physikgenie, schwerkrank, sucht Weltformel

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Ungelesen 06.01.17, 13:40   #1
MotherFocker
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Standard Physikgenie, schwerkrank, sucht Weltformel

Zitat:
Stephen Hawking wird 75
Physikgenie, schwerkrank, sucht Weltformel

Freitag, 06.01.2017 13:27 Uhr

Seine Ärzte prophezeiten ihm den Tod mit Mitte 20. Nun wird der Astrophysiker Stephen Hawking 75 Jahre alt. Porträt eines Menschen, der an die Grenzen des Machbaren geht - in der Medizin und in der Physik.


action press

Er hat eine der bekanntesten Stimmen der Welt - und ist doch eigentlich sprachlos seit einem Luftröhrenschnitt im Jahr 1985. Doch wie so vieles in Stephen Hawkings Leben konnte ihn auch das nicht aufhalten. Es hielt ihn nicht auf, die Physik zu revolutionieren. Es hielt ihn nicht auf, zu heiraten. Es hielt ihn nicht auf, ein Popstar der Wissenschaft zu werden.

Dieser Popstar wird am 8. Januar 75 Jahre alt - dabei sollte er nach Prognose seiner Ärzte seit 50 Jahren tot sein. Hawkings Leben ist ein beispielloses Auf und Ab: physikalisch, medizinisch, menschlich.

Eine Stunde Arbeit pro Tag? Muss reichen

Hawking wird mitten im Zweiten Weltkrieg als Sohn eines Tropenmediziners und einer Sekretärin geboren. Er bezeichnet sich selbst als mittelmäßigen Schüler, schafft aber trotzdem die Aufnahme an der renommierten University of Oxford. "Zu jener Zeit war das Physikstudium in Oxford so organisiert, dass man der Arbeit sehr leicht aus dem Weg gehen konnte", schreibt Hawking in seiner Autobiografie "Meine kurze Geschichte". Er habe in den Jahren in Oxford insgesamt wohl nicht mehr als 1000 Stunden gearbeitet - also durchschnittlich eine Stunde am Tag, so Hawking später.

Anfang der Sechzigerjahre beginnt Hawking eine Promotion an der University of Cambridge im Bereich Kosmologie, doch er kommt nicht recht voran.

1963 folgt die schreckliche Diagnose: Ärzte erklären ihm, dass er an der Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) erkrankt ist. "Die Erkenntnis, dass ich an einer unheilbaren Krankheit litt, an der ich wahrscheinlich in ein paar Jahren sterben würde, war ein ziemlicher Schock", schreibt Hawking.

Nicht das Ende, sondern der Anfang

Doch er stirbt nicht; seine Erkrankung schreitet zum Glück nur sehr langsam voran, wie sich später herausstellt. So wird ALS zum Start in Hawkings neues Leben. "Die Krankheit hatte zwei Effekte", sagt die Autorin Kitty Ferguson, die mehrere Biografien über Hawking geschrieben hat. "Sie hat ihn motiviert zu arbeiten. Und sie hat ihn zu dem Promi gemacht, der er heute ist."

Hawking verliebt sich in die Studentin Jane Wilde. Er will Wilde heiraten, doch dafür braucht er einen Job. Und für einen Job muss er seine Doktorarbeit fertig schreiben. "Deshalb begann ich das erste Mal in meinem Leben, richtig zu arbeiten", schreibt Hawking. "Zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass es mir gefiel."

Auf der Suche nach der "Weltformel"

Es ist der Auftakt für eine Reihe wissenschaftlicher Entdeckungen, die als Meilensteine in der Kosmologie gelten:
  • Zusammen mit seinem Mentor und Kollegen Roger Penrose liefert er 1965 die mathematische Begründung dafür, dass das Universum mit einem Urknall entstanden ist.
  • 1973 veröffentlicht Hawking zusammen mit zwei Kollegen eine grundlegende Theorie über Schwarze Löcher. Ihr Paper überschreiben die Autoren mit "Die vier Gesetze der Mechanik Schwarzer Löcher" - in Anlehnung an fundamentale Gesetze, die in der sogenannten Thermodynamik gelten.
  • 1974 folgt der Paukenschlag: Hawking zeigt, dass Schwarze Löcher, die Staubsauger des Universums, Materie nicht nur verschlucken. Stattdessen senden sie Strahlung aus und verdampfen so langsam, bis sie irgendwann verschwunden sind. Die Strahlung erhielt in den Folgejahren den Namen Hawking-Strahlung.

Das faszinierende an dieser Berechnung: Die Hawking-Strahlung ist nur möglich durch die Anwendung der Quantenmechanik, also der Theorie kleinster Teilchen. Schwarze Löcher hingegen sind eine Folge von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Beide Theorien zu einer großen Theorie zusammenzufügen, ist seit Jahrzehnten ein Traum von Physikern. Das Ergebnis wäre die große vereinheitlichte Theorie, die "Weltformel".
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