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Zombie-Spiel erforscht Rassismus und Sexismus

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Ungelesen 04.10.16, 10:26   #1
TinyTimm
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Standard Zombie-Spiel erforscht Rassismus und Sexismus

Zitat:
Eine Studie der Uni Wien und der Sigmund Freud Universität hat mit einem Zombie-Spiel rassistische und sexistische Vorurteile erforscht. Dabei kamen die Wissenschaftler zu überraschenden Erkenntnissen.

In dem Browserspiel „Purpose“ geht es darum, im Rahmen einer Zombie-Epidemie eine Gruppe Nichtinfizierter - verkörpert durch Fotos von Menschen unterschiedlicher Hautfarbe - an einen sicheren Ort zu bringen. Man muss wählen, wen man mitnimmt und wen man zurücklässt, sowie Aufgaben an die Gruppenmitglieder entsprechend ihren Fähigkeiten verteilen. Dabei sollen versteckte sexistische und rassistische Vorurteile bei den Spielenden zum Vorschein kommen.


Mit diesen Zombies sollen versteckte Vorurteile aufgedeckt werden

Intention sollte verschleiert werden

„Ziel des Spieles ist es, die eigentliche Intention so gut wie möglich zu verschleiern“, so Helmut Hlavacs, Experte für Entertainment Computing an der Informatikfakultät der Universität Wien und Betreuer von Serkan Sertkan, der das Spiel im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit entwickelte. Die eigentliche Intention des Spiels ist es, versteckte rassistische und sexistische Vorurteile zu erforschen. Wenn das Ziel des Spiels erreicht ist, erhalten die Spieler eine Statistik über das eigene rassistische und sexistische Verhalten.


Am Ende des Spiels erhält man eine Vorurteilsstatistik

Doch das Spiel allein kann nicht feststellen, welche Motive den Entscheidungen eines Spielers oder einer Spielerin zugrunde liegen. Das kristallisiere sich erst durch professionelle Begleitung heraus, sagt Armin Klaps, der zusammen mit Studienleiterin Birgit Stetina und der Master-Anwärterin Natalie Rodax von der Sigmund Freud Privatuniversität (SFU) ebenfalls an der Ausarbeitung der Studie beteiligt war. „So könnte beispielsweise auch die Ästhetik eine Rolle spielen“, meint er.

Spielverhalten bricht mit sozialer Erwünschtheit


Für die Studie wurden zehn Personen - fünf Männer und fünf Frauen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlicher Spielerfahrung - eingeladen, das Spiel unter Beobachtung zu spielen. Hinterher sollten sie Interviews über ihre Spielentscheidungen führen und Fragebögen ausfüllen. Dabei konnte die Schwelle der sozialen Erwünschtheit aufgebrochen werden, die die Erforschung dieses Themas häufig erschwert.


Die Spieler müssen entscheiden, wer in die Gruppe aufgenommen wird

Die meisten Menschen werden ungern mit ihrem Potenzial für Rassismus und Sexismus konfrontiert, weil dieses Verhalten gesellschaftlich nicht erwünscht ist. Deshalb gehen sie oft - auch bei wissenschaftlichen Studien - nicht ganz ehrlich mit sich um, erklärt Klaps. Umso erstaunlicher war es für die Forscher, dass das PC-Spiel ein solches Verhalten auslösen konnte und so die Untersuchung von Vorurteilen ermöglichte. „Soziale Erwünschtheit ist wie ein Vorhang, und hinter den wollen wir blicken, damit wir authentische Aussagen bekommen“, so Klaps.

Spiele als geschützter Bereich

Dieser Blick ist dem Forscherteam gelungen. Die Probanden und Probandinnen der Studie gelangten nach dem Spiel im Gespräch mit den Psychologen in eine reflektive Phase. Dabei konnten sie sich eingestehen, dass sie tatsächlich gelegentlich rassistisch oder sexistisch gehandelt hatten, so der Psychologe. „Gerade Spiele können hier wertvolle Erfahrungen in einem geschützten Bereich vermitteln“, vermutet Hlavacs.

Auf die Idee, ein Computerspiel zu gestalten, das sich um Vorurteile dreht, kam der Informatiker bereits 2013. Sein Vorbild war Jane Elliott, eine amerikanische Lehrerin, die nach dem Attentat auf den afro-amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King jr. am 4. April 1968 Rassismus-Aufmerksamkeitsübungen mit ihrer durchwegs weißen Schulklasse durchführte. Sie schaffte es, privilegierten Gruppen ein Gefühl für die Auswirkungen systematischer Diskriminierung zu vermitteln.

Ästhetik könnte Ergebnisse verfälschen


Die Studie der Informatikfakultät und der SFU schaffte es, Menschen ihre eigenen Vorurteile bewusst zu machen. Künftig soll sie noch verbessert werden. Dafür wird weiter an dem Spiel gearbeitet, um eindeutigere Ergebnisse zu bekommen. So sollen beispielsweise die Fotos der Spielfiguren ausgetauscht werden, um sicherzugehen, dass Gesichtsausdruck und Frisur das Resultat nicht verfälschen. Dennoch sind die bisherigen Ergebnisse ein Zugewinn für die Erforschung von Rassismus und Sexismus. Sie sollen auf der internationalen Cyberspace-Konferenz am 25. und 26. November in Brno in Tschechien vorgestellt werden.
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Hier geht es zum Spiel "Purpose": [ Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. Bitte einloggen oder neu registrieren ]
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