@goosefreak, #24:
Du verstehst es halt nicht, auf welchen Ebenen die Kritik zu der ganzen Demographie-Demagogie stattfindet. Damit meine ich jetzt nicht, was, für sich alleine betrachtet, auf den Nachdenk-Seiten steht, sondern ich meine, wie man Zusammhänge sehen muß, wie man die dahinter stehenden Interessen sehen muß.
Zwei kleine Denkanstöße:
1. Es gab um das Mittelalter herum Zeiten, da hat ein Bauer 2 weitere Menschen ernährt und es mußte viele Bauern geben um die Bevölkerung zu ernähren. Heute gibt es nur noch wenige Bauern und wir haben Nahrung im Überfluß (durchaus auch aus dem Ausland), keiner verhungert (bzw. müßte verhungern). Warum das? Vordergründig betrachtet kann das doch gar nicht möglich sein, genauso wie nach den Katastrophenszenarien zur Demographie in Zukunft keine Renten mehr gezahlt werden können weil ja mit den angeblich nur noch paar wenig Arbeitsfähigen diese nicht mehr erwirtschaftet werden können.
Da gibt es aber einen Begriff: technischer Fortschritt und bedeutet, daß mit immer weniger Einsatz immer mehr Werte erstellt werden. Was aber das Problem ist, ist die Frage, wer wieviel von diesem erzielten Wertzuwachs mit immer weniger Arbeitseinsatz erhält! In diesem Zusammenhang die Info, daß seit 2000 die Einkommen der abhängig Beschäftigten real (also inflationsbereinigt) um 0,9 % gesunken sind, gleichzeitig Kapitaleinkommen um das 6fache gestiegen sind. Dämmerts ein klein wenig, was ich sagen will?
2. Die ganze Demagogie, für die die ganze (eigentlich un-) vorhersehbare demographische Entwicklung neuerdings herhalten muß, wird immer massiv mit Aufrufen zur gaaaanz wichtigen privaten Vorsorge flankiert (ich behaupte, daß das genau der eigentliche Zweck von Kampagnen ist wie solcher Machwerke, um die es hier im Thread geht), die angeblich immer wichtiger wird, weil in Zukunft der Staat keine Rente mehr zahlen kann.
Schon mal den abwegigen Gedanken gehabt, warum man nicht gleich dieses Vorsorge im staatlichen und SOLIDARISCHEN System belassen sollte, anstatt es privaten Versicherungen in den Rachen zu werfen, die mit ungleich höheren Fixkosten (Managergehälter, Provisionen) arbeiten als die staatlichen Träger?
Oder solche abartige Überlegungen angestellt, woher, wenn in Zukunft steigende Rentenbeiträge als sog. Lohnnebenkosten die Verdienenden wie auch die Kapitaleigner angeblich über Gebühr belasten, die Beitäge zur privaten Rentenversicherung kommen sollen? Fallen von Himmel - oder wie? Oder geht da vielleicht um die Entlastung der Kapitaleigentümer und beim Staat um die Schaffung von Spielraum dem Großkapital weitere Steuergeschenke zu machen?
Und was ist mit den Rentenzahlungen, die später von den privaten Rentenversicheren zu entrichten sind? Die haben im Vergleich zu den Einzahlungen schließlich nur eine relevante Höhe, wenn Verzinsungen stattgefunden haben. Solche Pensionsfonds sind in den überwiegenden Fällen die Geldgeber von denen, die neuerdings in den Medien "Heuschrecken" genannt werden. Verkürzt ausgedrückt: Jeder lohnabhängig Beschäftige, der eine Privatrente abschließt, muß hochgradig dran interessiert sein, daß die "Heuschrecken" so zahlreich und massiv wie möglich ihr Verhalten ausweiten und eines Tages auch seinen eigenen Arbeitsplatz vernichten!
Oder wer bezahlt denn eigentlich mal den Kaufpreis von Aktien, woraus die tollen Renditen für die Beitragszahlungen zur privaten Rentenversicherung generiert werden wenn es ja in Zukunft in diesem Lande angeblich nicht mehr genug Arbeiter gibt, die dann auch noch selbst für ihre Rente aufkommen müssen?! Und das ganze bei sinkenden Lohneinkommen?
Und was passiert, wenn mal die nächste Weltwirtschaftskrise die ganzen tollen Wertpapiere in Klopapier verwandelt?
Vielleicht kommt man mit solchen Überlegungendann dahinter, daß mit dämlichen, nur scheinbar schlüssigen Argumenten selbsternannte (und von Versicherungskonzernen bezahlte) Experten bzw. mit vordergründig unterhaltsamen medialen Machwerke die Menschen vom Nachdenken abgehalten werden sollen.
Und wenn nun einer, der mal in der Politik tätig war, nicht müde wird, diese (und andere) Zusammhänge auf seiner Homepage
www.nachdenkseiten.de zu thematisieren und mit Fakten und Argumenten zu untermauern, dann sollte man zur Kenntnis nehmen, daß es glücklicherweise nicht nur das von Lobbyisten ausgehaltenen Pack wie z.Zt. im Reichstag gibt, sondern auch andere (leider aber aus vergangenen Zeiten).
Dummes, undifferenziertes In-Ein-Topf-Werfen mit den heuitgen Gestalten zeugt nicht wirklich von einem eigenen Nachdenken! Und weiter soll man zur Kenntnis nehmen, daß es bei einem, der sich die Arbeit macht, wichtige bildende Beiträge zur jeweils aktuellen Sau zu liefern, die von interessierter Seite durch's (mediale) Dorf getrieben wird, sch...egal ist, was der mal früher gemacht hat. Wichtig ist der Sach- und Kenntnisstand dieser Person bei diesem Unterfangen. Und Gottseidank ist so einer hoffentlich finanziell unabhängig, damit er es nicht nötig hat, sich von kapitalstarken Interessen kaufen zu lassen, wie es offensichtlich mittlerweile bei vielen Journalisten in den Medien üblich ist - und sei es nur in Form des monatlichen Einkommens, von dem der/die entsprechende leben muß.
@089Rasta, #25:
Du empfiehlst ein Buch, aus dem Du zitierst: "Es ist wichtiger denn je, Vorsorge zu treffen -- bevor es zu spät und der Crash da ist....
Deflation regiert -- mit drastischen Auswirkungen: Staatsbankrott, Währungsreform. Das Gespenst von 1929, der letzten großen Weltwirtschaftkrise....
Otte verrät hier Anlagestrategien...Seine Empfehlung: sich vorbereiten und seine Vermögensangelegenheiten in die eigenen Hände nehmen. Dabei kommen als antiquiert angesehene Formen der Wertanlage zu neuen Ehren: Bargeld und Gold sollen helfen, die Krise zu überdauern..."
Sorry - was für ein gequirlte Sch...: Von "Bargeld" und "Anlagestrategien" faseln und das in Zusammenhang mit Deflation und der Weltwirtschaftskrise von 1929!
Muß ich dazu weiters sagen? Verweise mal in diesem Zusammhang auch auf obige Ausführungen zur kapitalgedeckten Vorsorge für Zeiten, in dem man nicht mehr arbeiten kann.
In diesem Sinne viele Grüße.